Bundesverband Presse-Grosso: Grossisten wollen ihre Leistungen überprüfen lassen

 

Mit einem forcierten "Qualitäts- und Leistungsmanagement" will der Bundesverband Presse-Grosso Forderungen aus dem Verlagslager nach strammeren Leistungen der Grossisten begegnen. Es sei ein Instrument, um den zwischen Grosso-Unternehmen fehlenden Wettbewerb - sie haben zumeist ein Gebietsmonopol - "auszugleichen", sagte Robert Herpold, zweiter Vorsitzender des Verbands, bei der Jahrestagung der Grossisten in Baden-Baden.

Mit einem forcierten "Qualitäts- und Leistungsmanagement" will der Bundesverband Presse-Grosso Forderungen aus dem Verlagslager nach strammeren Leistungen der Grossisten begegnen. Es sei ein Instrument, um den zwischen Grosso-Unternehmen fehlenden Wettbewerb - sie haben zumeist ein Gebietsmonopol - "auszugleichen", sagte Robert Herpold, zweiter Vorsitzender des Verbands, bei der Jahrestagung der Grossisten in Baden-Baden.

Das Projekt ist bereits seit 2009 in Arbeit. Dem Verband geht es nach eigenem Bekunden darum, ein "allgemein anerkanntes und methodisch abgesichertes System für das Qualitäts- und Leistungsmanagement" zu etablieren. Am Ende des Überprüfungsprozesses soll für erfolgreiche Grossisten ein Gütesiegel vergeben werden. Grundlage dafür sind eine Einzelhändler-, eine Verlags- und eine Online-Befragung der Grossisten durch ein externes Institut sowie die Analyse bestimmter Marktkennzahlen.

Die Jahrestagung in Baden-Baden wird überschattet von zwei Gerichtsverfahren, bei denen Grosso und Bauer Media Group aufeinander treffen: Am 18. Oktober wird der Bundesgerichtshof (BGH) darüber entscheiden, ob der Verlag dem Grossisten Alexander Grade den Liefervertrag kündigen durfte (kress.de vom 24. Mai 2011). Frühstens Ende des Jahres wird zudem das Landgericht Köln in erster Instanz über eine Kartellklage des Verlags gegen den Bundesverband Presse-Grosso befinden, die sich gegen dessen zentrales Verhandlungsmandat bei Konditionen und Handelsspannen richtet (kress.de vom 18. Februar 2011). Die Vertreter des Grosso-Verbandes äußerten sich bei einer Pressekonferenz in Baden-Baden nur zurückhaltend zu den Streitfällen: Der erste Vorsitzende Frank Nolte mochte die Frage nach eventuellen Bemühungen um eine außergerichtliche Einigung mit Bauer "nicht kommentieren".

Im Hinblick auf Absatz- und Umsatzentwicklung im Presse-Grosso sprach Nolte von einer "stabil rückläufigen Entwicklung": So ist der Absatz von Presseartikeln im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 5,4% gesunken. Der Umsatz sank - wegen gestiegener Copypreise - in diesem Zeitraum nur um 3,2%.

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