Kampfansage oder leere Drohung? Telekom will weitere Bundesligarechte

29.12.2011
 

Die "FTD" hatte am Mittwoch mit einem Bericht für Aufsehen gesorgt, demzufolge die Deutsche Telekom erwägt, für ihr neues Angebot "Entertain Sat" entsprechende Fußball-Bundesliga-Rechte einzukaufen. Man werde sich die Möglichkeit angucken, die Satellitenrechte zu kaufen, wurde der für das Deutschland-Geschäft verantwortliche Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme zitiert. 

Die "FTD" hatte am Mittwoch mit einem Bericht für Aufsehen gesorgt, demzufolge die Deutsche Telekom erwägt, für ihr neues Angebot "Entertain Sat" entsprechende Fußball-Bundesliga-Rechte einzukaufen. Man werde sich die Möglichkeit angucken, die Satellitenrechte zu kaufen, wurde der für das Deutschland-Geschäft verantwortliche Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme zitiert. Ein Satellitenpaket bietet die DFL allerdings gar nicht an.

Bei DFL können sich seit dem 19. Dezember Unternehmen registrieren, die audivisuelle Verwertungsrechte an den Spielen der Bundesliga und 2. Bundesliga für die Spielzeiten 2013/2014, 2014/2015, 2015/2016 und 2016/2017 erwerben wollen. In Absprache mit dem Bundeskartellamt werden 23 Rechtepakete angeboten.

Bei den Live-Rechten, die die Telekom für "Entertain Sat" gebrauchen könnte, gibt es den Broadcast-Vertriebsweg, in dem Kabel, Satellit und Terrestrik zusammengefasst sind. Die Telekom kann sich also gar nicht einzeln die Satellitenrechte rauspicken.

Niek Jan van Damme sagte der "FTD", dass sich ein Kauf rechnen müsse. Und für den Broadcast-Vertriebsweg (Kabel, Satellit, Terrestrik) müsste die Telekom sehr tief in die Tasche greifen. Für einen Vierjahresvertrag wäre wohl eine Mrd-Investition nötig, schließlich wird man auch an den zusätzlich ausgeschriebenen IPTV- (Netcast I) und Web-TV, Mobile-TV-Rechten (Netcast II) interessiert sein. Zum Vergleich: Bislang soll Sky sich als Hauptgeldgeber der Liga die (Live)-Rechte durchschnittlich Liga 250 Mio Euro pro Saison kosten lassen. Und Sky-Boss Brian Sullivan macht kein Geheimnis darum, dass man die Rechte mit aller Macht halten will (kress.de vom 20. Dezember 2011): "Wichtig ist, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren. Wir wollen mit der Bundesliga auch nicht für die nächsten zwei, drei Jahre kooperieren, sondern für die nächsten 20, 30 Jahre", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". 

Bis spätestens zum Ende dieser Bundesligasaison soll die Auktion um die TV-Rechte abgeschlossen sein und der neue Fernsehvertrag der DFL stehen.

115.000 Entertain-Sat-Pakete seit September verkauft

Entertain gilt als Wachstumstreiber der Telekom. Bis Ende September hatten 1,4 Millionen Kunden das TV-Angebot abonniert.  Das IPTV-Bundesliga-Paket sollen sich bislang 150.000 Kundengesichert haben. Die Telekom hält die Übertragungsrechte noch bis Ende der Saison 2012/13.

Seit September kann Entertain auch über die Satellitenschüssel empfangen werden. Was u.a. für Telekom-Kunden interessant ist, die in Gebieten wohnen, wo superschnelle Internetanschlüsse fehlen. Satellitenkunden können bislang keine Bundesliga empfangen. Mit dem Verkaufsstart des Entertain-Satellitenangebots ist der Konzern trotz fehlender Fußballrechte zufrieden. Man habe rund 115.000 Entertain-Sat-Pakete verkauft, sagte van Damme der "FTD". "Das ist das Doppelte von dem, was wir erwartet haben."

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