Spottpreis! Specific Media und Justin Timberlake kaufen MySpcace

30.06.2011
 

Käufer gefunden: Der Medienkonzern News Corp. verkauft das sieche Social Entertainment Network MySpace an das US-Targeting-Unternehmen Specific Media. Offiziell kommentieren Käufer und Verkäufer den Preis nicht. Wie All Things Digital allerdings erfahren haben will, erhält News Corp. nur 35 Mio Dollar anstatt der 100 Mio, die sich News-Corp-Patriarch Rupert Murdoch zuletzt vorgestellt hatte.

Käufer gefunden: Der Medienkonzern News Corp. verkauft das sieche Social Entertainment Network MySpace an das US-Targeting-Unternehmen Specific Media. Offiziell kommentieren Käufer und Verkäufer den Preis nicht. Wie All Things Digital allerdings erfahren haben will, erhält News Corp. nur 35 Mio Dollar anstatt der 100 Mio, die sich News-Corp-Patriarch Rupert Murdoch zuletzt vorgestellt hatte.

Käufer Specific Media zahlt die Rechnung demnach teilweise in Cash, teilweise in eigenen Aktien. News Corp. bleibt zudem mit 5% ein homöopathischer Anteil an MySpace, das für Murdoch einst als "bestes Geschäft seines Lebens" galt.

2005 hatte News Corp. 580 Mio Dollar für MySpace hingeblättert und dann weiteres Geld in dessen Ausbau gebuttert. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren beugte sich MySpace der Übermacht Facebooks, zudem schienen Konzept und Technik der Plattform nicht mehr State-of-the-Art.

Um das sinkende Schiff wieder auf Vordermann zu bringen, holen die neuen Eigner Musiker Justin Timberlake ins Boot. Er bekommt ebenfalls einen Anteil an MySpace, soll aber vor allem als Kreativkopf für den Neustart liefern. "Wir brauchen eine Ort, wo Fans mit ihren Lieblingskünstlern zusammenkommen können, Musik hören und Videos schauen, cooles Zeug teilen und entdecken und einfach connecten können. MySpace hat das Potenzial dieser Ort zu sein", lässt sich Timberlake in US-Medien zitieren.

MySpace-Chef Mike Jones soll das Unternehmen verlassen, bis Ende August muss er die Firma besenrein haben. Mit ihm gehen 200 weitere Mitarbeiter, rund die Hälfte der globalen Belegschaft, die nach diversen Kündigungswellen noch übrig ist. Dem Kahlschlag fielen Anfang des Jahres auch die deutschen Niederlassungen zum Opfer (kress.de vom 11. Januar 2011).

Für den Sommer soll der Neustart von MySpace geplant sein. Specific-Media-Chef Tim Vanderhook sieht viele Synergien zwischen unseren Unternehmen, weil wir beide daran arbeiten, den digitalen Medienkonsum voranzubringen. "Wir freuen uns mit einem Talent wie Justin Timberlake zusammenzuarbeiten, der die Strategie bestimmen wird, mit seinen kreativen Ideen und seinen Visionen, in welche Richtung sich MySpace wandeln muss."

Der Online-Werber Specific Media wurde bereits Ende der 90er-Jahre von den Brüdern Tim, Chris und Russell Vanderhook gegründet. Das Unternehmen verkauft Online-Werbeplätze, zudem solche auf mobilen Plattformen und in Online-Videos. In Deutschland ist Specific Media mit Büros in München und Düsseldorf vertreten. Hierzulande kommt das Netzwerk nach eigenen Angaben auf eine Reichweite von 36,3 Mio Nutzer, weltweit sollen es 280 Mio sein.

Neben Specific Media sollen auch der Finanzinvestor Golden Gate Capital und Bobby Kotick am Kauf von MySpace interessiert gewesen sein. Kotick, umstrittener Chef der Spielefirma Activision, wollte demnach mit einer Investorengruppe rund 20% übernehmen - und darüber offenbar Games vermarkten (kress.de vom 10. Juni 2011).

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