30,4% Marktanteil für "Schlag den Raab": Stefan Raab triumphiert trotz Not-OP

 

Es war einer dieser Moment, die Live-Fernsehen so atemberaubend - und unberechenbar machen. Beim Gerangel um eine Nudel, im elften Spiel der ProSieben-Millionen-Show "Schlag den Raab", floss plötzlich Blut. Wie zuvor schon der Herausforderer, Bundeswehr-Stabsarzt Tobias, hatte sich auch Stefan Raab an einer scharfen Kante verletzt und musste einen Schnitt am Finger nähen lassen: Vom Sieg - auch bei den TV-Quoten - ließ sich die Killerplauze trotzdem nicht abhalten. 

Es war einer dieser Moment, die Live-Fernsehen so atemberaubend - und unberechenbar machen. Beim Gerangel um eine Nudel, im elften Spiel der ProSieben-Millionen-Show "Schlag den Raab", floss plötzlich Blut. Wie zuvor schon der Herausforderer, Bundeswehr-Stabsarzt Tobias, hatte sich auch Stefan Raab an einer scharfen Kante verletzt und musste einen Schnitt am Finger nähen lassen: Vom Sieg - auch bei den TV-Quoten - ließ sich die Killerplauze trotzdem nicht abhalten.  

Steven Gätjen, der sich seinen ersten Einsatz als Nachfolger von Matthias Opdenhövel sicher auch etwas weniger dramatisch erhofft haben dürfte, bewahrte um zwanzig vor eins in der Nacht Ruhe - und schickte die Live-Show erst einmal in eine spontane Werbepause. Hinter den Kulissen wurde Raab verarztet und verteidigte schließlich den "Schlag den Raab"-Sieg. 3,24 Mio Werberelevante machten den über fünfstündigen Marathon bis um 1.30 Uhr mit, was ProSieben nicht nur einen Hammer-Marktanteil von 30,4% einbrachte, sondern auch den unangefochtenen Zielgruppen-Tagessieg. "Das war einer meiner härtesten Fights", erklärte Raab nach der Show. Sechsmal wechselte die Führung (zu den Video-Highlights).

Mit fast 700.000 jüngeren Fans weniger musste sich zur besten Sendezeit die RTL-Schnipselshow "Die 25 spektakulärsten TV-Momente" der Welt zufrieden geben. 1,53 Mio Werberelevante reichten dennoch für einen vorzeigbaren Schnitt von 19,6% aus. Wirklich bitter lief's erst im Anschluss: Atze Schröders "Der Comedy Olymp" fiel in der Zielgruppe komplett durch - mit nur 970.000 jüngeren Fans und einem herben Flop-Schnitt von 12,8%.

Fein raus aus der unmittelbaren Quoten-Bedrohung hatte sich der ProSieben-Schwestersender Sat.1 gehalten: Der Familienfilm "Urmel aus dem Eis" heimste so mit 860.000 Jüngeren einen akzeptablen Primetime-Marktanteil von 11,4% ein. Der zweite Spielfilm "Hawaii Crime Story" konnte nicht mithalten - und ging mit enttäuschenden 8,0% aus dem Rennen.

Vox schlägt sich sehr gut

Sehr erstaunlich dagegen die starke Ausbeute von Vox: Der Mammut-Abend aus der Reihe "Die große Samstags-Dokumentation", diesmal über den Wolkenkratzer Burj Khalifa, lockte 740.000 jüngere Zuschauer an und kam so auf einen sehr vorzeigbaren Zielgruppen-Schnitt von 9,3%.

Währenddessen setzte sich die "Dolmen"-Pleite bei RTL II fort: Der französische Mystery-Mehrteiler erzielte zur besten Sendezeit lediglich 4,2%. "Sin Eater" kam im Anschluss über ebenso mickrige 4,3% nicht hinaus.

Doch auch eine Free-TV-Premiere - und eine Top-Besetzung mit Brad Pitt - war kein Geheimrezept am Show-Samstag: Der Western "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" brachte kabel eins lediglich 360.000 Werberelevante und einen miesen Marktanteil von 4,4% ein.

