Unheilig: Kirche will Weltbild verkaufen

 

Die katholischen Kirche will die Verlagsgruppe Weltbild verkaufen. Auf einer außerordentliche Versammlung entschieden die Gesellschafter, die Veräußerung des Verlags- und Buchhandelsunternehmen "ohne jeden Verzug entschlossen" voranzutreiben. Dabei möchte man besonders auf das Kirchliche und Soziale achten.

Die katholischen Kirche will die Verlagsgruppe Weltbild verkaufen. Auf einer außerordentliche Versammlung entschieden die Gesellschafter, die Veräußerung des Verlags- und Buchhandelsunternehmen "ohne jeden Verzug entschlossen" voranzutreiben. Dabei möchte man besonders auf das Kirchliche und Soziale achten.

Darauf achtete Weltbild bisher weniger, als den kirchlichen Gesellschaftern lieb war. Vor einigen Wochen wurden Vorwürfe laut, dass Weltbild mit Pornografie viel Geld verdiene. Das Unternehmen dementierte dies und verwies darauf, dass man im Internet über das selbst zusammengestellte Sortiment hinaus das Großhandelsangebot des deutschen Buchhandels anbiete. Dieses beinhalte auch "Bücher erotischen Inhalts".

So richtig zufrieden stellte diese Erklärung die Eigner wohl nicht. In einem Interview mit der "Welt" sprach sich  der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner für einen Verkauf des Unternehmens aus. "Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen", sagte Meisner der Zeitung. Für einen Verkauft spreche er sich schon seit Jahren aus.

An Weltbild sind zwölf katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und die Soldatenseelsorge Berlin beteiligt. Die Vollversammlung des VDD hatte sich am 21. November mit der Verlagsgruppe Weltbild befasst. Der VDD hält 24,2% der Anteile.

Schon 2008 gab es Berichte über die Verkaufsabsichten (kress.de vom 7. Juli 2008). 2009 legten die Gesellschafter die Verkaufspläne jedoch auf Eis (kress.de vom 27. April 2009).

Ihre Kommentare
Kopf

Leslie

22.11.2011
!

Sagenhaft, dass die Kirche jetzt mal - nach vielen Jahren - darauf kommt, was bei Weltbild so alles angeboten wird. Vielleicht sollten sie auch mal einen der Kriminalromane lesen (nicht nur die Sexbücher und Filme anschauen!), da würde manchem Kirchenoberhaupt die Brille anlaufen. Schön ist, dass dort auch die besten Hexenromane angeboten werden, bei denen die Kirche meist auch keine besonders gute Rolle spielt. Wie Sie sehen, ich bin nicht katholisch - mich stört es deshalb nicht.


A. Piper

Freier

22.11.2011
!

Jetzt dürfen wir gespannt sein, ob sie nur reden oder auch wirklich verkaufen werden. So recht glauben kann ich es nicht.


Matthias Eckardt

Matthias Eckardt

Offen fur Neues im Medienbereich (München)
Technischer Redakteur

22.11.2011
!

Das hätten sie ruhig auch schon vor 10 Jahren machen können, bevor sie sich buecher.de einverleibt haben.


o_47

22.11.2011
!

Als ich letztes Wochenende zufällig die Mitternachtsspitzen sah lachte ich über den Gag von Jürgen Becker, Zum zusammenhang von Kirche und Verlag, jetzt bin ich erstaunt darüber dass das doch zusammen gehört


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