Deutsche "Interview" kommt am Freitag: Angelina Jolie spricht mit Clint Eastwood

 

Die Gespräche sind geführt, die Fakten liegen auf dem Tisch: Die deutschsprachige Erstausgabe des Magazins "Interview" wird am kommenden Freitag mit 270 Seiten Umfang, 100.000 Exemplaren und einer Titelgeschichte zur Popsängerin Lana del Ray in den Markt starten. Außerdem haben sich für die erste Ausgabe Angelina Jolie und Clint Eastwood zusammengesetzt, um über Jolies Regiedebüt auf der Berlinale zu plauschen.

Die Gespräche sind geführt, die Fakten liegen auf dem Tisch: Die deutschsprachige Erstausgabe des Magazins "Interview" wird am kommenden Freitag mit 270 Seiten Umfang, 100.000 Exemplaren und einer Titelgeschichte zur Popsängerin Lana del Ray in den Markt starten.

Bislang war nur wenig über das jüngste Projekt des ehemaligen Condé-Nast-Geschäftsführer Bernd Runge bekannt geworden (siehe kress.de vom 30. Juni 2011). Im Juli ließ er sogar ein Interview, das er der "Welt am Sonntag" dazu gegeben hatte, wieder zurückziehen. Die Strategie der Zurückhaltung ist aufgegangen.

Für einen Heftpreis von sechs Euro bekommen die Leser zehn Mal pro Jahr "einen einzigartigen Mix aus Mode, Kunst, Musik und Film" geboten, so Runge im besten PR-Sprech gegenüber kress (Interview siehe unten). Der Anspruch an die von Andy Warhol 1969 ins Leben gerufenen "Plaudereien" unter Künstlern, die auch die deutsche "Interview" abbildet, sei "hoch, die Geschichten und Interviews leben und zeigen spannende Persönlichkeiten mit innovativen Ideen und Visionen", sagt Runge. Für die erste Ausgabe haben sich etwa Angelina Jolie und Clint Eastwood zusammengesetzt, um über Jolies Regiedebüt auf der Berlinale zu plauschen. Arianna Huffington hat Filmstar Scarlett Johannsen interviewt. Und der Künstler Maurizio Cattelan tauscht sich per Brief mit dem Sänger Andriano Celentano aus.

Warhol selbst ist an verschiedenen Stellen im Heft präsent. Allein 40 Seiten widmen sich der Geschichte des Magazins, schildern Anekdoten und bilden Interviews ab, die Warhol selbst geführt hat. Zudem lässt sein ehemaliger Mitarbeiter, der Fotograf Gerard Malanga, Warhols legendäre Screen Tests wieder aufleben. 57 Kreative, darunter Iris Berben und Posh the Prince ließen sich auf das Spiel ein, drei Minuten unter gleißendem Scheinwerferlicht auszuharren, ohne zu wissen, wann der Fotograf auf den Auslöser drückt.

Die "Interview"-Macher

Erst im November hat Verleger Runge Jörg Koch zum Chefredakteur der deutschen Ausgabe gemacht. Ursprünglich war Aliona Doletskaya für den Posten vorgesehen. Sie leitet den jüngst gestarteten russischen "Interview"-Ableger. Weitere "Interview"-Jünger sind Jörg Harlan Rohleder (ehemals "Vanity Fair", "Focus", "Musikexpress") und Adriano Sack (einst Feuilletonchef der "Welt"), die als Blattmacher und Executive Editors für Redaktion und inhaltliche Gestaltung sorgen. Mike Meiré ist Art Director.

Anders als der in der vergangenen Woche freigeschaltete Web-Auftritt des Magazins, soll sich das Heft nicht ganz so stark auf Mode-Geschichten konzentrieren. Runge: "Vergessen Sie nicht, dass vergangene Woche die Fashion Week und Bread and Butter in Berlin war, deshalb die Dominanz. Mode wird aber ein wichtiger Bestandteil sein." Online-Chefin ist die Modebloggerin und "LesMads"-Mitbegründerin Jessica Weiß.

