Nach über 20 Jahren Unterföhring: TV-Vorstand Bartl soll ProSiebenSat.1 verlassen

18.02.2012
 
 

Andreas Bartl, 49, TV-Vorstand von ProSiebenSat1 und Vorsitzender der Geschäftsführung der ProSiebenSat1 TV Deutschland, soll den Konzern verlassen. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe. Bartls Vertrag wäre im Dezember ausgelaufen, es soll nur noch um die Details der Trennung gehen.

Andreas Bartl, 49, TV-Vorstand von ProSiebenSat1 und Vorsitzender der Geschäftsführung der ProSiebenSat1 TV Deutschland, soll den Konzern verlassen. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe. Bartls Vertrag wäre im Dezember ausgelaufen, es soll nur noch um die Details der Trennung gehen. Thomas Ebeling, 52, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, plane offenbar das Vorstands-Ressort Fernsehen selbst zu übernehmen, heißt es in der "Süddeutschen". Den Vorsitz von ProSiebenSat1 TV Deutschland könnte der Zeitung zufolge ProSieben-Geschäftsführer Jürgen Hörner bekommen, der dem Gremium bereits angehört.

Andreas Bartl hat in München-Unterföhring noch die goldene Zeit und den Untergang der Kirch-Gruppe erlebt, dazu den Einzug des amerikanischen Investors Haim Saban und schließlich die Übernahme durch die Finanzinvestoren KKR und Permira im Dezember. Seit Juni 2008 ist er Mitglied des Vorstands der ProSiebenSat.1 Media AG und zeichnet für das Ressort ProSiebenSat.1 TV Deutschland verantwortlich. Gleichzeitig ist er Geschäftsführer der Firma ProSiebenSat.1 TV Deutschland, die die vier deutschen Free TV Fernsehsender bündelt: Sat.1, ProSieben, kabel eins und sixx.

Bartl arbeitet seit 1991 für die ProSienSat.1-Gruppe. 1995 übernahm er die Leitung der Spielfilmredaktion von ProSieben und 1997 wurde er stellvertretender Programmdirektor des Senders. Von 2000 bis 2005 leitete Bartl als Geschäftsführer den Schwestersender kabel eins, danach übernahm er den Chefposten bei ProSieben; unter seiner Führung entstanden TV-Formate wie "Germany's Nex Topmodel" oder "Schlag den Raab". Zwischenzeitlich hat Bartl - nach der Entlassung von Geschäftsführer Guido Bolten - auch den Sender Sat.1 geführt, hier steht seit vergangenen Oktober Joachim Kosack am Ruder. 

Die "SZ" schreibt, dass sich Bartl und sein Boss Thomas Ebeling, der ehemalige Novartis-Manager, in Sitzungen augenscheinlich fremd geworden sind. Ebeling soll sich wohl zunehmend eingeschmischt haben und eigene Ideen durchgesetzt haben. Dazu soll Ebeling Bartl anlasten, dass Sat.1 zuletzt nicht mehr beim Publikum ankam. Im Januar unterschritt der Sender die Grenze von 10% Marktanteil (Zielgruppe: 14 bis 49 Jahre). ProSiebenSat.1 will sich zu dem "SZ"-Bericht nicht äußern.

 

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