TV-Marktanteile im Januar: Sat.1 mit schwächstem Wert seit 20 Jahren

 

Ein harter Brocken für Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack: Mit einem Zielgruppen-Marktanteil von nur 9,9% starte er selten schlecht ins neue Jahr. Abgesehen von einigen Monaten mit WM- und EM-Konkurrenz steht der dringend reformbedürftige Bällchensender nun so schlecht da wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Und das obwohl mit "The Voice of Germany" derzeit eine der noch immer erfolgreichsten Programm-Innovationen der neueren Sendergeschichte läuft.

Ein harter Brocken für Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack: Mit einem Zielgruppen-Marktanteil von nur 9,9% starte er selten schlecht ins neue Jahr. Abgesehen von einigen Monaten mit WM- und EM-Konkurrenz steht der dringend reformbedürftige Bällchensender nun so schlecht da wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Und das obwohl mit "The Voice of Germany" derzeit eine der noch immer erfolgreichsten Programm-Innovationen der neueren Sendergeschichte läuft. 

Zum ernüchternden einstelligen Ergebnis trugen nicht nur die beiden gescheiterten Serien-Piloten am Dienstag, sondern vor allem das Programm-Chaos am Donnerstagabend bei. Um "Die perfekte Minute" und das neue Doku-Format für Julia Leischik zu schützen, musste Kosack hier rasch handeln - und seiner eigenen "komplementären Programmstrategie" widersprechen.

Desaströs läuft derzeit auch der Sat.1-Vorabend, wo "Anna und die Liebe" und das "Sat.1 Magazin" kurzfristig entsorgt wurden. Stattdessen lässt man sich durch das starke RTL II-Gegenangebot "Berlin - Tag & Nacht" die Butter vom Brot nehmen. Jetzt ruht bei Sat.1 alle Hoffnung auf einem erstarkten "The Voice"-Finale und der Rückkehr der "ran"-Spitzenspiele.

ProSieben macht die Vorjahres-Januarschlappe wieder weg

Einigermaßen tröstlich für die Senderfamilie: Die Schwester ProSieben schlug sich im Januar vergleichsweise souverän - vor allem im Vergleich zum verpfuschten Vorjahres-Start, als der Sender im Januar 2011 nur auf 10,7% Marktanteil kam. Diesmal waren es sehr solide 11,6% - vor allem dank der gelungen Staffelübergabe von Charlie Sheen an Ashton Kutcher bei "Two and a Half Men" und der gut gestartete neuen Serie "New Girl". Mit der Ausnahme-Reichweite für den Spielfilm "2012" (5,80 Mio Werberelevante) legte sich ProSieben die Latte für den weiteren Jahresverlauf selbst hoch.

RTL führt, doch "DSDS" und "IBES" strahlen nicht

Eigentlich schon vor Monatsbeginn stand RTL als sicherer Jahresauftakt-Sieger fest, zu uneinnehmbar wirkte das Bollwerk aus "DSDS" und "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus". Unterm Strich liefen beide Erfolgsformate doch unter den Erwartungen. Der Sensationswert von 21,1% bei den 14- bis 49-Jährigen aus dem Vorjahr konnten die Kölner diesmal nicht wiederholen. Mit aktuell 19,2% Januar-Marktanteil blieb man sogar stramme 1,9 Prozentpunkte darunter. Trotzdem führt RTL natürlich souverän das Ranking an - auch bei den Gesamtzuschauern (14,1%).

Gut erholt hat sich Vox im Januar: Der führende Zweitligist legte gegenüber dem Dezember um 0,6 Prozentpunkte zu und hält nun im Monatsdurchschnitt 7,4% der Zielgruppe bei Laune. Hier bekam Senderchef Frank Hoffmann einige Nachmittags-Baustellen wieder in den Griff.

Bei den kleineren Privaten liegen kabel eins und RTL II nun mit jeweils 5,8% gleichauf, was vor allem für letzteren ein großer Erfolg ist. Zum Vergleich: 2011 startete RTL II mit einem denkbar mauen Wert von nur 5,4% ins damals neue Jahr.

Wintersport hilft der ARD über die Runden

Ein eigenwilliges Bild bietet schließlich die ARD: Hier blieb das Quotenwunder für "Gottschalk live" im für den Werbeverkauf so wichtigen unmittelbaren "Tagesschau"-Vorlauf bekanntlich aus. Und auch die "Heiter bis tödlich"-Krimis ebenso wie "Drei bei Kai" und mittlerweile sogar die "Verbotene Liebe" haben in der "Todeszone" zu kämpfen. Dennoch konnte das Erste dieses auch für die Zukunft bedrohliche Programm-Manko durch ausgezeichnete Wintersport-Werte überdecken. Unterm Strich steht die ARD mit einem Marktanteil von 6,8% im Januar bei den Jüngeren nämlich gut da. Die Kollegen vom ZDF kamen auf 6,1%.

Beim Gesamtpublikum führte wie bereits erwähnt RTL mit großem Abstand vor der ARD (12,9%) und dem ZDF (12,6%). Mit einer absoluten Reichweite von nur 9,4% kann Sat.1 auch in dieser Kategorie ganz und gar nicht zufrieden sein. Als ob Joachim Kosack nicht schon genug Sorgen hätte.

Ihre Kommentare
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01.02.2012
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Rettung in Sicht! Pocher, Kerner und Schmidt haben es vorgemacht: Gottschalk zu Sat.1!


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