Kräftemessen um 20:15 Uhr: ARD greift das ZDF mit Kinohits am Montag an

 

Es ist eines der Rituale der Sommerzeit, deren Wiederholung die Sache nicht besser macht. Mit einer Reihe hochkarätiger Free-TV-Premieren wie "Der Vorleser", "Burn After Reading" oder "Willkommen bei den Sch'tis" bringt ARD-Programmdirektor Volker Herres in der Reihe "SommerKino im Ersten" die ZDF-Kollegen ins Schwitzen. Platziert werden die potenziellen Zuschauerhits ausgerechnet am Montag um 20.15 Uhr. Dort zeigen die Mainzer üblicherweise aufwendig eigenproduzierte Fernsehfilme.

Es ist eines der Rituale der Sommerzeit, deren Wiederholung die Sache nicht besser macht. Mit einer Reihe hochkarätiger Free-TV-Premieren wie "Der Vorleser", "Burn After Reading" oder "Willkommen bei den Sch'tis" bringt ARD-Programmdirektor Volker Herres in der Reihe "SommerKino im Ersten" die ZDF-Kollegen ins Schwitzen. Platziert werden die potenziellen Zuschauerhits ausgerechnet am Montag um 20.15 Uhr. Dort zeigen die Mainzer üblicherweise aufwendig eigenproduzierte Fernsehfilme.

Wenn es darum geht, unliebsame Argumente hinsichtlich Programm-Überzuckerung abzuwehren, verweisen die ARD-Oberen gerne auf den gut etablierten Spielfilmplatz am Mittwochabend. So auch ARD-Fernsehfilmkoordinatorin Verena Kuhlenkampff, die auf der Programmpressekonferenz in Hamburg die sechs Grimme-Preise für die gelegentlich etwas spröden, oft aber mutigen Eigenproduktion aufzählte. Außerdem verzeichne der Sendeplatz mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 14,5 Prozent für die großen Mittwochsproduktionen beim Gesamtpublikum großen Anklang.

ARD-Anspruch mit "Rommel", "Der Turm" und "Die Heimkehr"

Mit Gehaltsvollem möchte die ARD - neben den gesetzten Highlights Olympia und Fußball-EM - natürlich auch 2012 punkten. Und dafür steht in erster Linie das bereits im Vorfeld nicht unumstrittene teamworx-Portrait des Wehrmachtsgenerals "Rommel" mit Ulrich Tukur, das im vierten Quartal zum Einsatz kommen soll. Große Strahlkraft geht auch von der Literaturverfilmungen "Der Turm" nach Uwe Tellkamp mit Jan Josef Liefers (ebenfalls viertes Quartal, geplant als Event-Zweiteiler) und "Die Heimkehr" nach Hermann Hesse (zweites Quartal) aus.

Kluftinger ermittelt im Ersten

Den erhofften Sprung ins ARD-Hauptprogramm wird die BR-Produktion "Kommissar Kluftinger - Milchgeld" schaffen: Die von BR-Redakteurin Stephanie Heckner, Ideengeberin einer erfolgreichen "Heimatkrimi"-Reihe, verantwortete zweite Verfilmung aus der Allgäu-Bestsellerreihe von Michael Kobr und Volker Klüpfel dürfte seine Premiere ebenfalls im zweiten Quartal erleben.

Die zweifach mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Stasi-Serie "Weissensee" erhält ebenso eine zweite Staffel wie die Krimiserie "Mord mit Aussicht". Außerdem wird die "Sherlock"-Krimireihe fortgesetzt - und das im zweiten Quartal.

Mehr Regionales für die "Todeszone"

Auf dem bislang noch nicht wirklich überzeugenden "Heiter bis tödlich"-Krimisendeplatz kommt zunächst doppelter Nachschub: Bereits am 21. Februar geht es mit "Morden im Norden" (Sven Martinek, Ingo Naujoks und Marie-Luise Schramm) weiter. Am 7. März startet Franz-Xaver Bogners BR-Serie "München 7" mit angeblich dezent an den Bundesgeschmack angepassten Zungenschlag. Ab 29. März folgen 16. Folgen der Harz-Ermittlungen "Alles Klara" mit Wolke Hegenbarth und Felix Eitner.

Und dann gibt es ja noch das große Fragezeichen in der ARD-Programmbilanz: Ob sich "Gottschalk Live" in der "Todeszone" bewähren wird, dürfte relativ bald nach dem 23. Januar (Mo-Do jeweils um 19.20 Uhr) feststehen.

Ihre Kommentare
Kopf

M.

13.01.2012
!

Zwar besser als die unansehnlichen Eigenproduktionen, doch die Öffentlichrechtlichen sollten mal lieber die GEZ-Gebühren in Alternativprogramme zu privaten Sendern wie RTL und deren 8 Millionen WWM-Sehern investieren, statt sich, wie vor 30 Jahren, untereinander zu bekämpfen.
Herres hat schon mit der Umstrukturierung der ARD-Talks einen Kaptalfehler gemacht und es geht weiter.


Thomas Bauer

13.01.2012
!

Da könnten die ÖR-Sender ausnahmsweise mal etwas von Sat.1 lernen: Die neue Strategie von Joachim Kosack, explizit komplementäre Formate zu RTL zu programmieren, statt auf ähnlichen Feldern zu konkurrieren, die würde auch ARD und ZDF gut stehen. Ziemlich dumme Aktion, sich gegenseitig mit hochwertigen Filmen zu bekämpfen.


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