Joachim Kosack über die neue Sat.1-Taktik: "Der Gegner kann nur RTL sein"

12.01.2012
 

"Eine meiner ersten Entscheidungen war, nicht zu schauen, was alle anderen Sender machen, ich habe mich nur auf RTL konzentriert." Joachim Kosack, seit drei Monaten Geschäftsführer von Sat.1, erklärt im Interview mit der "SZ" (Donnerstagsausgabe) die neue Sendertaktik. Gegen Bayern München, so bezeichnet Kosack RTL, müsse man sich "etwas ausdenken, dagegenhalten, klug spielen".

"Eine meiner ersten Entscheidungen war, nicht zu schauen, was alle anderen Sender machen, ich habe mich nur auf RTL konzentriert." Joachim Kosack, seit drei Monaten Geschäftsführer von Sat.1, erklärt im Interview mit der "SZ" (Donnerstagsausgabe) die neue Sendertaktik. Gegen Bayern München, so bezeichnet Kosack den Marktführer RTL, müsse man sich "etwas ausdenken, dagegenhalten, klug spielen". 

Mit der Musikshow "The Voice" will Kosack "in München" schon "4:1 gewonnen" haben: "Wenn Dieter Bohlen am Samstagabend unter den Tisch kriecht und damit eine Auseinandersetzung über 'The Voice' führt, dann zeigt das, 'The Voice' hat ihn getroffen." Schon die Programmierung des "Supertalents" gegen "The Voice" hätte gezeigt, dass RTL nervös gewesen sei. "Am Freitagabend machen wir im Moment 24, 25% und RTL 14, 15 Prozent. Das kennen die gar nicht mehr", erklärt Kosack.

"Wir wissen, wenn Zuschauer von uns wegzappen, dann wechseln sie zu 80% zu RTL". Sat.1 sei immer dann erfolgreich, wenn es sich komplementär zu RTL aufstelle. Als Beispiel nennt Kosack die Programmierung von deutschen Serien am Montag gegen RTLs "Wer wird Millionär?" und "Restauranttester Rach". Das funktioniere "hervorragend". Dagegen sei die Strategie, mit deutschen Serien donnerstag gegen "Alarm für Cobra 11" anzutreten, "voll in die Hose gegangen". Mit Reality-Formaten wie "Bitte melde dich!" mit Julia Leischick will Kosack ab sofort auch am Donnerstag eine Alternative zur RTL-Fiktion aufs Feld schicken. 

"Durchgängig eigenproduzierte deutsche Serien am Montag"

Montags will Kosack künftig "durchgängig" mit eigenproduzierten deutsche Serien punkten. Ende Januar würden die Dreharbeiten für "Die Docs" beginnen - in der Serie betreiben eine junge Ärztin und ein Schönheitschirurg zunächst widerwillig gemeinsam eine Kiezpraxis. In den Hauptrollen: Stephanie Stappenbeck und Max von Pufendorf, zu sehen ab dem Spätsommer. Insgesamt habe Sat.1 vier Serienpiloten in der Entwicklung, sagt Kosack der "SZ": Eine Starsky&Hutch-Konstellation, dann das Projekt Familie im Zeugenschutzprogramm, "Familie Undercover". Und eine Bodyswitch-Geschichte. Handlung: Die böse Dünne wird plötzlich dick und die nette Dicke dünn. Zusammen müssen sie ein Wellnesshotel führen.

Hintergrund: Kosack wechselte 2007 in die Sat.1-Fiktion, von 2008 an verantwortete er als Senior Vice President German Fiction als eigenproduzierten TV-Movies und Serien der ProSieben Sat.1 TV Deutschland GmbH. Kosacks größter Publikumserfolg war die Produktion "Die Wanderhure".

Sat.1 kam 2011 auf einen Jahresmarktanteil von 10,6% bei den 14- bis 49-Jährigen, RTL lag bei 18,4% (kress.de vom 1. Januar 2012).

Ihre Kommentare
Kopf

Robert

12.01.2012
!

Kann es wirklich wahr sein, dass Sat.1 erst jetzt gemerkt hat, dass die Mehrzahl ihrer Zapper zu RTL wechselt und eine komplementäre Programmierung deshalb eine gute Idee sein kann?


Bea

04.02.2012
!

ich gucke auch nur noch selten Sat1. Den Sch.... (Die dreisten Drei, Zack, Ladykracher etc), die es jeden Samstag und Sonntag Vormittag bis Nachmittag gibt, will doch keiner sehen. Das kann man spät abends zeigen und dafür Akte 12, Planetopia etc. zu einem früheren Zeitpunkt senden, damit es berufstätige, die morgens um 04:00 Uhr aufstehen auch sehen können. Ich habe bei Sat 1 nur Das Magazin, Audl. und K 11 gesehen. Nun schaue ich mir nur noch K 11 an. Alles andere ist Mist


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