"Berliner Zeitung"-Redaktion sauer über DWS-Koop: "Journalistisch camouflierte PR-Aktion"

 

Die Redaktion der "Berliner Zeitung" hat auf einer Vollversammlung ihrem Unmut über eine Kooperation der Zeitung mit der DWS Investment GmbH Luft gemacht, der Fondstochter der Deutschen Bank. "Die Redaktion sieht diese Unternehmen (...) nicht als geeignete Partner einer sich unabhängig und machtkritisch verstehenden Tageszeitung an, insbesondere wegen ihrer umstrittenen Rolle als Finanzmarkt-Akteure", so eine Stellungnahme des Redaktionsausschusses "im Namen der Redaktion".

Die Redaktion der "Berliner Zeitung" hat auf einer Vollversammlung ihrem Unmut über eine Kooperation der Zeitung mit der DWS Investment GmbH Luft gemacht, der Fondstochter der Deutschen Bank. "Die Redaktion sieht diese Unternehmen (...) nicht als geeignete Partner einer sich unabhängig und machtkritisch verstehenden Tageszeitung an, insbesondere wegen ihrer umstrittenen Rolle als Finanzmarkt-Akteure", so eine Stellungnahme des Redaktionsausschusses "im Namen der Redaktion".

Die Kooperation zwischen dem Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) und dem Fondsanbieter umfasst laut Redaktionsausschuss eine von der DWS finanzierte Beilage und einen Preis. Die Beilage erschien am 19. November in den MDS-Abozeitungen und trug den Titel "Gut investieren". Darin schrieben Redakteure des Wirtschaftsressorts von "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau". Bei dem Preis handelt es sich um den "Dumont-DWS-Preis für verantwortliches Wirtschaften". Er wurde bereits an BMW vergeben.

Die Kooperation bringe die Zeitungen "in den Verdacht einer konzertierten PR-Aktion für Unternehmen mit ramponiertem Ruf", kritisiert der Redaktionsausschuss, es handele sich um eine "journalistisch camouflierte PR-Aktion von Finanzmarktakteuren mit zweifelhaftem Wirken". Nach Auffassung der Redaktion stellt die Aktion auch einen Verstoß gegen das Redaktionsstatut der Zeitung und den Pressekodex dar.

Uwe Vorkötter, Chefredakteur der "Berliner Zeitung", bezeichnete die Vorwürfe gegenüber der Nachrichtenagentur dapd als "unsinnig und abstrus". Die Autoren der Beilage hätten die Inhalte frei und unabhängig verfasst.

Ihre Kommentare
Kopf

Ulf J. Froitzheim

04.12.2011
!

Ohne die Beilage gelesen zu haben: Abstrus finde ich nicht die Vorwürfe, sondern das instinktlose Verhalten Vorkötters. Wenn man glaubwürdig bleiben will, darf man so etwas nicht machen - ganz unabhängig davon, ob die Autoren der Beilage eine Schere im Kopf haben oder nicht. Das Gschmäckle ist da, und durch ausfällige Bemerkungen des Chefredakteurs wird es nicht abgeschwächt, sondern verstärkt. Das ist Krisen-PR & Führung à la Depenbrock.


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