Mathias Döpfner werkelt an Bezahlmodellen: Springer zeigt renovierten iKiosk und News-Aggregator

 

Mathias Döpfner (Foto), 48, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, hat am Freitag in Berlin angekündigt, dass der Verlag für seine einzelnen Online-Titel ab dem kommenden Jahr nach und nach Bezahlschranken einführen will. Als Vorbild diene dabei etwa das Modell der "New York Times". Den Anfang wird wahrscheinlich "Welt Online" machen.

Mathias Döpfner, 48, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, hat am Freitag in Berlin angekündigt, dass der Verlag für seine einzelnen Online-Titel ab dem kommenden Jahr nach und nach Bezahlschranken einführen will. Als Vorbild diene dabei etwa das Modell der "New York Times". Den Anfang wird wahrscheinlich "Welt Online" machen.

Der Springer-Konzern präsentierte am Freitag außerdem einen eigenen News-Aggregator für das iPad. MyEdition soll bis März 2012 in einer Open Beta Version von rund 500 ausgewählten Benutzern getestet werden. Danach wird entschieden, ob die Anwendung als kostenpflichtige App starten wird. Um einen Testzugang kann man sich unter "myeditionapp.de" bewerben.

Erst am Freitag hatte Google seinen Aggregator Currents in den USA gestartet, um Flipboard, Editions by AOL, Flud und Pulse Konkurrenz zu machen (kress.de vom 9. Dezember).

MyEdition stellt Medienmarken ins Zentrum

"Mit MyEdition haben wir den Geburtsfehler, den alle News-Aggregatoren haben, beseitig", sagte Georg Konjovickressköpfe - Detail, 34, Director Premium Content bei Springer. MyEdition funktioniert unabhängig von Social-Media-Plattformen. Die App-Inhalte lassen sich zwar auf Facebook und Twitter teilen, im Zentrum der Anwendung stehen jedoch die einzelnen Medienmarken. Eine individuelle Titel- und Themenauswahl personalisiert das Artikelangebot. In der Testversion stehen ausschließlich Springer-Marken zur Verfügung. Dass künftig konzernfremde Medien in MyEdition integriert werden, schloss Konjovic nicht aus. Ebenfalls könne er sich vorstellen, ganzseitige Anzeigenformate in das Tablet-Magazin zu integrieren.

Die App passt sich dem Verhalten des Nutzers an. Klickt er häufig auf Themen oder Artikel, die er in seiner manuellen Auswahl nicht berücksichtigt hat, erweitert die App diese automatisch um neue Interessen.

iKiosk – renoviert und ausgebaut

Von Montag an präsentiert sich Springers iKiosk nicht nur in einem frischen Design. Das digitale Büdchen wird, wie Ende Juni angekündigt, von da an auch Titel der Konkurrenz anbieten. Mehr als 100 Zeitungen und Zeitschriften sollen es sein, darunter "Die Zeit", die "Süddeutsche Zeitung", die "taz", das "Handelsblatt" und die "WirtschaftsWoche". Weitere sollen folgen. Wer auf der Startseite des ePaper-Shops zu sehen ist, entscheiden die Verkaufszahlen. Jede Stunde werde aktualisiert, so Konjovic. 

Von der Öffnung des iKiosks für weitere Verlage erhofft sich Mathias Döpfner fernab jeglicher "Konzern-Egoismen" eine höhere Akzeptanz von Bezahlinhalten und steigende Verkaufszahlen. Bei einem Kauf über die iPad-App muss Springer 30% an Apple abführen. Von Fremdverlagen behält Spinger 10%. Den teilnehmenden Verlagen bleiben also 60%. Bei Angeboten außerhalb des Apple-Universums, etwa auf "iKiosk.de", will Springer 20% der Einnahmen behalten.

In der neuen iKiosk-Version lassen sich die ePaper in einem Vorschaumodus wie in einem realen Kiosk durchblättern. Die Verlage bestimmen selbst, wie viele Seiten dafür freigegeben sind. Außerdem lassen sich einzelne Seiten und Artikel markieren und per E-Mail verschicken. Mit Hilfe einer Suchfunktion können herunter geladene Magazine durchforstet werden. Springer arbeitet daran, dass die Suche künftig auch noch nicht gekaufte ePaper einschließt.

Passend zum Start der überarbeitete iKiosk-App werden auch die iPad-Apps der "Berliner Morgenpost" und des "Hamburger Abendblatts" erweitert. Sie werden von Montag an mehr aktuelle und regionale Nachrichten sowie weitere Service-Themen beinhalten. 

Im ersten Quartal 2012 soll auch die Web-Version des iKiosks aufgemöbelt werden. 

Donata Hopfen, Geschäftsführerin von Bild digital, stellte zudem eine App für Android-Tablets vor. Sie funktioniert auf pdf-Basis und ist wesentlich schlanker als die iPad-App.

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