Die Öffentlich-Rechtlichen hatten dagegen ein Duell der extremen Programm-Facettten ausgetragen. Auf der einen Seite stand das Heile-Welt-Geschunkel der ARD, das mit 5,16 Mio Gesamtzuschauern den Reichweitensieg am Samstag davontrug. Bei den Jüngeren fiel "Das Sommerfest der Rekorde" natürlich durch (nur 400.000 14- bis 49-Jährige, Marktanteil: 4,9%).

Mit dem Fall "Gierig" hatte das ZDF einen beeindruckenden neuen Film der herb-spröden "Kommissarin Lukas"-Reihe ins Rennen geschickt, den 3,90 Mio Zuschauer ab drei Jahren nicht missen wollten. Der Zuspruch der Jüngeren fiel hier mit 600.000 Werberelevanten äußerst beachtlich aus (Marktanteil: 8,1%).

ProSieben holt dank Raab 19,8% Tagesmarktanteil

Bei den Tagesmarktanteilen (14 bis 49 Jahre) war schließlich ProSieben mit 19,8% nicht zu schlagen. Das Nachsehen hatten RTL (nur 15,2%) und Sat.1 (9,8%). Vox behauptete sich mit starken 8,0%.

Ihre Kommentare
Kopf

Peter Bischoff

05.06.2011
!

Ich dachte " Kress" waere ein n e u t r a l e r Mediendienst --aber offenbar
ein Irrtum, da er sich von den Privaten für die " Verschiebung" der
Quotenwahrheit bezahlen lässt.
Wenn Florian Silbereisen , den man als Redakteur ja nicht mögen muss,
2 Millionen mehr Zuschauer als Stefan Raab hat, ist es nur schwer zu
verstehen, da von einem Raab-Triumph zu sprechen.
Menschen ab 49 sind doch keine Fernsehzuschauer-Unterschicht !


DiMaDo

05.06.2011
!

Das Thema ist "werberelevante Zielgruppe".
Das Publikum des ZDF ist halt da nicht relevant, es sei denn die Hersteller von Rollatoren fangen an Werbung im ZDF zu schalten.
Ich bin zwar auch über 49, aber noch lange lange Jahrzehnte vom typischen ZDF-Publikum entfernt!


Mark G.

05.06.2011
!

Dem kann ich nur zustimmen. Ich verfolge die Veröffentlichung auf Kress jetzt seit einiger Zeit und kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass hier Zahlen "schöngerechnet" werden. Besonders auffällig ist das die Tagesschau fast nie unter den Top 15 erscheint. Die "werberelevante" Gruppe ist wohl absichtlich bei 49 gekappt.


Peter Bischoff

05.06.2011
!

ZU DIMADO:
Die Überschrift bei Kress heisst:
QUOTENCHECK vom 4.6. ( und nicht Quoten der "werverelevante Zielgruppe)
Da steht zwar merkwürdigerweise die Tagesschau als einzige Sendun der
öffentlich-rechtlichen Sender mit drauf.
Aber warum fehlt Silberweise mit 5,16 Millionen-ARD- und Kommissarin
Lucas -ZDF-mit 3,90 Mill ??-- alle weit vor Raab.!!!
Was bezahlen die Privaten Kress für die manipulierten Tabellen ?


Manuel

06.06.2011
!

Du meine Güte. Dass sich die Branche in allererster Linie für das Publikum von 14 bis 49 Jahren interessiert, liegt ja nun nicht an Kress.


Mario A.

06.06.2011
!

Soweit ich das hier erkennen kann, lautet die Überschrift aber
"30,4% Marktanteil für "Schlag den Raab": Stefan Raab triumphiert trotz Not-OP"
Zusätzlich schaut man bei den Quoten halt eher auf die Zielgruppe, ich kann da nichts verwerfliches daran sehen.


Felix Mohring

Felix Mohring

Black Feathers Media
PR-Publisher, Journalist, Autor

06.06.2011
!

Ich muss Ihnen wohl alle Recht geben. Es stimmt schon, dass die öffentlich-rechtlichen selten auftauchen im Ranking von kress., trotz mehr Zuschauern. Jedoch tauchen sowohl ARD und ZDF im Text als Tagessieger auf.

