Google kontert Hubert Burdas Kritik: "Wir bauen unsere Suchmaschine für Nutzer"

18.11.2011
 

Verleger und VDZ-Präsident Hubert Burda hat auf den VDZ Zeitschriftentagen das Unternehmen Google scharf kritisiert: Zum Nachteil der Verlage setze sich Google mit eigenen Angeboten oft an die Spitze der Suchergebnisse; zudem würden die Inhalte-Lieferanten lediglich mit einem kleinen Anteil am großen Google-Werbekuchen abgespeist. Google nahm gegenüber kress.de zu den Ausführungen Burdas, die den Tatsachen widersprechen würden, Stellung.

Verleger und VDZ-Präsident Hubert Burda hat auf den VDZ Zeitschriftentagen das Unternehmen Google scharf kritisiert: Zum Nachteil der Verlage setze sich Google mit eigenen Angeboten oft an die Spitze der Suchergebnisse; zudem würden die Inhalte-Lieferanten lediglich mit einem kleinen Anteil am großen Google-Werbekuchen abgespeist (kress.de vom 17. November 2011). Google nahm gegenüber kress.de zu den Ausführungen Burdas, die den Tatsachen widersprechen würden, Stellung:

Zur Beteiligung von Verlagsseiten an den Google-Umsätzen:  "Bei einem Gesamtumsatz von 29,3 Mrd US Dollar haben wir im Jahr 2010 durch das AdSense-Werbemodell mehr als 6 Mrd US Dollar an unsere Verlags-Partner ausgezahlt. Zudem werden durch Google Monat für Monat weltweit mehr als 4 Mrd Klicks an Verlags-Websites weitergeleitet - das sind pro Minute mehr als 100.000 Möglichkeiten der Monetarisierung für Publisher. Mit One Pass haben wir eine innovative Bezahl-Plattform entwickelt und zusammen mit mit Verlagshäusern wie Axel Springer, Burda und Gruner+Jahr gestartet. Zudem bieten wir auf Google News die Möglichkeit der 'Redaktionsempfehlungen', durch die Nachrichten-Anbieter jeder Tag auf 5 selbst gewählte Artikel verweisen können. Schon jetzt wird dies von Titeln wie Focus, Spiegel, stern, Zeit, Süddeutsche, Welt, Bild und Handelsblatt genutzt."

Zum Thema Leistungsschutzrecht: "Wir halten die Einführung eines Leistungsschutzrechtes für sachlich nicht gerechtfertigt und für juristisch nicht haltbar. Und da sind wir nicht die einzigen: Der BDI und 20 weitere Wirtschaftsverbände, die ca. 98 % der Werbekunden der Verlage und die Hälfte der deutschen Wirtschaft repräsentieren, sind der Überzeugung, dass ein Leistungsschutzrecht massiv der deutschen Wirtschaft schaden würde. Es stellt eine Gefahr für die Informationsfreiheit dar und würde den Wettbewerb in Deutschland massiv zurückwerfen. Wir halten es für essentiell, dass Verlage marktgerechte Lösungen für den Erfolg im Internet finden, statt eine pauschale Zusatzgebühr für gewerbliche Internetnutzer und damit eine Quersubventionierung der Verlage durch andere Branchen zu fordern."

Zum Thema Suchergebnisse: "Wir bauen unsere Suchmaschine für Nutzer, nicht für Website-Anbieter. Unser Ziel liegt darin, unseren Nutzern die relevantesten Ergebnisse auf eine Suche anzuzeigen. Bei der Internet-Suche geht es um Antworten, und manchmal ist die relevanteste Antwort nicht der Verweis auf eine Internetseite, sondern ein Kartenausschnitt, ein mathematisches Ergebnis, ein Spielstand, ein Video oder ein Shopping-Ergebnis. Alle Suchmaschinen gehen diesen Weg der Beantwortung von Fragen."

Ihre Kommentare
Kopf

Franz Leitmayer

18.11.2011
!

Die Antworten von google zeigen einmal mehr, dass die ständige Nörgelei und der Ruf nach noch mehr Geld von Hubert Burda nur noch nervt. EInfach mal selbst aktiv werden, Die gescheffelten Millionen in neue Projekte investieren. Und was hindert Burda daran, eine eigene Suchmaschine aufzubauen? Ansonsten eine Empfehlung mit Dieter Nuhrs Worten: Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten!


Klaus Minhardt

Klaus Minhardt

DJV Deutscher Journalisten-Verband Berlin-Brandenburg e.V.
Vorsitzender des Vorstands

18.11.2011
!

Kein Mensch hat die Verleger gezwungen ihre Inhalte kostenlos anzubieten. Also sollte man dann auch nicht auf Google als Schuldigen zeigen. Selber schuld!

Das Leistungsschutzrecht wäre ein Systembruch und kaum grundgesetzkonform umsetzbar. Es handelt sich schlicht und einfach um das Gejammere von Verlegern, die schubkarrenweise das Geld aus dem Haus karren und gleichzeitig die Urheber mit unverschämt niedrigen Honoraren ausbeuten.

Wie wäre es einmal mit unternehmerischem Handeln?


Norbert Boehnke

18.11.2011
!

1992 habe ich Burda ein innovative und interaktive Form der Printwerbung erarbeitet. Man fand das für den Lesernutzen sehr gut - aber man hätte damit die eigene Messbarkeit in Kauf nehmen müssen, weil Print-Anzeigen plötzlich eben messbar geworden wären.
Also ist man den alten Weg weiter gegangen und hat statt dessen Viele Millionen in Unsinn wie Blockbuster Video und Europe Online versenkt.
Burda gebührt Respekt für die Erfolge im klassischen Print - aber online können sie gar nicht...


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