Die Branche feiert sich bei den kress Awards: "Print ist ganz und gar nicht tot"

 

Mit vornehmer Hamburger Zurückhaltung nahm Stephan Schäfer, Chefredakteur der G+J-Titel "Schöner Wohnen" und "Essen + Trinken" von "Tagesschau"-Moderatorin Judith Rakers die begehrte Auszeichnung als "kress Kopf des Jahres" entgegen und verriet den 300 Festgästen der Preisverleihung sein bestechend einfaches Erfolgsrezept: "Es ist vor allem Fleiß, und der Rest ist viel Glück". "Schäfer ist ein Chefredakteur, von dem sich andere Chefredakteure eine Scheibe abschneiden können", lobte "Men's Health"-Mann Wolfgang Melcher (Foto) den Preisträger in seiner Laudatio.

Mit vornehmer Hamburger Zurückhaltung nahm Stephan Schäfer, Chefredakteur der G+J-Titel "Schöner Wohnen" und "Essen + Trinken" von "Tagesschau"-Moderatorin Judith Rakers die begehrte Auszeichnung als "kress Kopf des Jahres" entgegen und verriet den 300 Festgästen der Preisverleihung sein bestechend einfaches Erfolgsrezept: "Es ist vor allem Fleiß, und der Rest ist viel Glück".

"Schäfer ist ein Chefredakteur, von dem sich andere Chefredakteure eine Scheibe abschneiden können", lobte "Men's Health"-Mann Wolfgang Melcher (Foto) den Preisträger in seiner Laudatio - und schloss sich als Adressaten für diese Inspiration selbst ein. Er strich die Relaunch-Leistungen Schäfers heraus, würdigte ihn als "echten Blattmacher" und schloss mit einem Plädoyer für die Innovationskraft der Gattung: "Print ist ganz und gar nicht tot."

Die rund 300 Abendgäste im Ballsaal des Hamburger Nobelhotels Grand Elysée, zuvor gestärkt durch ein festliches Menü, nahmen das Plädoyer für ein selbstbewusstes Auftreten der Branche als willkommene Aufmunterung mit auf den Weg zum Feiern. "Print ist ein wunderbares Gewerbe", sagte Stephan Schäfer, als er die Auszeichnung sichtlich bewegt entgegen nahm. "Und ich habe den tollsten Job der Welt."

Tanz ums oberbayerische "Muh"-Kalb

Ähnlich beflügelt feierten auch die Macher des originellen Kulturmagazins "Muh" ihren ganz speziellen Hamburger Erfolg. Redakteur Josef Winkler und Geschäftsführerin Nicole Kling wurden von der hochkarätig besetzten Jury für ihr überzeugendes Heftkonzept mit einem kress Award gewürdigt - und ließen den Abend auf der Afershow-Party mit einem leidenschaftlichen Tanz ums imaginäre oberbayerische Kalb ausklingen. "Es geht nicht um die Stars und Sternchen, sondern um Vollblutprofis", sagte Judith Rakers und bestätigte der flankierenden Party eine höheren Magnetismus als die alljährliche "Bambi"-Verleihung.

Feiern mit Leni Gagga

Hohe Sympathiewerte verbuchten auch die Preisträger der besten Radio-Programmierung, weil sie sich offen zum Prinzip Hemdsärmeligkeit bekannten. Das Team um Torsten Birenheide, Christiane Karney und Florian Streso von Radio BB wurde für den Einsatz von "Leni Gagga" ausgezeichnet. Dahinter verbarg sich nicht nur "Deutschland jüngste Musikchefin", nämlich eine Sechsjährige, sondern eine Nichte der Macher und damit einfach eine ganz "verrückte Maus", die man zum erfolgreichen Programmgestalten offenbar eben braucht.

Nichts für Schalke-Fans: ein Abend in Gelb-Schwarz

Einzig die hohe Politik haderte - augenzwinkernd zumindest - mit der prestigeträchtigen, gleichzeitig nahezu familiären Festveranstaltung: Carsten Brosda als Leiter des Hamburger Amtes für Medien der hochkarätigste Gastredner des Abends, verpasste nicht die Gelegenheit, den Medienstandort in der Hansestadt zu würdigen ("Hamburg ist Kreativwirtschaft für Erwachsene"), sondern bekannte sich als leidenschaftlicher Schalke-Fan.

"Sich einen Abend lang in diesem Farb-Szenario zu bewegen, ist eine echte Herausforderung", schmunzelte der gebürtige Gelsenkirchner und damit lebenslanger BVB-Antagonist über den in kress-Farben Gelb-Schwarz gehaltene Saal der Preisverleihung. Selten glänzt das Preis-Gold eben strahlender.

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