Ministerin über Facebooks Neuerungen: Aigner schmollt und mahnt

 

Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (und Facebook) warnte im Interview mit Deutschlandradio Kultur erneut vor den Gefahren, denen sich Verbraucher bei der Nutzung des sozialen Netzwerks aussetzen. Diesmal sind die neuen Funktionen wie die protokollierenden Apps und die Timeline der Anlass.

Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (und Facebook) warnte im Interview mit Deutschlandradio Kultur erneut vor den Gefahren, denen sich Verbraucher bei der Nutzung des sozialen Netzwerks aussetzen. Diesmal sind die neuen Funktionen wie die protokollierenden Apps und die Timeline der Anlass.

Denn die neuen Anwendungen, die Facebook auf der Entwicklerkonferenz f8 vorstellte, erfassen und veröffentlichen jedes Lied, das man hört, jeden Text, den man liest, und jede Serie, die man schaut. Dies tun sie wohlgemerkt erst nachdem der Nutzer dem zugestimmt hat. Die Timeline (zu Deutsch "Chronik"), neben den Apps die zweite große Neuerung, ist ein Tagebuch des gesamten Lebens des Nutzers. Auch hier kann der Nutzer Hand anlegen, jeden einzelnen Punkt löschen und einstellen, wer was sieht. Aigner: "Ich bin mir nicht sicher, ob hier die Einstellungen so sind, dass jeder den Überblick behält, (...), was wo wer jetzt im Moment einsehen kann und ob er das auch dementsprechend zurücknehmen kann."

Aigner, die sich wenige Tage vor Vorstellung von Timeline & Co in den USA mit Facebook-Vertretern traf, ist wenig begeistert, zumal ihr in den Gesprächen nichts von den neuen Funktionen erzählt wurde. Dies sagte sie im Interview mit Deutschlandradio Kultur. "Über dieses wichtige Projekt wurde mir nichts gesagt - was nicht in Ordnung ist." Die jüngsten Vorstöße Facebooks dürfen nicht das Ende der Privatheit sein. "Datensparsamkeit" sei das Beste.

Den Datenschutz möchte Aigner auf europäischer Ebene regeln. Durch den größeren Markt erhofft sich die Ministerin mehr Schlagkraft. Da passt es, dass die EU-Datenschutzrichtlinien in den kommenden Monat überarbeitet werden soll. Die bisher schon erhobenen Daten wolle Aigner auch an die US-Aufsicht Federal Trade Commission weiterleiten. Diese solle dann gegebenenfalls ein Verfahren einleiten.

Aigner und Facebook verbindet eine Hassliebe. Erst kürzlich untersagte die CSU-Ministerin ihren Kollegen die Einbindung des "Gefällt mir"-Buttons (kress.de vom 12. September 2011). Mitte 2010 löschte die Ministerin ihr eigenes Profil, nachdem Gespräche über den Datenschutz im Netzwerk nicht zum gewünschten Ergebnis führten (kress.de vom 4. Juni 2010). 

Ihre Kommentare
Kopf

Ulrich Gartner

26.09.2011
!

Die Tatsache, dass Frau Eigner ihre Meinung zu Facebook ausgerechnet auf Deutschlandradio Kultur zum Besten gibt, zeigt ja hinreichend genau, wieviel sie von der Sache (und insbesondere den Nutzern) versteht.


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