Nutzer mögen es bequem: Weniger Kopierschutz führt zu weniger Raubkopien

 

Das Weglassen eines Kopierschutzes (DRM) führt zu weniger Raubkopien. Dies fanden Forscher der Rice University und Duke University am Beispiel digitaler Musik heraus. Einschränkungen, die Kopierschutztechniken mit sich bringen, machen das Kopieren von Inhalten in der Tat schwieriger und kostspieliger, doch sie erschweren auch das Leben von Nutzern, die nichts Unrechtmäßiges im Sinn haben.

Das Weglassen eines Kopierschutzes (DRM) führt zu weniger Raubkopien. Dies fanden Forscher der Rice University und Duke University am Beispiel digitaler Musik heraus. Einschränkungen, die Kopierschutztechniken mit sich bringen, machen das Kopieren von Inhalten in der Tat schwieriger und kostspieliger, doch sie erschweren auch das Leben von Nutzern, die nichts Unrechtmäßiges im Sinn haben.

Da nur käuflich erworbene Inhalte mit Kopierschutz kommen, spüren auch nur gesetzestreue Käufer die Beschränkungen, die so ein Schutz mit sich bringt. Nutzer, die sich die Inhalte illegal besorgen, kommen mit dem Kopierschutz nicht in Berührung, denn das raubkopierte Produkt hat diesen längst nicht mehr.

Manche Nutzer macht der Kopierschutz erst zu Raubkopierern: "In vielen Fällen hat der Kopierschutz rechtmäßige Nutzer davon abgehalten, ganz normale Dinge wie Sicherungskopien zu erstellen", erklärt Dinah Vernik, eine der Verfasserinnen der Studie. Wegen dieser Unannehmlichkeiten hätten sich einige Konsumenten dazu entschlossen, Raubkopien zu nutzen.

Wenn ein Unternehmen ungeschützte Musik zum Download anbietet, gehen die Raubkopien zurück. "Produkte ohne Kopierschutz sind bequemer handzuhaben, was sie auch zu größeren Konkurrenten von traditionellen Medien wie CDs macht, die ebenfalls keinen Kopierschutz haben", sagt Vernik. Der stärkere Wettbewerb führe zu sinkenden Preisen und mache es abermals attraktiver, Inhalte legal zu erwerben statt sie zu stehlen.

Am Besten habe es der kürzlich verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs zusammengefasst, so Vernik: "Wieso sollten die vier großen Musikkonzerne es Apple erlauben, Musik ohne DRM anzubieten? Die einfache Antwortet lautet, weil ein Kopierschutz Raubkopien bisher nicht verhindert hat und es vermutlich auch nie wird." Hintergrund: Apple bietet im iTunes Store Musik ohne Beschränkungen an.

Die Studie erscheint in der November/Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift "Marketing Science".

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