Zweite Chance für Ex-"Handelsblatt Online"-Chef: Scheffler wird Leiter Neue Geschäftsfelder der dapd

 

Sven Scheffler (Foto), 40, startet am 1. Januar 2012 als Leiter Neue Geschäftsfelder bei der Nachrichtenagentur dapd. Fast wäre der ehemalige "Handelsblatt Online"-Chefredakteur Digital-Boss der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien geworden, doch dann stolperte er über Plagiate.

Sven Scheffler (Foto), 40, startet am 1. Januar 2012 als Leiter Neue Geschäftsfelder bei der Nachrichtenagentur dapd. Fast wäre der ehemalige "Handelsblatt Online"-Chefredakteur Digital-Boss der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien geworden, doch dann stolperte er über Plagiate (kress.de vom 28. Mai 2011).

Für seinen Artikel über die Grünen mit dem Titel "Weichgespült auf dem Weg zur Volkspartei", der am 18. August 2010 bei "Handelsblatt Online" veröffentlicht wurde, soll Scheffler von älteren Texten aus anderen Medien abgeschrieben haben. Unter anderem bediente er sich eines Textes des "SZ"-Redakteurs Michael Bauchmüller ("Grüne Welle" vom 9. Juli 2010).

In seiner neuen Funktion verantwortet Scheffler als Mitglied der Geschäftsleitung die Neuausrichtung der Nachrichtenagentur im Digitalbereich und entwickelt neue Angebote. In den letzten Monaten beriet er die dapd bereits in Digitalfragen. Scheffler berichtet an Cord Dreyer, Geschäftsführer und Chefredakteur der dapd.

Als Chefredakteur von "Handelsblatt Online" verantwortete Scheffler die digitalen Angebote des "Handelsblatts" journalistisch und strategisch. Dazu gehörten die Relaunches 2009 und 2011, die Entwicklung des mobilen Angebots inklusive der "Handelsblatt"-iPhone-App sowie die Konzeption der iPad-App "Handelsblatt First" (kress.de vom 15. April 2011).

Vor seinem Eintritt in die Verlagsgruppe Handelsblatt arbeitete Scheffler beim Condé Nast Verlag als Reporter und entwickelte das Magazin "GQ Cars" (kress.de vom 5. August 2004). Außerdem war er Ressortleiter der Wochenzeitung "Net-Business" und Redakteur beim Wirtschaftsmagazin "Capital".

"Die Herausforderung, mit digitalen und mobilen Nachrichtenangeboten neue Geschäftsfelder zu erschließen, stellt sich für immer mehr Medienhäuser", sagte Dreyer. "Sven Scheffler wird die Digitalkompetenz der dapd entscheidend stärken, damit wir die Medienhäuser bei der Lösung zentraler Zukunftsfragen noch besser unterstützen können."

Ihre Kommentare
Kopf

Ulf J. Froitzheim

04.12.2011
!

Warum werden Leute, die gezeigt haben, dass sie unter zu großer Belastung auf sehr dumme Gedanken kommen, ausgerechnet für Führungsaufgaben eingestellt? Weil der Mensch aus Fehlern lernt und seine Untergebenen dann nicht unter solchen Druck setzt - oder weil sie eine "get-things-done"-Qualifikation bewiesen haben? Im Karl-Theodor-Zeitalter befürchte ich: Letzteres.


Detlef Guertler

05.12.2011
!

Scheffler ist kein Guttenberg, Ulf. Ich erwarte deshalb: Ersteres.


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