Per Pressemitteilung lässt Runge heute verlauten, dass ihn die Launch-Ausgabe "stolz und glücklich" mache. Verwunderlich, wenn es anders wäre. Schließlich geht Runge mit dem Projekt einige Risiken ein: Ohne die Unterstützung eines großen Verlags und teilweise mit eigenem Geld hat Runge den Magazinstart in Russland und Deutschland vorbereitet – zusätzlich zu seinem Job als CEO des Auktionshauses Phillips des Pury. Dass ihm da wenig Zeit bleibt, selbst Interviews zu geben, ist klar. Auch im kress-Interview gibt sich Runge eher wortkarg und beantwortet die Fragen schriftlich:

kress: Herr Runge, die gerade online gegangene Website von "Interview" legt den Schwerpunkt auf Modethemen. Werden sie auch die Print-Ausgabe dominieren?
Bernd Runge: Interview Deutschland zeigt einen einzigartigen Mix aus Mode, Kunst, Musik und Film. Natürlich unterscheidet sich das Heft vom Online-Auftritt, der ja viel direkter aktuell informieren kann.

kress
: Wie ist die russische "Interview"-Ausgabe in den Markt gestartet?
Runge: Das Heft wurde sehr gut aufgenommen - die zweite Ausgabe der russischen "Interview" kommt jetzt zeitgleich mit der deutschen Erstausgabe an den Kiosk.

kress: Welche Länder wollen Sie nach Deutschland als nächstes mit "Interview" erobern?
Runge: Zunächst konzentrieren wir uns auf Deutschland und Russland.

kress: Welche Art von Anzeigenkunden wollen/haben Sie für "Interview" begeistern/gewonnen?
Runge: Wir haben sehr viele der internationalen und nationalen Premium Kunden aus Mode, Beauty und Lifestyle gewinnen können. Das erste Heft hat über 70 Anzeigenseiten.

kress: Sie haben in einem Interview einmal gesagt, dass Ihnen der laute Auftritt nicht liege. "Interview" wird sicherlich kein leises Magazin werden. Wer wird also für den lauten Auftitt sorgen?
Runge
: Das Heft.

kress: Wie hoch ist Ihr journalistischer Anspruch an die "Plaudereien" unter Künstlern, wie sie "Interview" abbilden wird?
Runge: Unser Anspruch ist hoch, die Geschichten und Interviews leben und zeigen spannende Persönlichkeiten mit innovativen Ideen und Visionen.

kress: Welche Rolle werden Sie im redaktionellen Alltag von "Interview" spielen?
Runge: Die des Verlegers.

kress: Warum haben Sie sich im November mit Jörg Koch doch für einen deutschen Chefredakteur entschieden? Was hat Koch, was Aliona Doletskaya nicht hat?
Runge: Diese Frage war nicht entscheidend. Wichtig war, den richtigen Chefredakteur für Deutschland zu finden und das haben wir mit Jörg Koch zweifelsohne geschafft. Manchmal brauchen die Dinge halt ihre Zeit.

kress: Warum haben Sie das Interview, das Sie im Sommer 2011 der "Welt am Sonntag"-Autorin Dagmar von Taube gegeben haben, wieder zurückgezogen?
Runge: Das hatte keine inhaltlichen Gründe, es ging um nicht eingehaltene Vereinbarungen seitens der "WamS", Also eher um Prinzipien. Kein Drama.

kress: Wie wollen Sie Ihren beiden Fulltime-Jobs als CEO von Phillips des Pury und als Executive Chairman der Interview Verlagsgruppe künftig gerecht werden?
Runge: Das ist in der Tat eine große Herausforderung. Am Ende des Tages mit mehr Arbeit, modernen Kommunikationsmitteln und vor allem sehr guten Mitarbeitern an allen Standorten.

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