Sales-Chef Frank Schneider: "Wir wollen die dmexco in der 'Tagesschau' sehen"

08.09.2011
 

Der Countdown für die dmexco läuft: In anderthalb Wochen versammelt sich die digitale Wirtschaft aus Deutschland - teils auch aus Übersee - in Köln. Erstmals geben sich bei 'Ubercloud' bereits am Vortag Kreative und Digitale ein Stelldichein. Im dritten Jahr zählt dmexco-Sales-Boss Frank Schneider rund 440 Aussteller, etwa 300 Referenten - und öffnet daher erstmals eine zweite Halle, damit sich die avisierten 17.000 Besucher nicht gegenseitig auf den Füßen stehen. Im kress-Gespräch erzählt er, wo er mit seinem Event hin will -

Der Countdown für die dmexco läuft: In anderthalb Wochen versammelt sich die digitale Wirtschaft aus Deutschland - teils auch aus Übersee - in Köln. Erstmals geben sich bei 'Ubercloud' bereits am Vortag Kreative und Digitale ein Stelldichein. Im dritten Jahr zählt dmexco-Sales-Boss Frank Schneider rund 440 Aussteller, etwa 300 Referenten - und öffnet daher erstmals eine zweite Halle, damit sich die avisierten 17.000 Besucher nicht gegenseitig auf den Füßen stehen.

Im kress-Gespräch erzählt Schneider, wie er die IT-Messe CeBit sieht und wo er in den kommenden Jahren mit seinem Event hin will - nämlich in die "Tagesschau". Live und in Farbe steigt die dmexco vorerst am 21. und 22. September in der Messe Köln. Seit dem Donnerstag gibt's die passende App.


kress
: Bei über 400 Ausstellern und 300 Rednern wird es schwer, den Überblick zu behalten. Welchen Punkt sollen wir als erstes ansteuern?

Frank Schneider: Mittlerweile füllen wir zwei große Hallen. Wir sind ausgebucht und haben trotzdem immer noch Anfragen. Das ist natürlich komfortabel, schmerzt mich als Sales-Manager aber auch ein wenig. Ich persönlich muss am Mittwochmorgen zur Eröffnungspressekonferenz. Als Besucher würde ich mir unbedingt den Vortrag von Bertelsmann-CEO Hartmut Ostrowski ansehen, der über die Bedeutung des digitalen Geschäfts in seinem Konzern spricht.

kress
: Welche Rolle spielen klassische Medienanbieter auf Ihrer Messe?

Schneider: Unter den Ausstellern finden Sie sehr viele Tochterunternehmen klassischer Medienanbieter: Darunter z.B. RTL, ProSiebenSat.1, der Spiegel Verlag, Gruner + Jahr, Axel Springer, neu dabei ist auch der ORF. Neben Crossmedia stellen sie auch ihre klassischen Medien vor und schauen über den Tellerrand. Entscheider treffen auch in der Klassik ihre Wahl nicht mehr, ohne parallel an die digitalen Angebote zu denken.

kress: Sie sprechen von einem Wachstum von 50%. Gibt es eine Branche, die sich da besonders hervortut?

Schneider: Wir sprechen über 50% Flächenwachstum, insgesamt haben wir 85 Unternehmen mehr als 2010. Die Schwerpunkte liegen nach wie vor bei der Displaywerbung, den Vermarktern und den vielen weiteren Dienstleistern in diesem Bereich. Wir haben auch sehr viele kleine Player, die sich mit ihrer Marke etablieren wollen. Und vor allem mittelgroße Unternehmen verschieben aufgrund ihrer positiven Erfahrungen ihre Marketingbudgets zur Messe hin und vergrößern ihren Ausstellungsbereich, um vor Ort noch mehr Kunden zu empfangen und Geschäft zu machen.

kress: Wie viel Geschäft läuft denn Ihrer Schätzung nach auf der Messe?

