Schächter über Werbeverbot und Grabenkriege: "Mär, dass die Privaten von Werbeverzicht profitieren"

 

ZDF-Intendant Markus Schächter (Foto) spricht sich - wenig überraschend - gegen ein Werbeverbot aus, wie es beispielsweise diese Woche ProSiebenSat.1 forderte. Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) sagte Schächter, dass Werbung die Gebührenzahler entlaste. "Und es ist doch eine Mär, dass die Privaten von einem Werbeverzicht der Öffentlich-Rechtlichen profitieren würden."

ZDF-Intendant Markus Schächter (Foto) spricht sich - wenig überraschend - gegen ein Werbeverbot aus, wie es beispielsweise diese Woche ProSiebenSat.1 forderte (kress.de vom 23. November 2011). Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe) sagte Schächter, dass Werbung die Gebührenzahler entlaste. "Und es ist doch eine Mär, dass die Privaten von einem Werbeverzicht der Öffentlich-Rechtlichen profitieren würden."

Dies habe Frankreich gezeigt, wo die Markenartikelhersteller trotz starker Einschränkung der Werbung im staatlichen Rundfunk nicht stärker auf Privatsender werben würden. "Weil sie dort ihre Zielgruppe gar nicht erreichen", so Schächter.

Werbung trage 7 bis 8% zum Budget bei, was rund 150 Mio Euro seien. Wenn der Gesetzgeber ARD und ZDF diese Einnahmen wegnehme, müsse er auch für einen Ausgleich sorgen. "In gut einem Jahr entfällt bereits das Sponsoring nach 20 Uhr. Das bedeutet, dass wir jährlich 20 Mio weniger einnehmen können", sagte Schächter dem "Handelsblatt".

Um gegen neue Wettbewerber wie Apple und Google zu bestehen, wäre es "von großem Vorteil", wenn sich öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk zusammenschlössen. Generell würden die Auseinandersetzungen zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten in Deutschland Schächter an einen "Stellungskrieg" erinnern: "Wir müssen raus aus den Schützengräben der Vergangenheit." Er versuche, Führungskräfte von Privatsendern, aber auch Verleger an einen Tisch mit ARD und ZDF zu bekommen. Es gehe um Fragen wie Urheberrecht, Netzzugang und Piraterie. "Das Urheberrecht braucht eine Anpassung an die digitalen Herausforderungen." 

Ihre Kommentare
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Wolf-Dieter Herrmann

Wolf-Dieter Herrmann

Frei
Moderator/Journalist

24.11.2011
!

Herr Schächter irrt; beim Thema Werbung in den öffentlich-rechtlichen ANSTALTEN geht längst nicht mehr um Mehreinnahmen für die privaten Veranstalter, es geht mehr Programm-Qualität für 7,5 Milliarden Euro-Gebühren bei ARD und ZDF.
Kochshows bis man kotzen muss, Tierdokus bis man jedes Tier aller Zoos und ihre Pfleger kennt, Talkshows bei denen jedes Argument gesagt und jede Frage gefragt ist, Daily-Soaps auf unterstem Niveau, hunderttausende Quiz-Euro, Häppchen-Nachrichten vom Prompter,....


Wolf-Dieter Herrmann

Wolf-Dieter Herrmann

Frei
Moderator/Journalist

24.11.2011
!

...., ein 10-Millionen Euro-Nachrichten-Studio für lächerliche Grafiken mit Sitzecke für ModeratorInnen, Kultur um oder nach Mitternacht, dritte Programme und digitale Kanäle als öffentlich-rechtliche Wiederkäuer, ARTE und 3SAT statt Alternativen auf dem Weg zur öffentlich-rechtlichen Gleichschaltung, Dauerberieselung mit "mehr zum Thema bei uns im Internet bei www.........de".
Die MedienpolitikerInnen sollten ENDLICH ihrer Verantwortung gerecht werden;
Mehr Qualität in die ANSTALTEN. JETZT!


Norbert Rüdell

24.11.2011
!

Naja, dass der neue Beirat von P7S1 gern ein Werbeverbot bei ARD und ZDF hätte, ist keine Meldung wert. Oder meldet man, dass die Automobilindustrie für Straßenbau plädiert. Und ob Herrschaften wie Stoiber & Co, die über eine lange Zeit ihre Verantwortung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hatten, jetzt plötzlich ein neues Liedlein singen, wirklich an Glaubwürdigkeit gewinnen, mag man mit Fug und Recht bezweifeln. Das ist an Chuzpe nicht zu überbieten.


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