Die werberelevante Gruppe, nach der das Ranking von kress aufgelistet ist, ist soweit von der GfK festgelegt und gilt als wichtigster Indikator für die werbetreibende Branche. "Hier sitzt das Geld." So in etwa die Argumentation. Somit ist dies bewusst nur danach geordnet bei kress.


Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

06.06.2011
!

Jeder, der diese sinnfreie Thoma-Erfindung "14-49" kritiklos nachbetet oder nach ihr handelt, macht sich mitschuldig an der Missachtung der durchaus kaufkräftigen künftigen Zuschauer-Mehrheit - auch kress.de:
http://fastvoice.net/2010/08/18/tv-quoten-quatsch-fur-zielgruppen-horige/


Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

06.06.2011
!

P. S.: Ich werde diese "Zielgruppe" in knapp zwei Wochen freiwillig und im Vollbesitz meiner geistigen und finanziellen Kräfte verlassen.


Rupert Sommer

06.06.2011
!

@Herren Bischoff und Messer. Herzlichen Dank für Ihre Zuschrift. Natürlich freue ich mich immer, wenn unsere Artikel nicht nur gelesen, sondern kritisch hinterfragt werden. Leider ist nur der Vorwurf, dass KRESS sich auf etwas derartig Monströses wie eine perfide "Verschiebung der Quotenwahrheit" einlassen könnte ebenso absurd wie die Debatte um die so genannte Werbezielgruppe der 14- bis 49-Jährigen alt ist. Diese Festlegung ist bekanntlich keine KRESS-Erfindung, sondern schlicht Branchen-Usus.


Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

07.06.2011
!

@Rupert Sommer: Ich schrieb ja, dass es eine Thoma- und keine Kress-Erfindung war, logo. Sich aber mit "Branchen-Usus" herauszureden, löst das Problem nicht, sondern ist kritikloser Opportunismus.

Einer muss ja mal anfangen aus dem Kreis der "Mediendienste", aus diesem "Mainstream" auszuscheren; es soll sogar Werbeagenturen geben, denen das ganz Recht wäre.

Insofern halte ich meinen Vorwurf der vorsätzlichen Missachtung einer großen Zuschaueranzahl nicht für "absurd", sondern aufrecht.


Felix Mohring

Felix Mohring

Black Feathers Media
PR-Publisher, Journalist, Autor

07.06.2011
!

Ohne hier irgendjemand in Schutz nehmen zu wollen, liegt es wahrscheinlich einfach daran, dass man die Zahlen nicht anders von der GfK bekommt, so zumindest meine Erfahrung.
Ich gebe Ihnen völlig Recht Herr Messer. Die so genannte werberrelevante Gruppe sollte zumindest weiter nach oben gehen. Denn üblicherweise kommt man ja doch erst langsam mal zu Geld, wenn die Kinder aus dem Haus und im Job untergebracht sind. Und das ist in der Regel nicht mit 30, sondern immer mehr bei über 50 Jahren.


Rupert Sommer

Rupert Sommer

Pressebüro Sommer
freier Journalist / kress-Korrespondent München

07.06.2011
!

@Herrn Messer: Wenn Sie es als Opportunismus bezeichnen, dem Informationsbedürfnis unserer Fach-Leserschaft aus Agenturen, der werbungtreibenden Industrie und natürlich auch aus den TV-Sendern in der Analyse gerecht zu werden, dann lasse ich diesen Vorwurf gerne auf mir sitzen. Ich gebe Ihnen allerdings recht, dass es sich lohnt, die Zielgruppen-Thematik und deren Zeitgemäßheit aufs Neue zu diskutieren. Das greife ich gerne auf. Ich denke nur, der Quotencheck ist dafür nicht der richtige Ort.


Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

07.06.2011
!

@Rupert Sommer: Unter Umständen doch; und Sie wären bekanntlich nicht der erste Mediendienst, der alternativ eine leicht modifizierte Quoten-Tabelle anbietet:
http://www.presseportal.de/pm/60314/1648863/medienmagazin_dwdl_de
Ob das nun gerade 20-59 sein muss oder ein anderer Ausschnitt, könnte Stoff für fruchtbare Diskussionen sein. Schön, dass Sie sich darauf einlassen wollen.


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