Schneider: Das ist schwer zu sagen. Bei einem Marktvolumen von 6 Mrd Euro in Deutschland, schätze ich, dass etwa zwei Drittel davon auf der dmexco vorbereitet oder abgeschlossen werden. Wir haben rund 95% aller Unternehmen, die für die Umsätze im Markt stehen. Und im September bricht hierzulande die Planungsphase an. On Top kommen noch die US Amerikaner, die sich verstärkt auf der dmexco engagieren.

kress
: Sie sehen die dmexco in Europa etabliert. Wie sieht es weltweit aus?

Schneider: Mittelfristig wollen wir einen Anteil von 30 bis 40% an internationalen Ausstellern und Besuchern erreichen. In diesem Jahr haben wir schon fast 20% - das sind rund 80 Unternehmen auf Ausstellerseite. Und Player wie Microsoft, eBay, Facebook, Apple, Google, Amazon haben wir nicht mitgezählt, weil sie sich über ihre deutschen Offices anmelden. Aber die Entscheidungen fallen in den USA und  das jeweilige Management reist nach Köln an. Wir werten das als Zustimmung. Die dmexco ist auch der Hub, den jetzt junge amerikanische Unternehmen wie z.B. Rubicon, Admeld und Appnexus nutzen, um den Markteintritt in Europa zu schaffen - ähnlich wie es bereits IT Unternehmen auf der CeBit einmal getan haben.

kress: Wie bewerten Sie die Relevanz der CeBit heute?

Schneider: Nach meinem Empfinden ist sie zwischenzeitlich etwas zu groß und breit geworden. Aber zu ihren Hochzeiten hatte sie eine hypeartige Sogwirkung auf Unternehmen aus Übersee, den wir uns auch für die dmexco wünschen, in Teilen schon für die wichtigsten Unternehmen unserer Branche haben. Das Ziel muss lauten, wir wollen mit der dmexco in die "Tagesschau".

kress: Wie viel Zeit geben Sie sich dafür?

Schneider: Wir dürfen da nicht vermessen sein. In fünf Jahren wollen wir die angesprochenen 30% - 40% internationale Aussteller und Besucher erreichen. Um aber im Ausland diese Akzeptanz zu erhalten, bedarf es schon ein paar Jahre.

kress: Lässt denn die finanzielle Entwicklung der dmexco eine solche Planung realistisch erscheinen?

Schneider: Zur Finanzierung der dmexco kann ich mich nicht äußern, unsere interne Policy gibt das vor. Ich kann aber sagen, dass wir viel Freude an der Veranstaltung haben. Die Kölnmesse ist daher in einem hohen Maße bereit, die dmexco zu einem international noch größeren Erfolg zu führen.

kress: In diesem Jahr haben Sie mit Ubercloud erstmals einen Kreativgipfel vorgeschaltet. In welche Richtung könnte sich die dmexco in den kommenden Jahren inhaltlich ausweiten?

Schneider: Wir dürfen die Messe natürlich nicht ohne Not aufblähen. E-Commerce und Mobile sind aber zwei höchst interessante Themen, die wir im Auge haben. Sie liegen sehr nahe am Fokus der bisherigen Aussteller. Mit Payment, SEO und Usability geht E-Commerce weitere Schritte in der Wertschöpfungskette des digitalen Marketings. Im Übrigen haben wir Ubercloud bereits im vergangenen Jahr mit einem Kreativteil in der Conference vorbereitet. Für klassische Agenturen geht es darum, wie sie Kreation im digitalen Geschäft denken müssen - das ist keineswegs eine triviale Übersetzung.

kress: Haben Sie denn schon die Planungen für die dmexco im kommenden Jahr auf dem Tisch?

Schneider: Die Messe kostet uns jedes Jahr 15 Monate. Wir stecken also bereits in den Planungen für 2012. Im November gibt es die Manöverkritik fürs laufende Jahr, im Dezember starten wir erneut mit dem Verkauf. Aber wir holen auch Luft: Direkt nach dem Event werden für vier Wochen erst mal keine Anrufe entgegengenommen.

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