"Worte sind wertvoll": Redakteure demonstrieren gegen Gehaltskürzungen

18.07.2011
 

Mit einer Kunstaktion haben vergangene Woche rund hundert Journalisten aus Bayern und Baden-Württemberg in der Augsburger Innenstadt für die Wertschätzung ihres Berufes demonstriert. Hintergrund der Aktion war der Tarifstreit in der Zeitungsbranche. Unter dem Motto "Worte sind wertvoll" projizierten die Journalisten eine bunte Videoinstallation und Thesen zur Bedeutung des Berufstandes an Hausmauern der Augsburger Maximilianstraße.

Mit einer Kunstaktion haben vergangene Woche rund hundert Journalisten aus Bayern und Baden-Württemberg in der Augsburger Innenstadt für die Wertschätzung ihres Berufes demonstriert. Hintergrund der Aktion war der Tarifstreit in der Zeitungsbranche. Unter dem Motto "Worte sind wertvoll" projizierten die Journalisten eine bunte Videoinstallation und Thesen zur Bedeutung des Berufstandes an Hausmauern der Augsburger Maximilianstraße.

"Das Ziel unserer Aktion ist es, in der Gesellschaft grundsätzlich für ein Bewusstsein der Notwendigkeit von Qualitätsjournalismus zu werben", sagte einer der Sprecher der "Worte sind wertvoll"-Initiative, Josef Karg. "Uns geht es dabei nicht nur um die gegenwärtige Tarifauseinandersetzung, sondern auch um die Folgen der ausufernden Gratiskultur für Journalismus im Internet", betonte der Zeitungsredakteur.

Bei den aktuellen Tarifverhandlungen mit den Zeitungsverlegern wehren sich die Journalisten gegen eine geplante deutliche Absenkung des Gehaltsniveaus für Jungredakteure. Die von Journalisten aus der ganzen Bundesrepublik unterstützten Initiatoren der Protestaktion formulierten dabei eine Reihe so genannter "Augsburger Thesen". Darin heißt es unter anderem, dass eine Demokratie ohne aufmerksame und kritische Medien nicht funktioniere. Die Zukunft der Medien hänge "von der Qualität des journalistischen Nachwuchses ab". Für unabhängigen und verantwortungsbewussten Journalismus sei eine faire Bezahlung unabdingbar.

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, zeigten die Initiatoren der Aktion in einer etwa 20-minütigen Videocollage Slogans, die sich mit dem Thema Qualitätsjournalismus beschäftigen. "Damit nachher niemand sagen kann, er hätte von nichts gewusst", mahnten sie so die mehr als 300 Zuschauer in leuchtenden Buchstaben - und fragten: "Wer bezahlt für die Wahrheit?".

Auf einer überdimensionalen Zeitung aus Stoff schrieben die Teilnehmer auf, warum Worte für sie wertvoll sind und welche Bedeutung sie qualitativem Journalismus jetzt und in Zukunft beimessen. Unter dem Motto "Buchstabensuppe?" verteilten die Journalisten zudem essbare Buchstaben und eine eigene Zeitung zur Aktion.

Die Kampagne "Worte sind wertvoll", die rund 50 Journalisten in den vergangenen Wochen in ihrer Freizeit ins Leben gerufen haben, soll auch in Zukunft für Qualitätsjournalismus werben. Und die Initiatoren bitten um weitere Unterstützung: "Wir freuen uns über jedes Foto, jeden Tipp und jede Idee - und über jeden, der mithelfen will, die Botschaft vom Wert der Worte weiterzutragen."

Ihre Kommentare
Kopf

Martin Rack

18.07.2011
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Die "Wahrheit" ist ein wahrlich schlechtes Argument für Qualitätsjournalismus.


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