Wettbewerbshüter Mundt über Rechtevergabe: "Wahrscheinlich wird es wieder die 'Sportschau'"

13.02.2012
 

Kartellamtspräsident Andreas Mundt, 51, hat sich im Interview mit der "SZ" über die Vergabe der Bundesliga-Rechte geäußert. Fans der "Sportschau" macht er darin Hoffnung: Trotz aller Neuerungen sei es durchaus möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass es wieder die "Sportschau" werde. Mundt geht im Interview auch auf das Presse-Grosso-System ein -

Kartellamtspräsident Andreas Mundt, 51, hat sich im Interview mit der "SZ" über die Vergabe der Bundesliga-Rechte geäußert. Fans der "Sportschau" macht er darin Hoffnung: Trotz aller Neuerungen sei es durchaus möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass es wieder die "Sportschau" werde. Das Bundeskartellamt hatte zuvor die neue Ausschreibung der Bundesliga-TV-Rechte genehmigt, bei der es auch Varianten ohne den ARD-Klassiker gibt.

Warum Mundt für die "Sportschau" gute Chancen sieht, erklärt er nicht. Der Markt müsse nun entscheiden. Das wettbewerbliche und technologische Umfeld sei heute ein ganz anderes als im Vergleich zur letzten Ausschreibung vor vier Jahren. "Auch ich habe zum Beispiel ein Smartphone in der Tasche", erklärt Mundt und spielt dabei auf ein Ausschreibungsszenario der Deutschen Fußball Liga (DFL) an, bei der es die frei empfangbaren Highlights der Bundesliga zuerst im Internet und nicht in der "Sportschau" geben würde.

Bei der Ausschreibung der Rechtevergabe bis Mitte 2017 hatte DFL-Chef Christian Seifert zuletzt den Druck auf die "Sportschau"-Macher erhöht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Klubs mit den bisherigen Zahlen zufrieden wären", sagte er in "Bild". Bislang soll die ARD 75 Mio Euro pro Saison für die Free-TV-Erstverwertung in der "Sportschau" bezahlen.

Mundt sieht Erhalt des Presse-Grosso-Systems skeptisch

Wettbewerbshüter Mundt geht im Interview mit der "Süddeutschen" auch auf das Presso-Grosso-System ein. Dass die Politik eine Gesetzesänderung angekündigt hat, falls der Grosso als wettbewerbswidrig eingestuft werden sollte, sieht Mundt skeptisch. "Sie können das deutsche Wettbewerbsrecht per Gesetz aushebeln, aber nicht das europäische Wettbewerbsrecht." Das Presse-Grosso-System bewege sich in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Medienvielfalt und Pressefreiheit auf der einen sowie dem Wettbewerbsrecht auf der anderen Seite. "So, wie es heute ist, wird es möglicherweise nicht bleiben können", sagte Mundt.

Die Verlagsbranche will ihr Vertriebsnetz laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Samstagausgabe) von der Politik per Gesetz absichern lassen. Hintergrund ist eine Klage der Bauer-Vertriebs GmbH gegen den Grosso-Verband vor dem Landgericht Köln.

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