Dank der Digital-Dollars: Axel Springer steigert Umsatz und Ergebnis zweistellig

07.03.2012
 

"Die konsequente Digitalisierung unseres Geschäftes im In- und Ausland bleibt der Schlüssel zum langfristigen Erfolg des Unternehmens", erklärte Mathias Döpfner am Mittwoch. Der Vorstandsvorsitzender von Axel Springer konnte auch für 2011 eine Rekordbilanz vorlegen. Der Umsatz des Medienkonzerns stieg gegenüber dem Vorjahr um satte 10,1% auf 3,2 Mrd Euro, wobei das Wachstum der digitalen Aktivitäten und der internationalen Printmedien die leicht rückläufigen Erlösen bei den inländischen Printmedien mehr als ausgleichen konnte.

"Die konsequente Digitalisierung unseres Geschäftes im In- und Ausland bleibt der Schlüssel zum langfristigen Erfolg des Unternehmens", erklärte Mathias Döpfner am Mittwoch. Der Vorstandsvorsitzender von Axel Springer konnte auch für 2011 eine Rekordbilanz vorlegen. Der Umsatz des Medienkonzerns stieg gegenüber dem Vorjahr um satte 10,1% auf 3,2 Mrd Euro, wobei das Wachstum der digitalen Aktivitäten und der internationalen Printmedien die leicht rückläufigen Erlösen bei den inländischen Printmedien mehr als ausgleichen konnte.

Auch das Ergebnis legte zweistellig zu: So stieg das Ebitda im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 16,2% auf 593,4 Mio Euro und liegt damit auf Rekordniveau. Die Ebitda-Rendite konnte Springer auf 18,6% verbessern. 

Mit dem Ergebnis 2011 hat Springer seine im März veröffentlichte und im Herbst bezüglich der erwarteten Umsatzentwicklung angehobene Prognose leicht übertroffen. Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung werden deshalb eine Dividende von EUR 1,70 je Aktie (Vj: EUR 1,60) vorschlagen.

Digitale Aktivitäten mit zweistelliger Rendite, Spitzenplatz in Europa

"Wenn wir uns mit den börsennotierten europäischen Online-Unternehmen vergleichen, sind wir mit unseren Erlösen aus dem digitalen Geschäft mittlerweile auf den zweiten Platz vorgerückt, in der Kategorie der Medienunternehmen liegen wir bereits auf dem ersten Platz", sagte Döpfner. Mit seinen Aktivitäten in den Feldern Inhalte-Portale, Online-Marktplätze und Online-Vermarktung schaffte Axel Springer im Segment Digitale Medien 2011 eine starke Ebitda-Rendite von 16,4% (Vj: 12,1%). Das Ebitda verbesserte sich hier um 84,2% auf 158,1 Mio Euro (Vj.: 85,8 Mio Euro). Die Segmenterlöse stiegen im Berichtszeitraum um 35,2% auf 962,1 Mio Euro. (Vj.: 711,8 Mio Euro), wobei die Werbeerlöse sich um 41,5% erhöhten, die übrigen Erlöse um 11,8%. Die Konzernspitze führt dies vor allem auf hoch profitable Assets wie das französische Immobilienportal SeLoger.com zurück. Zudem seien gezielte Akquisitionen und Bezahlinhalte im mobilen Internet die Erfolgsgaranten gewesen. "Die zweistellige Rendite unserer digitalen Aktivitäten belegt, dass unser Online-Wachstum nicht Wachstum um des Wachstums Willen bedeutet, sondern der Profitabilität dient", so Döpfner.

In den kommenden sechs bis sieben Jahren will Springer 50% seines Umsatzes und 50% seines Gewinns aus dem Digitalgeschäft heraus erwirtschaften. "Wir versuchen, das Unternehmen so schnell wie möglich auf zwei gleich große Beine zu stellen", sagte Döpfner. Das Printgeschäft soll weiterhin auf gleich hohem Niveau zum Unternehmenserfolg beitragen.

Leistungsschutzrecht ist kein "Lex Google"

Angesprochen auf die von der Regierungskoalition beschlossene Einführung eines Leistungsschutzrechts begrüßte Döpfner die Entscheidung und betonte, dass es sich dabei nicht wie vielfach geschrieben, um ein "Lex Google" handle. Es gehe vielmehr darum, von all jenen Marktteilnehmern einen Beitrag zu fordern, die im Internet Inhalte anderer nutzten. Das gelte nicht nur für Google, sondern auch für Content-Aggregatoren oder Unternehmen wie die "Huffington Post". Ähnlich hatte sich bereits Ex-Google-Chef Eric Schmidt geäußert, der die Einführung eines Leistungsschutzrechtes jedoch grundsätzlich ablehnt (kress.de vom 6. März 2012). Döpfner erwartet aus den aus dem Leistungsschutzrecht resultierenden Erlösen "kein großes Geschäft".

Von Springers Rekordergebnis sollen auch in diesem Jahr wieder die Mitarbeiter profitieren. Der Verlag steckt jedem berechtigten Mitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung von 1.200 Euro in die Tasche. Im vergangenen Jahr gab es noch 800 Euro. Zudem legt der Konzern ein neues Aktienbeteiligungsprogramm auf. Das sieht vor, dass Mitarbeiter ihre Erfolgsbeteiligung zu 50 bzw. 100% in Aktien der Axel Springer AG umwandeln können. Der Verlag stockt den eingesetzten Betrag anschließend um 20 bzw. 30% auf. Springer beteiligt seine Mitarbeiter seit 2006 am Unternehmenserfolg.

Döpfners Prognose für 2012

Unter der Annahme, dass sich die Konjunktur nicht signifikant eintrübt, rechnet Döpfner für das Geschäftsjahr 2012 im Konzern mit einem Anstieg der Gesamterlöse im einstelligen Prozentbereich. Voraussichtlich leicht sinkende Vertriebserlöse sollten von insgesamt über Vorjahr liegenden Werbe- und übrigen Erlösen überkompensiert werden. Der Vorstand geht davon aus, dass leicht rückläufige Erlöse im nationalen und internationalen Printgeschäft durch steigende Erlöse bei den digitalen Medien mehr als aufgefangen werden können. Auch für das Ebitda wird ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr erwartet. Hierbei rechnet der Vorstand mit leichten Ergebnisrückgängen im Printgeschäft, während das Ergebnis des digitalen Geschäfts deutlich über dem Vorjahreswert liegen sollte.

Die Axel-Springer-Konzernkennzahlen 2011 (im PDF)

Der Axel-Springer-Geschäftsbericht 2011 (im PDF)

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