"Stromberg, Staffel 5" im kress-Check: Zurück aus Finsdorf, fieser denn je

 

Nichts wie raus aus Finsdorf und rauf auf den vorgewärmten Chefsessel: Christoph Maria Herbst hat sich wieder einen Klobrillenbart stehen lassen und kehrt ab Dienstag, 8. November mit zehn extra fiesen "Stromberg"-Folgen zurück zu ProSieben. Autor Ralf Husmann, Meister der Büroekel-Beleidigungen, hatte den Weg geebnet: Strombergs Vorgesetzter Becker (Lars Gärtner) räumt wegen Zwangsurlaubs das Luxus-Büro. "Inhaltlich immer noch Hölle. Aber eine Fünf-Sterne-Hölle", jubelt Stromberg.

Nichts wie raus aus Finsdorf und rauf auf den vorgewärmten Chefsessel: Christoph Maria Herbst hat sich wieder einen Klobrillenbart stehen lassen und kehrt ab Dienstag, 8. November mit zehn extra fiesen "Stromberg"-Folgen zurück zu ProSieben. Autor Ralf Husmann, Meister der Büroekel-Beleidigungen, hatte den Weg geebnet: Strombergs Vorgesetzter Becker (Lars Gärtner) räumt wegen Zwangsurlaubs das Luxus-Büro. "Inhaltlich immer noch Hölle. Aber eine Fünf-Sterne-Hölle", jubelt Stromberg. 

Als hätte Husmann wieder einmal den personifizierten Zeitgeist als Chef-Berater zur Seite gehabt, lässt er die neue Staffel mit einem Feuilleton-Debatten-Thema dieser Tage beginnen: Burnout. Weil Boss Becker beruflich wie privat ausgebrannt ist und zum Capitol-Risikofall wird ("Nüchtern kann man das ja gar nicht ertragen", sagt er), stolpert Stromberg die Karriereleiter nach oben - und darf als geiler Bock wieder unmittelbar unter seinen Schäfchen wüten.

Ernie als frommer Fundi, Tanja und Ulf weiter unglücklich

Große Freude bei den Fans, lange Gesichter in der Abteilung Schadensregulierung: Vor allem Dauer-Mobbing-Opfer "Ernie" Heisterkamp (Bjarne Mädel) lässt sich nur ungern aus der Seelen-Ruhe bringen. Er hat sich aktuell als frommer Fundamentalist neu erfunden, widmet weite Teil der verbliebenen Büro-Energie seinen Aufgaben in der Stankt-Pankratius-Gemeinde und trägt seine neue Überzeugung auch in Form von langem Jesushaar - kombiniert mit zeitlos unmoderner Tonsur - zur Schau. 

Und auch Tanja (Diana Staehly) und Ulf (Oliver K. Wnuk) können sich gar nicht genug zoffen, um nicht Strombergs krude bis plumpe Macho-Anmache zu überhören. Besonders hart trifft es diesmal nicht nur Teilzeit-Geliebte Jennifer ("Apropos Arsch: Hier Finger weg, da steht schon ,Papa' drauf!", warnt Stromberg), sondern einen neuen Mitarbeiter: Moslem Malik bewirbt sich als Azubi und löst ganze Schlammkaskaden politischer Unkorrektheiten aus.

Mit dem Flugzeug ins Büro

Von Stromberg muss er sich nicht nur fragen lassen, ob er nicht schon am nächsten Tag mit dem Flugzeug ins Büro kommt. Er wird auch in eine ernsthaft hochnotpeinliche Befragung hineingezogen, ob der Chef nun tatsächlich "Dünenneger" oder "Düsenjäger" gesagt hat.

Angesichts von so genüsslich servierter Deftigkeit gilt natürlich die alte Ausrede, dass man alles nicht ertragen kann, weil es in Wirklichkeit im eigenen Büro viel schlimmer zugeht, diesmal nicht. Darüber, ob sich zwei Jahre nach Ende der vierten Staffel ein kleines Quotenwunder ereignen wird, dürften sich die ProSieben-Planer allerdings auch diesmal keine allzu großen Hoffnungen machen. "Ich glaube, dass wir etwas falsch machen würden", sagte Christoph Maria Herbst selbst in einem Interview mit dem Mediendienst "Teleschau", "wenn es uns gelänge, die breite Masse zu erreichen."

Optimal eingespielter Sendeplatz

An Biss und Boshaftigkeit mangelt es den neuen Folgen aber nicht. Und selten war der Sendeplatz dienstags um 22.10 Uhr - nach dem Comedy-Vorlauf mit "Die Simpsons" und "Two and a Half Men" im ProSieben-Programmablauf besser eingespielt als aktuell. Vielleicht sollte Ralf Husmann einfach schon mal neue Zeitungsschnippsel sammeln und sich für weiteren Nachschub warmschreiben.

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