Groupon-Gründer Andrew Mason auf dem DLD: "Die Idee ist der einfache, die Ausführung der harte Teil"

 

Drei Jahre erst ist seine Firma alt, im Vorjahr war er noch als Start-up-Unternehmer zu Gast in München. Jetzt bringt Groupon-Chef Andrew Mason beeindruckende Zahlen (10.000 Mitarbeiter weltweit, ein Umsatzplus von rund 500 Prozent im vierten Quartal 2011) - und noch mehr Selbstbewusstsein als sonst mit. "Wenn man überall bei unseren Zahlen ein Null abziehen würde, wäre alles, was uns passiert ist, ganz normal", sagte er auf DLD-Konferenz.

Drei Jahre erst ist seine Firma alt, im Vorjahr war er noch als Start-up-Unternehmer zu Gast in München. Jetzt bringt Groupon-Chef Andrew Mason beeindruckende Zahlen (10.000 Mitarbeiter weltweit, ein Umsatzplus von rund 500 Prozent im vierten Quartal 2011) - und noch mehr Selbstbewusstsein als sonst mit. "Wenn man überall bei unseren Zahlen ein Null abziehen würde, wäre alles, was uns passiert ist, ganz normal", sagte der auf DLD-Konferenz.

Zu einem regelrechten "Verhör" hatte sich der smarte Jung-Unternehmer auf dem sehr analog wirkenden Zirbelstuben-Podium auf der digitalen Burda-Kontaktbörse eingefunden. Er stellte sich den Fragen von Technomony-Gründer David Kirkpatrick, der kein Hehl daraus machte, dass ihn die zentrale Geschäftsidee von Groupon nicht überzeugt - und dass ihn gleichzeitig der Erfolg des Unternehmens fast sprachlos macht.

Den üblichen Vorwurf, dass sich das auf Rabatten basierende Business-Modell allzu leicht kopieren lasse, ließ Andrew Mason nur in Teilen gelten. "Es lässt sich einfach duplizieren", gestand er ein - fügte aber an: "Die Erfolgsbarrieren sind sehr hoch, und nur eine Handvoll Wettbewerber hat Erfolg." In diesem Zusammenhang ließ er sich Namen wie Travelzoo oder OpenTable entlocken, strotzte aber vor demonstrativer Gelassenheit. "Seien wir ehrlich: Unser größter Konkurrent sind nur wir selbst", sagte er. 

Nur lobend äußerte sich Mason dabei auch für die Brüder Marc und Oliver Samwer, die dem Panel beiwohnten und denen er zuvor den Groupon-Klon City Deals abgekauft hatte. Marc Samwer, der Mason auch auf der Bühne vorgestellt hatte, habe das Geschick, gute Ideen umzusetzen. Der lokale Handel sei das größte Geschäft - weltweit.

Kirkpatricks Insistieren, dass einige der großen Groupon-Investoren ihr Geld schon vor dem Börsengang wieder zurückgezogen hat, konterte Mason fast mit Schulterzucken und scherzte, dass jeder eine bestimmte Zahl im Kopf habe, die ihn nachts schlafen lasse oder nicht. "Ich habe ein Schwelle erreicht, an der ich nicht mehr länger an Geld denke muss."

Bonuspunkte-Sammeln über Groupon-Kreditkarte

Für den zukünftigen Wachstumskurs - zuletzt stieg Groupon ins Geschäft mit rabattierten Flugangeboten an -, könnten auf Deutschland Modelle zukommen, die Mason derzeit in den USA erproben lässt. Besonders stolz berichtet er vom sogenannten "Groupon Rewards"-Programm, das aktuell bei einigen Hunderten Händlern in Nordamerika aufgelegt wurde. Mit einer über Groupon herausgegebenen Kreditkarte können Kunden dabei bei ihren Einkäufen Bonuspunkte sammeln. Auch das ist kein ganz exotisches Geschäftsprinzip. Mason schwärmte von den "amazing analytics" über alle Transaktionen der Einkäufer, die man den Geschäftspartner zur Verfügung stellen könne.

Das Daten-Tool des "Merchant Center" soll ebenfalls demnächst international ausgerollt werden: Damit können in den USA Groupon-Partner schon im Vorfeld exakt kalkulieren, wie viel sie durch ihre einschlägigen Rabatt-Engagements verdienen können.

Aktuell unterhält Groupon Verträge mit rund 250.000 Handelspartnern und hat im vierten Quartal 2011 den Kunden angeblich Ersparnisse in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar ermöglicht. Die Zahl der registrierten Nutzer ist von 21 auf nun 143 Millionen angestiegen. 

Die Zufriedenheit der Händler bezeichnete Mason als hoch, auch wenn gelegentlich von Problemen zu lesen ist. "Über Flugzeug-Crashs zu schreiben, ist offenbar interessanter als über sichere Landungen", versuchte er die Gepflogenheiten der Medien zu analysieren.

Sein Münchner "Verhör" war jedenfalls kein Crash. "It was fun", sagte er zum Abschluss - und verschwand, um wieder Geld zu verdienen.

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