Auch Springer soll bereit sein: Yahoo hat schon ein Konzept für die Internet-"Sportschau"

30.06.2011
 

Web-Anbieter und Verlage wollen der ARD-"Sportschau" die Rechte für die Bundesliga abjagen. "Wir kennen noch nicht die Details der Ausschreibung, wenn sich aber bestätigt, was bisher zu hören ist, wären wir an den Online-Rechten höchst interessiert", sagte Heiko Genzlinger, Vize-Deutschlandchef von Yahoo, dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Das Unternehmen arbeite bereits an einem Sendekonzept.

Web-Anbieter und Verlage wollen der ARD-"Sportschau" die Rechte für die Bundesliga abjagen. "Wir kennen noch nicht die Details der Ausschreibung, wenn sich aber bestätigt, was bisher zu hören ist, wären wir an den Online-Rechten höchst interessiert", sagte Heiko Genzlinger, Vize-Deutschlandchef von Yahoo, dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe).

Auch Axel Springer soll in den Startlöchern stehen: "Sollten Online-Rechte der Fußball-Bundesliga auf den Markt kommen, werden wir uns das anschauen und prüfen", zitiert das "Handelsblatt" Unternehmenskreise. Springer hat auf www.bild.de bereits die türkische Liga live und im Pay per View angeboten; mit der Übertragung des Klassikers Barca gegen Real Madrid erreichte das News- und Unterhaltungsportal über 800.000 Nutzer. Manfred Hart, Chefredakteur von "bild.de", bezeichnete die Vorstellung, die Internet-Rechte an der Bundesliga zu besitzen, jüngst in einem Interview als "schönen Traum". 

Yahoo arbeite bereits an einem Sendekonzept, heißt es im "Handelsblatt". Genzlinger schwebe eine Mischung aus Sport, Unterhaltung und Lifestyle vor, die über die gesamte Saison hinweg für möglichst hohe Klickraten sorgen soll. "Sollten wir den Zuschlag erhalten, wollen wir uns nicht mit einer Sendung jeden Samstag zufrieden geben, sondern an jedem Wochentag Inhalte liefern können", so Yahoo-Manager Genzlinger. Neben klassischen Spieltagszusammenfassungen kann er sich Berichte über die kuriosesten Szenen oder fragwürdigsten Schiri-Entscheidungen vorstellen.

Ein ähnliches Konzept würde Yahoo bereits in Großbritannien mit Zusammenfassungen der Premier League verfolgen. Der Internet-Konzern zielt damit auf die jüngere Zielgruppe. "Etwas junges Blut" würde der Bundesliga "sehr gut tun", gibt Genzlinger der "Sportschau" eine mit. 

Hintergrund: Die DFL darf ein Verwertungsszenario ausschreiben, das samstags eine frühe Highlight-Berichterstattung im Internet und auf mobilen Endgeräten vorsieht (kress.de vom 20. Juni 2011). Das Bundeskartellamt gab dafür grünes Licht. Damit könnte die Luft für die "Sportschau" ab der Spielzeit 2013/2014 dünn werden, denn in dem Szenario gibt es eine Free-TV-Berichterstattung erst ab 21.45 Uhr. 

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