Alle Printprodukte auf Flachrechner: Bauer plant für 2012 Digital-Offensive

 

Die Bauer Media Group will im kommenden Jahr alle wesentlichen Printprodukte weltweit auf Tablet-Rechner bringen. Das kündigte die Führungsriege des Medienkonzerns am Montag auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg an. "An diesem digitalen Switch werden wir im kommenden Jahr sämtliche Ressourcen und unsere Kreativität ausrichten", sagte Andreas Schoo, Mitglied der Bauer-Geschäftsleitung.

Die Bauer Media Group will im kommenden Jahr alle wesentlichen Printprodukte weltweit auf Tablet-Rechner bringen. Das kündigte die Führungsriege des Medienkonzerns am Montag auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg an. "An diesem digitalen Switch werden wir im kommenden Jahr sämtliche Ressourcen und unsere Kreativität ausrichten", sagte Andreas Schoo, Mitglied der Bauer-Geschäftsleitung.

Über drei Stufen in die digitale Welt

Zunächst sollen die relevanten Marken mit Augmented-Reality-Elementen aufgerüstet werden. Multimedialer Zusatznutzen soll, laut Schoo, zum Standard werden. Dann sollen alle betreffenden Printobjekte der Gruppe auf das iPad gebracht werden. Schließlich will der Verlag seine Akquisitionsaktivität im digitalen Bereich "deutlich intensivieren" – auch auf dem internationalen Markt. Wie viel Geld Bauer dafür in die Hand nehmen wird, ließ Verlegerin Yvonne Bauer auch auf Nachfrage offen. Der Umsatz im Digital-Geschäft stieg nach Konzernangaben 2010 um 27,1% auf 52,1 Mio Euro. Für 2011 rechnet Bauer in dieser Sparte mit einem Umsatz von 60,1 Mio Euro.

Bauer erwirtschaftet 2,13 Mrd Euro Umsatz

Insgesamt erzielte die Bauer Media Group im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 2,13 Mrd Euro. Gegenüber 2009 ist dies ein Zuwachs von 1,1%. Zum zweiten Mal in der Unternehmensgeschichte sei damit die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze überschritten worden. Auch im laufenden Geschäftsjahr 2011 erwartet Bauer einen Umsatz knapp über 2 Mrd Euro, jedoch unter dem Niveau von 2010. Dies haben erste Hochrechnungen ergeben, so Verlegerin Yvonne Bauer. 59% des Umsatzes stammten 2010 aus internationalem Geschäft. Eckart Bollmann, Mitglied der Geschäftsleitung: "Wir versuchen innerhalb der Gruppe voneinander zu lernen." Den größten Anteil am Umsatz steuert mit 870,0 Mio Euro aber nach wie vor Deutschland bei. Es folgen Großbritannien (566,8 Mio Euro), Polen (269,1 Mio Euro) und den USA (231,4 Mio Euro).

Rückläufige Vertriebsumsätze

Die Vertriebsumsätze der Bauer Media Group entwickeln sich im Jahr 2010 leicht rückläufig und sanken um 1,6% auf 1,34 Mrd Euro. Mit 62,8% tragen sie nach wie vor den größten Anteil zum Umsatz bei. Andreas Schoo führte dies unter anderem auf die starken Schwankungen der Wechselkurse zurück. Diese machten mehr als 20 Mio Euro der Differenz aus. Auch die Schließung mehrerer Druckereien in Deutschland und Polen hätten sich negativ auf die Vertriebsumsätze ausgewirkt. Die Anzeigenerlöse stiegen um 0,7% auf 381,0 Mio Euro. Anders als Axel Springer sieht sich Bauer nicht als integrierter Medienkonzern sondern nach wie vor als Verlag: "Die Herausgabe von Zeitschriften ist als Kerngeschäft der Erfolgstreiber der Bauer Media Group – heute und in Zukunft", heißt es in der Mitteilung. Insgesamt publiziert das Unternehmen nach eigenen Angaben 396 Zeitschriften.

Radio wächst

Die internationalen Radio-Geschäft steigerte Bauer die Umsätze um 7,6% auf insgesamt 179,2 Mio Euro. In Polen sei die Grupa RMF mit einem Marktanteil von 31,1% die größte Radiogruppe des Landes. In Großbritannien sei Bauer Radio Network (42 Sender) die zweitgrößte kommerzielle Radio-Gruppe und verfüge über einen Marktanteil von 24,7%. In 20 von 21 Märkten sei Bauer Radio die jeweilige Nummer eins.

Keine Einigung mit dem Grosso Verband

Auf der Jahrespressekonferenz bekräftigten die Bauer-Oberen noch einmal ihre Position in ihrem Streit mit dem Grosso Verband. "Wir stehen hinter den Essentials des Grosso-Systems und wollend das System erhalten", sagte Schoo. "Aber wir wollen uns nicht vom Verband erpressen lassen." In Bezug auf das noch anhängige Verfahren vor dem Landgericht Köln sagte Schoo, dass es zurzeit keine Bemühungen für einen außergerichtlichen Vergleich gebe.

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