Bio-Chef Weinek will Pop-Portraits neu beleben: "Musik-TV stirbt einen schleichenden Tod"

 

Ein Herz für Künstler und eine Kriegskasse zum Investieren hat Andreas Weinek, Geschäftsfüher des Pay-Senders Bio, der unter anderm über Sky zu empfangen ist: Mit der eigenproduzierten Reihe "Originaltöne" lässt der Musik-TV-Produzent, der vormals auch BMG-Manager war, Künstler wie Annette Louisan oder Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker portraitieren. Eine Fortsetzung der zunächst achtteiligen Reihe ist bereits beschlossen. "Das war erst der Startschuss", sagt Weinek.

Ein Herz für Künstler und eine Kriegskasse zum Investieren hat Andreas Weinek, Geschäftsfüher des Pay-Senders Bio, der unter anderm über Sky zu empfangen ist: Mit der eigenproduzierten Reihe "Originaltöne" lässt der Musik-TV-Produzent, der vormals auch BMG-Manager war, Künstler wie Annette Louisan oder Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker portraitieren. Eine Fortsetzung der zunächst achtteiligen Reihe ist bereits beschlossen. "Das war erst der Startschuss", so Weinek.

"Wir wollen nachhaltig Inhalte produzieren, die eine längere Halbwertszeit haben, weil man sie auch in fünf Jahren noch gerne sehen möchte." Die "Originaltöne"-Reihe, für die Weineks Produktionschef Emanuel Rothstein verantwortlich zeichnet, wirkt fast altmodisch gediegen - und erinnert an öffentlich-rechtliche Formate, im Pay-Umfeld.

Für das Bio-Team ist dies kein Widerspruch. "Die Reihe nimmt sich Zeit, Menschen zu Wort kommen und die Bilder wirken zu lassen", so Weinek. Dass es immer weniger qualitativ ansprechende Pop-Formate gibt, bedauert er sehr und möchte eine Lücke füllen. "Das Musik-TV scheint einen schleichenden, aber sicheren Tod zu sterben", klagt Weinek und zielt damit auch gegen die Pay-Kollegen von MTV. "Tiefergehende Musikerportraits aktueller Künstler gibt es in der deutschen Fernsehlandschaft immer seltener."

Für die neuen Folgen der "Originaltöne"-Reihe, bei der bereits unter Hochdruck eine zweite Staffel vorbereitet wird, investiert Weinek dem Vernehmen nach jeweils einen höheren fünfstelligen Betrag - keine Selbstverständlichkeit im Bezahl-Umfeld. Zu viele bereits angekündigte Projekte und Magazine verliefen schon im Sand. "Wir wollen echten Mehrwert fürs Pay-TV schaffen", erklärt der Bio-Chef, der auch den Münchner History Channel verantwortet. "Der buchhalterische Einsatz kommt um ein Vielfaches zurück", sagt er und spekuliert auf einen hohen Image-Zugewinn.

Bei Emanuel Rothstein, der als Ansprechpartner für Produzenten fungiert, stapeln sich die Vorschläge für neue Eigenformate. Mit den beiden neuen Reihen "Die Modemacher", die ab 14. Oktober in acht Folgen junge Berliner Nachwuchsdesigner begleitet, und der sechsteiligen Reihe "Ich überlebte! Deutsche Schicksale", die am 19. November anläuft, setzt Bio die Selbermacher-Offensive fort.

Bei der Vermarktung der "Originaltöne" geht Bio übrigens neue Weg - dank einer Kooperation mit dem Musikfernsehsender QTom. Das über internetfähige Fernseher oder Set-Top-Boxen sowie unter www.qtom.tv empfangbare Programm bietet zur Reihe einen maßgeschneiderten Pop-Channel, in den die "Originaltöne"-Material integriert wird - kombiniert mit Werbung.

 

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