Agof-Zahlen für den Mai 2011: Strategie-Schwenk lässt Unisters "news.de" abstürzen

25.08.2011
 

In hohem Bogen flog die Unister-Nachrichtenwebsite "news.de" im Mai aus den oberen Rängen der Agof internet facts. Die Seite büßte etwa drei Viertel der Reichweite ein und landete unsanft bei noch gut anderthalb Mio Unique Users (UU). Nicht nur, dass der Betreiber offenbar die Ausgaben für Suchmaschinen-Tricksereien gekappt hatte. Auch Quer-Verknüpfungen zu anderen Seiten aus dem Unister-Reich habe man aufgelöst, verriet ein Sprecher bereits anlässlich der IVW-Zahlen für den Wonnemonat.

In hohem Bogen flog die Unister-Nachrichtenwebsite "news.de" im Mai aus den oberen Rängen der Agof internet facts. Die Seite büßte etwa drei Viertel der Reichweite ein und landete unsanft bei noch gut anderthalb Mio Unique Users (UU). Nicht nur, dass der Betreiber offenbar die Ausgaben für Suchmaschinen-Tricksereien gekappt hatte. Auch Quer-Verknüpfungen zu anderen Seiten aus dem Unister-Reich habe man aufgelöst, verriet ein Sprecher bereits anlässlich der IVW-Zahlen für den Wonnemonat (kress.de vom 9. Juni 2011).

Andere Nachrichtenangebote blühten im Mai dagegen auf, allen voran "welt.de" und "stern.de", die beide um knapp 1 Mio UU zulegen konnten. "Spiegel Online" übersprang mit einem Plus von 800.000 UU (8,4%) die 10-Mio-UU-Hürde, "Focus Online" gewann 8% hinzu und kam auf gut 8 Mio UU. Das Top-Nachrichtenangebot bleibt "bild.de", das etwa eine halbe Mio UU mehr erreicht als im Vormonat und bei 12,88 Mio UU stoppte.

Im Vergleich zum Vormonat hatten es die Nachrichtenmedien im Mai relativ einfach, da in diesem Jahr zum einen die Osterfeiertage in den April fielen und zum anderen der Sommer überraschend zuschlug - letzteres belastet die Online-Szene in den vergangenen Monaten bekanntlich nicht.

Im Hoch fanden sich im Mai zudem Wetter-Sites. Die Reichweite von "wetter.com" (ProSiebenSat.1) kletterte gar um rund 20% auf 11,2 Mio UU. Die Seite erreichte in absoluten Zahlen gemessen den größten Zuwachs überhaupt. Einen Lauf hat zudem "rtl.de", das sich auch gegenüber dem starken Monat April nochmals um 6,6% (auf 11,14 Mio UU) steigern konnte - während die Konkurrenz aus München mit ihren Websites im Minus lag. Sat.1 etwa verlor gut 20% der Reichweite und sank auf 2,66 Mio UU. Ein ähnliches Bild gaben die anhängenden Video-Sites ab: RTLs Clipfish konnte zulegen, das (deutlich größere) ProSieben-Pendant MyVideo gab Reichweite ab.

Mit Ende der Bundesliga-Saison lag traditionell Axel Springers Spielerwechsel-Seite "transfermarkt.de" im Plus (+30% auf 2,4 Mio UU). Die andere Seite der Medaille: Fußballseiten landeten im Mai im Abseits: "bundesliga.de" verlor etwa 28% und kam noch auf 1,82 Mio UU. Das Fußballradio 90elf verlor rund die Hälfte an Reichweite und brachte noch 120.000 UU auf die Ränge. Im Minus auch: "sportal.de" und "kicker.de". Die Sportseite "spox.com" konnte gegen den Trend zulegen - um annähernd ein Drittel.

Wie es sich in den korrespondierenden IVW-Zahlen andeutete, haben auch die deutschen Social Networks weiter an Fahrt verloren. Die VZ-Netzwerke landeten mit einer halben Mio UU weniger auf einem neuen Rekordtief. Laut Agof erreichten sie im Mai noch 9,31 Mio UU. Einbußen verzeichneten auch die Alte-Schulkameraden-Seite "stayfriends.de" (-460.000 UU auf 5,23 Mio UU) und das RTL-Angebot "wer-kennt-wen", dessen Reichweite um 2% auf 6,36 Mio UU zurückgeht. MySpace verlor rund 5% und hatte laut Agof noch 3,78 Mio UU in Deutschland.

Unangefochten an der Spitze lag auch im Mai der Telekom-Website-Strauss T-Online, der die Reichweite noch um knapp 800.000 UU auf 25,87 Mio UU ausbauen konnte. Dahinter rangiert eBay (+0,83 Mio UU) mit exakt 2 Mio UU weniger. United Internets "web.de" (17,19 Mio UU), "gutefrage.net" von Holtzbrinck (15,57 Mio UU) und Yahoo Deutschland (14,13 Mio UU) machten die Top-5 komplett.

Unter den Vermarktern gewann im Duell um Platz drei SevenOne Media die Oberhand - trotz Schwäche der eigene TV- und Video-Websites und Dank des Aufwinds für "wetter.com". Konkurrent IP Deutschland rutschte auf Platz vier. Oben sonnte sich wie gehabt Telekom-Vermarkter Interactive Media, auch wenn Verfolger Tomorrow Focus Media (mit einem starken HolidayCheck im Rücken) den Abstand leicht verkürzen konnte.

Zur Erinnerung: Anfang des Jahres hatte die Agof von der quartalsweisen auf eine monatliche Ausweisung umgestellt. Seitdem trudeln die Zahlen für die vergangenen Monate ein, um bald wie bei der IVW die Auswertungen parallel zu den jeweiligen Kalendermonaten abzuliefern.

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