Führungswechsel bei "Bravo": Chefredakteur Jessen geht, Gernandt übernimmt

 

Chefredakteur Philipp Jessen (Foto), 34, verlässt Bauers Jugendzeitschrift "Bravo" zum Monatsende, um sich "neuen beruflichen Herausforderungen" zu stellen. Der Verlag hat eine entsprechende kress-Meldung mittlerweile bestätigt. Jessen gehe auf eigenen Wunsch, so eine Pressemitteilung.

Chefredakteur Philipp Jessen, 34, verlässt Bauers Jugendzeitschrift "Bravo" zum Monatsende, um sich "neuen beruflichen Herausforderungen" zu stellen. Der Verlag hat eine entsprechende kress-Meldung mittlerweile bestätigt. Jessen gehe auf eigenen Wunsch, so eine Pressemitteilung. Seine Nachfolge übernimmt kommissarisch der bisherige stellvertretende Chefredakteur Alex Gernandt, 46. Über eine dauerhafte Nachfolgeregelung will Bauer in den kommenden Wochen entscheiden.

Zu Jessens Abschied hat möglicherweise auch die desaströse Auflagenentwicklung beigetragen: Er kam 2009 als Vize-Chef zu "Bravo" und löste vor zwei Jahren, im Februar 2010, Tom Junkersdorf an der Redaktionsspitze ab (kress.de vom 25. Januar 2010). Die Auflage der Zeitschrift ist seitdem in jedem Quartal im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreswert gesunken. Zwischen Oktober und Dezember 2011 schaffte die "Bravo" noch 327.355 verkaufte Exemplare. Das bedeutet ein Minus von fast 17%. Der Niedergang der Auflage betrifft das gesamte Jugendsegment, er ist nicht allein dem Chefredakteur anzulasten, doch das dürfte für Bauer nur ein kleiner Trost sein.

Frühere berufliche Stationen von Jessen waren u.a. "Bild" und "Vanity Fair". Stefan Gröner, Geschäftsführer der Bauer München Redaktions GmbH, gibt ihm nun lobende Worte mit auf den Weg: "Wir wünschen Philipp Jessen für seine private und berufliche Zukunft alles Gute und bedanken uns für die gute Zusammenarbeit." Sein kommissarischer Nachfolger Gernandt ist so etwas wie der ewige Vize: Er ist schon seit 1999 stellvertretender Chefredakteur.

Ihre Kommentare
Kopf

Fritz Tillack

26.01.2012
!

Mal wieder ist Chefredakteur Wechsel bei BRAVO, ich kann mich an meine Zeit erinnern, da blieben sie sehr lange. Ich habe in meiner großen Zeit bei BRAVO von 1974-1998 nur drei Chefredakteure erlebt und diese waren auch sehr Erfolgreich, Gerd Braun, Rüdiger Wittner und Gerald Büchelmaier. Wenn man bedenkt, dass BRAVO zu dieser Zeit 1,5 Millionen verkaufter Auflage hatte, aber nicht nur das 3 Millionen lasen das Heft, denn wir hatten sie alle, die ganz großen Stars und Bands. Und heute?


Collin Faller

26.01.2012
!

Die Schnelllebigkeit der "Stars" wirkt sich direkt auf die Verweildauer der Chefredakteure aus. Doch das allein ist nicht der Grund. Die Branche krankt am Verzicht von Qualitätsjournalismus. Diesen muss man sich leisten wollen und können. In den meisten Verlagen steht das Budget knallhart vor den Interessen der Zielgruppen. Kosten sparen auf Kosten der Leser - auf Kosten der Auflage. Die Zusammenhänge scheinen viele Verleger nicht zu erkennen. Herr Jessen ist ein weiteres Opfer dieser Politik.


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