Mozilla macht den Browser zum Handy-Betriebssystem

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica, in Deutschland mit o2 vertreten, und Firefox-Macher Mozilla lancieren ein Betriebssystem für Smartphones, das nahezu alle Funktionen in den Webbrowser verlegt. Telefonica nennt die auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress für 2012 angekündigten Geräte "Open Web Devices" (OWD).

Schon Anfang 2011 habe Telefonica die Arbeit an OWD aufgenommen. Nachdem Mozilla im Sommer 2011 mit "Boot2Gecko" ein ähnliches Projekt bekannt gab, habe man sich zusammengetan und die nun vorgestellte Plattform entwickelt (Mitteilungen von Telefonica und Mozilla). Auch die Deutsche Telekom unterstützt die Entwicklung von Boot2Gecko.

Die App-Icons in dem neuen Betriebssystem sind lediglich Links zu in HTML5 programmierten Web-Apps. Diese Web-Apps würden nicht nur auf Boot2Gecko-Geräten laufen, sondern auch auf anderen Plattformen mit einem modernen Mobilbrowser, darunter iOSAndroid und Windows Phone 7 (WP7). Selbst Grundfunktionen wie Telefon, SMS und Foto wandern in den Browser. Weitere Apps sollen über einen Laden im Internet vertrieben werden. Als Basis für Boot2Gecko dient eine schlanke Version des offenen Betriebssystems Linux

Auch Googles Betriebssytem Android basiert auf Linux - ebenso Chrome OS. Letzteres ist ein ebenfalls auf den Browser reduziertes Betriebssystem und gleicht damit vom Konzept her Boot2Gecko, mit dem Unterschied, dass Chrome OS für Notebooks gedacht ist. Allerdings gibt es Gerüchte, dass Google mit der Einführung von Android 5 (Jelly Bean) die Möglichkeit einbauen wird, beim Systemstart zwischen Android und Chrome OS zu wählen ("Digitimes").

Teilweise liefen die Demo-Versionen von Boot2Gecko noch auf dem Samsung Galaxy SII. Doch wenn erste OWD-Geräte im Laufe des Jahres erscheinen, sollen diese auf Chips von Qualcomm basieren und deutlich günstiger sein als bisherige Smartphones. 

Auch Facebook fördert Web-Apps

Das soziale Netzwerk Facebook hat - ebenfalls auf dem Mobile World Congress - angekündigt, innerhalb des W3C, einem Gremium zur Standardisierung von Web-Techniken, die für Web-Apps relevante HTML5-Technik zu einem geräteübergreifenden Standard zu machen. Noch würden Web-Apps nicht in jedem Browser gleich dargestellt. Um die Fähigkeiten zu testen, stiftet Facebook die Testanwendung Ringmark.

Ebenfalls vereinfachen will Facebook die Bezahlung von Apps. Gemeinsam mit großen Telekomkonzernen, darunter AT&T, Deutsche Telekom, Telefónica und Vodafone, will Facebook die Abrechnung über die monatliche Mobilfunkrechnung ermöglichen.

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