Kein Gutschein für schwarze Zahlen: Groupons hoher Preis für Wachstum

 

Wie sinnvoll ist es, als Online-Unternehmen Kosten für Online-Marketing zu ignorieren? Eben diese Frage stellte sich wohl auch die US-Börsenaufsicht SEC und bat Groupon um neue Zahlen, die dem geläufigen GAAP-Standard genügen. Im neuen Antrag berücksichtigt die Gutschein-Plattform nun die Kosten für die Gewinnung neuer Abonnenten - mit hässlichen Folgen für die Zahlen. Denn Groupon hat sich sein enormes Wachstum teuer erkauft.

Wie sinnvoll ist es, als Online-Unternehmen Kosten für Online-Marketing zu ignorieren? Eben diese Frage stellte sich wohl auch die US-Börsenaufsicht SEC und bat Groupon um neue Zahlen, die dem geläufigen GAAP-Standard genügen. Im neuen Antrag berücksichtigt die Gutschein-Plattform nun die Kosten für die Gewinnung neuer Abonnenten - mit hässlichen Folgen für die Zahlen ("CNN", "All Things D"). Denn Groupon hat sich sein enormes Wachstum teuer erkauft.

Bisher setzte Groupon auf die Berechnung nach ACSOI (Adjusted Consolidated Segment Operating Income), mittels derer die Zahlen wie durch eine rosarote Brille wirkten. Verschwunden war der Verlust, von 420 Mio US-Dollar für 2010 und das Minus von 117,1 Mio Dollar im ersten Quartal. Statt dessen wies Groupon in seinem ursprünglichen Antrag nach der ACSOI-Praxis ein operatives Ergebnis von 60,6 Mio Dollar für 2010 und 81,6 Mio Dollar für das erste Quartal aus - Plus wohlgemerkt. In seinem neuen Antrag nach GAAP legt Groupon auch Zahlen für das zweite Quartal offen: Der Umsatz wuchs um 36% auf 878 Mio Dollar, doch gleichzeitig stieg auch der Verlust von 35,9 Mio Dollar im zweiten Quartal 2010 auf 102,7 Mio Dollar.

"Investitionen in die Akquise neuer Abonnenten"

Im überarbeiteten Antrag verteidigt Groupon-Chef Andrew Mason seine Vorliebe für ACSOI: "Wir haben diese Kosten nicht berücksichtigt, da sie Investitionen in die Akquise neuer Abonnenten darstellen, die dann enden dürften, wenn wir die Vergrößerung unserer Abonnentenbasis abgeschlossen haben." Und tatsächlich wächst die Zahl derer, die Groupon täglich mit neuen Gutscheinvorschlägen versorgt, rapide. Von 10,4 Mio Empfängern im Vorjahr stieg sie auf 115,7 Mio.

Statt 37 Mitarbeiter muss Groupon jetzt rund 10.000 bezahlen

Ein Vergleich mit den Zahlen von 2009 verdeutlicht auch, wie schnell Groupon seit seiner Gründung Ende 2008 gewachsen ist. Von 3,3 Mio Dollar im zweiten Quartal 2009 stieg der Umsatz auf 878 Mio im zweiten Quartal 2011. Musste man damals nur 37 Mitarbeiter bezahlen, sind dies nun 9.625. Die Zahl der verkauften Gutscheine legte von 116.231 auf 32,5 Mio zu. 

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