"Hollyhome" im kress-Check: Frisch aus Burdas Bastelwerkstatt

 

Nichts motiviert stärker als der Praxistest: Und so entwickelten 31 Finalisten der Burda-Journalistenschüler (Abschlussjahrgang 2011) das 116-Seiten-Magazin "Hollyhome" (EVT: 14. September). Im Mini-Editorial wird dafür das aufgekratzte Pippi-Langstrumpf-Motto "Wir machen uns die Welt, wie sie gefällt" ausgegeben. Dass der Test-Schuss, der in einer Sonderausgabe für 3,30 Euro erscheint, gedruckt wurde, spricht für das Vertrauen des Verlags Burda Living.net in seinen Nachwuchs.

Nichts motiviert stärker als der Praxistest: Und so entwickelten 31 Finalisten der Burda-Journalistenschüler (Abschlussjahrgang 2011) das 116-Seiten-Magazin "Hollyhome" (EVT: 14. September). Im Mini-Editorial wird dafür das aufgekratzte Pippi-Langstrumpf-Motto "Wir machen uns die Welt, wie sie gefällt" ausgegeben. Dass der Test-Schuss, der in einer Sonderausgabe für 3,30 Euro erscheint, gedruckt wurde, spricht für das Vertrauen des Verlags Burda Living.net in seinen Nachwuchs.

Auch wenn "Hollyhome" dank des Pocket-Formats schnell wieder im Uni-Ranzen verschwinden oder platzsparend unters studentische Lotterbett geschoben werden kann, nimmt es den jugendlichen Leser beim Blättern zunächst einmal ziemlich in Beschlag. Randvoll mit Produktabbildungen und Innenarchitektur-Fotografie steckt das gute Stück. Für längere Texte, die über erweiterte Vorpann- oder BU-Länge hinausgehen, bleibt nur selten Platz.

Auch wenn viele Einzelseiten daher gestalterisch wie inhaltlich im Gedächtnis bleiben (Creative Director Print: Christin Grünfeld, Chefredakteurin: Stephanie Neumann), gleicht die "Hollyhome"-Lektüre doch insgesamt dem Spaziergang über einen rammelvollen Flohmarkt oder Vorweihnachtsbazar. Überall glitzert, flimmert und wimmelt es. Doch irgendwann ist's zuviel. Und man möchte nur mehr entspannt die Beine hochlegen. Das "Hollyhome"-Team würde dafür übrigens einen Eames-Hocker oder die aus Schaumstoffresten recyclete Polsterband für schlappe 1200 Euro empfehlen.

Der Widerspruch zwischen kumpelhafter Unkonventionalität im "Neon"-Stil - empfohlen wird beispielsweise das Selberbasteln einer Lichtkugel-Lampe aus Plastikbechern - und dem doch etwas abgehobenen "Elle Decoration"-artigen Plädoyer für George Nelsons Coconut Chair (rund 3500 Euro), wird nicht aufgelöst. Und an sich sehr lesenswerte Stücke wie eine Reportage über heimliche Affäre unter Muslimen (Autorin: Johanna Zimmermann) wirken wie eine versehentlich platzierte Stolperfalle. Weil "Hollyhome" partout ein flippiges Einrichtungsheft werden wollte, erhielt der für sich genommen starke Text nun als bildlichen Einstieg ein Hotelbett, wo sich die gefährlichen Liebschaften nun offenbar mal eben abspielen.

Angesichts der Schwierigkeiten, mit dem recht vielseitigen Mix-Konzept eine passgenaue Zielgruppe zu finden, ist die Auflagenhöhe des Neustars mit 50.000 Exemplaren ambitioniert. Burda Living.net unterstützt das "Hollyhome"-Debüt durch gezielte PoS-Maßnahmen. Auch motorisierte Werbeplakate sollen zum Einsatz kommen. Und im Internet gibt's eine zeitnah aktualsierbare Verlängerung: Dort stellt das Design-Blog www.flatmaids.de weitere ungewöhnliche Wohneinrichtungen vor.

Ihre Kommentare
Kopf

eili

28.09.2011
!

gähn ... ein bunt zusammengewürfelter mix aus allem schon dagewesenen: trendy DIY, den immer gleichen klassiker-zitaten á la eames / nelson plus 70s vintage bla-bla in einer aufmachung, die sich diesmal offensichtlich vornehmlich ( im gegensatz zu marktführern wie schöner wohnen, elle deco, AD .. ) ans junge, anspruchsvolle studenten -wg- publikum richtet .. so what ?!


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