Neuer dpa-Boss Segbers im Interview: "Unterlassungserklärungen sind keine Versachlichung"

 

Michael Segbers (Foto), seit 8. Dezember Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wird im Gespräch mit dem kressreport deutlich: "Wenn mir ein Konkurrent am Tag unserer Aufsichtsratssitzung im Dezember gleich zwei Unterlassungserklärungen zuschickt, kann ich das nicht als Versachlichung verstehen." Peter Löw, einer der dapd-Gesellschafter, hatte im März 2011 die Hoffnung geäußert, dass der Umgang der beiden Agenturen miteinander sachlicher werde. Segbers ist ganz anderer Meinung:

Michael Segbers (Foto), seit 8. Dezember Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wird im Gespräch mit dem kressreport deutlich: "Wenn mir ein Konkurrent am Tag unserer Aufsichtsratssitzung im Dezember gleich zwei Unterlassungserklärungen zuschickt, kann ich das nicht als Versachlichung verstehen." Peter Löw, einer der dapd-Gesellschafter, hatte im März 2011 die Hoffnung geäußert, dass der Umgang der beiden Agenturen miteinander sachlicher werde. Segbers ist ganz anderer Meinung.

Der Druck auf den Nachrichtenagenturmarkt ist hoch. Der kontinuierliche Auflagenschwund der Tageszeitungen beschert den News-Lieferanten seit Jahren einen steten Umsatzrückgang. Gegensteuern ist angesagt. Segbers und "seine" dpa suchen ihr Heil deshalb auch außerhalb der Medienbranche. Der Nachrichtenstrom soll jetzt u.a. verstärkt nicht-publizierende Unternehmen direkt erreichen – etwa in Form maßgeschneiderter Web-Applikationen.

Die dpa-Bilanz fällt wieder positiv aus

Auch im Tagesgeschäft zeigt sich Michael Segbers, der 1975 in das Nachrichten-Business noch mit der Schreibmaschine einstieg und am 10. Januar seinen 60. Geburtstag feiert, technologischen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Seit rund anderthalb Jahren können Kunden und Mitarbeiter über "dpa news" miteinander chatten und Nachrichten kommentieren (kress.de vom 14. Juli 2010).

Solche Investitionen kosten Geld. Deshalb musste die dpa zwei Jahre hintereinander ein negatives Ergebnis verkünden (2009: -3,8 Mio Euro/2010: -5,2 Mio Euro). Damit soll jetzt Schluss sein. Für das Geschäftsjahr 2011 kündigt Segbers wieder eine positive Bilanz an: "Es wird keine große schwarze Zahl sein, aber es wird eine schwarze sein." Wie das dpa-Urgestein das geschafft hat, lesen Abonnenten exklusiv im neuen kressreport 01/12. Hier geht zum Abo, hier zur Einzelheftbestellung.

Ihre Kommentare
Kopf
Theodor Fruendt

Theodor Fruendt

teamwork text und foto GbR / Büro Paris
Fotograph & Text

06.01.2012
!

Es ist eben Ansichtssache wann Unterlassungserklärungen eingehen. Wenn es 50 gewesen wären, hätte wohl endlich auch ein frischer Wind die Aufsichtsratssitzung belebt. Die eventuell schwarzen Zahlen sind bestimmt nicht auf die geniale Unternehmensführung zurück zu führen.


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