Wegen "unterschiedlicher Auffassungen": Chefredakteur Hock verlässt Nürnberger "AZ"

 

Andreas Hock (Foto), 37, ist nicht mehr Chefredakteur der Nürnberger "Abendzeitung" ("AZ"): Er hat das Boulevardblatt zum 31. Dezember verlassen - wegen "unterschiedlicher Auffassungen von Chefredakteur und Verlagsleitung über die künftige Ausrichtung".

Andreas Hock, 37, ist nicht mehr Chefredakteur der Nürnberger "Abendzeitung" ("AZ"): Er hat das Boulevardblatt zum 31. Dezember verlassen - wegen "unterschiedlicher Auffassungen von Chefredakteur und Verlagsleitung über die künftige Ausrichtung". Nachfolger ist Hocks bisheriger Stellvertreter Peter Groscurth.

Der Nürnberger Unternehmer Gunther Oschmann hatte die Nürnberger "AZ", bis dahin Ableger des gleichnamigen Münchner Boulevardblattes, 2010 übernommen (kress.de vom 2. Februar 2010). Im Mai 2011 emanzipierten sich die Franken weiter von den Münchnern: Sie krempelten das Blatt grundlegend um und produzieren seitdem auch ihren Mantel selbst (kress.de vom 30. Mai 2011).

Die Erwartungen des Verlags daran haben sich aber offenbar nicht erfüllt. Die Auflage der "AZ" sank im dritten Quartal 2011 um 6,9 % auf 15.181 verkaufte Exemplare. Im Einzelverkauf waren die Verluste indes deutlich geringer (-0.72%).

Dass sich die Mitarbeiter der Nürnberger "AZ" Sorgen machen, wurde schon vor Weihnachten publik: Der Bayerische Journalisten Verband (BJV) berichtete in seinem Newsletter über eine Betriebsversammlung. Zu Klagen von Redakteuren über befristete Verträge und Überstunden soll Geschäftsführer Roland Finn bei dieser Veranstaltung erklärt haben, es werde "in absehbarer Zeit nicht besser".

Hock kam 1999 als Volontär zur "AZ". Zeitweise arbeitete er auch für die CSU, zunächst in Nürnberg und dann in München als Pressesprecher. 2007 übernahm Hock die Verantwortung für die Nürnberger Ausgabe des Blattes.

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