Mit 96% der Stimmen: Thomas Bellut wird ZDF-Intendant

17.06.2011
 

Das Ding ist in trockenen Tüchern: Thomas Bellut (Foto), 56, wird Mitte März 2012 neuer ZDF-Intendant und damit Nachfolger von Amtsinhaber Markus Schächter. Der ZDF-Fernsehrat wählte den derzeitigen Programmdirektor Bellut am Freitagmorgen mit großer Mehrheit. Bellut bekam 70 von 73 Stimmen.

Das Ding ist in trockenen Tüchern: Thomas Bellut (Foto), 56, wird Mitte März 2012 neuer ZDF-Intendant und damit Nachfolger von Amtsinhaber Markus Schächter. Der ZDF-Fernsehrat wählte den derzeitigen Programmdirektor Bellut am Freitagmorgen mit eine großer Mehrheit. Bellut bekam 70 von 73 Stimmen.

Er habe Bellut für die Schächter-Nachfolge vorgeschlagen, "nachdem ich bei meinen Sondierungen im Vorfeld den sicheren Eindruck gewonnen hatte, dass er die erforderliche Mehrheit erreichen kann", sagte Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Fernsehrats. Bellut galt als sicherer Kandidat, weil ohne Konkurrenz - zudem hatten bereits diverse Lager Bellut öffentlich ihre Unterstützung signalisiert (kress.de vom 5. Mai 2011).

Laut ZDF gab es eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen. "Er ist einer der herausragenden Medienmanager dieses Landes. Er steht für die Werte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und für einen unabhängigen Journalismus", sagte Polenz über Bellut.

"Was nun...?"-Talks mit der ARD

Auch die ARD gratuliert: "Nicht nur als Programmdirektor, sondern auch als  Programmmacher genießt er über das ZDF hinaus einen Ruf als integre und geradlinige Persönlichkeit", sagte die ARD-Vorsitzende Monika Piel. "Ich freue mich auf einen interessanten Austausch mit ihm über viele 'Was nun...?', die im Zusammenhang mit der Entwicklung der öffentlich-rechtlichen Sender sicherlich auch in Zukunft auftauchen werden." Darunter könnte auch ein gemeinsamer Jugendkanal fallen, mit dem Piel und die ARD zuletzt liebäugeln (kress.de vom 10. Juni 2011).

Belluts Job wird ohnehin sein, das Zweite vor allem für jüngere Zuschauer attraktiv zu machen - mit 56 Jahren ist er jünger als der durchschnittliche ZDF-Zuschauer. Zudem steht der Sprung ins digitale Zeitalter an. Schächter hat dafür hier und da bereits den Boden bereitet, u.a. mit dem Start jüngerer digitaler Spartenkanäle wie ZDFneo und ZDF.kultur. Auch Bellut hat etwa mit der "heute show" Schritte in die richtige Richtung unternommen.

Der neue Mann kennt zudem den Lerchenberg. Mitte der 80er-Jahre heuerte er als Volontär an. Seit 1997 ist Bellut Leiter der ZDF-Hauptredaktion "Innenpolitik" und seit 2002 amtiert er Programmchef (kress.de vom 6. November 2002).

Wer folgt auf Thomas Bellut?

Wer ihm auf diesem Posten nachfolgt, ist unklar. Bellut selbst wird vermutlich seinen Nachfolger ins Amt heben, in enger Absprache mit dem Verwaltungsrat. Gute Chancen werden Peter Arens eingeräumt, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Kultur und Wissenschaft (verantwortlich u.a. für "Terra X"). Ebenso im Spiel ist ZDFneo-Chef Norbert Himmler.

Neben dem allgemeinen ZDF-Geschäft und der Programmverantwortung, besorgt der ZDF-Intendant auch die wichtigsten Personalien. Neben dem Programmchef ist das der Verwaltungsdirektor und der Chefredakteur - eine Position mit dem der scheidende Schächter zuletzt seine liebe Not hatte (kress.de vom 27. November 2009).

Schächter geht nach zehn Jahren im Amt. Im Januar offenbarte er, nicht verlängern zu wollen (kress.de vom 25 Januar 2011). Der Intendant wird alle fünf Jahre geheim gewählt. Vor Schächter waren Dieter Stolte (1982 bis 2002), Karl Günther von Hase (1977 bis 1982) und Karl Holzamer beim ZDF am Ruder.

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