"Attraktiv" und "expansiv": VPRT kritisiert "kommerzielle Ausrichtung" von ZDF neo

 

Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, wirft dem ZDF vor, mit den Digitalkanälen ZDF neo und ZDF kultur Senderschemata privater Anbieter nachzuahmen und so eine nicht "wegzuleugnenden Wettbewerbsverzerrung" herbeizuführen. 

Der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, wirft dem ZDF vor, mit den Digitalkanälen ZDF neo und ZDF kultur Senderschemata privater Anbieter nachzuahmen und so eine nicht "wegzuleugnenden Wettbewerbsverzerrung" herbeizuführen.

In einem Brief an den ZDF-Fernsehratsvorsitzenden Ruprecht Polenz, der dem "Focus" (Ausgabe vom 1. August) vorliegt, kritisiert Doetz, dass der öffentlich-rechtliche Sender mit "attraktiven Angeboten" wie US-Serien direkt auf die Zuschauer von "privaten Pay- und/oder Free-TV-Angeboten" ziele. In dem Schreiben wirft Doetz dem ZDF eine "kommerzielle Ausrichtung" und zunehmende "Expansionspolitik" vor.

Ein Aufreger für die Privatsender sind die Serien, die ZDF neo sendet, darunter "Mad Men", "30 Rock", "Six Feet Under" und "Dawson's Creek". Aber auch an den Online-Angeboten übt Doetz laut "Focus" Kritik. So bindet Wochenzeitung "Die Zeit" die ZDF-Sendung "heute in 100 Sekunden" in das "Werbeumfeld des kommerziellen Portals" ein. Damit umgehe man die Werbefreiheit öffentlich-rechtlicher Inhalte im Internet. 

Die Kritik an ZDF neo ist alles andere als neu (kress.de vom 25. September 2009). Schon vor dem Start des Digitalkanals vor rund zwei Jahren echauffierten sich die Privatsender über den "frontalen Angriff auf das Privatfernsehen" (RTL-Medienpolitik-Chef Tobias Schmid). Annette Kümmel, Medienpolitik-Chefin bei ProSiebenSat.1 stieß in das gleiche Horn: "Das ist ein öffentlich-rechtliches Privatprogramm. Da könnte man genauso gut Sat.1 oder kabel eins drüberschreiben."

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