Facebook-Zwang verhindert anonyme Nutzung: Datenschützer knöpfen sich Spotify vor

14.03.2012
 

Sie machen aus ihrer "Liebe" kein Geheimnis. Der am Dienstag in Deutschland gestartete Musikdienst Spotify und das soziale Netzwerk Facebook sind unzertrennlich. Das merkt der User schon bei der Anmeldung. Ohne Facebook-Account kommt man bei Spotify nicht rein. Der Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar kritisiert diese Vorgehensweise,

Sie machen aus ihrer "Liebe" kein Geheimnis. Der am Dienstag in Deutschland gestartete Musikdienst Spotify (kress.de vom 12. März 2012) und das soziale Netzwerk Facebook sind unzertrennlich. Das merkt der User schon bei der Anmeldung. Ohne Facebook-Account kommt man bei Spotify nicht rein. Der Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar kritisiert diese Vorgehensweise, ein weiterer Datenschützer warnt sogar vor der Spotify-Nutzung.

"Das Telemediengesetz verpflichtet die Internetdiensteanbieter, eine anonyme oder pseudonyme Nutzung des Dienstes anzubieten. Ein solches Recht wird aber nicht gewährt, wenn sich der User vorher bei Facebook registrieren lassen muss", sagte Schaar der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Schließlich fordere Facebook seine User auf, ihren vollständigen Namen anzugeben, und schließe eine pseudonyme Nutzung damit aus.

Spotify-Nuter schätzen die sozialen Seite des Angebots, weil sie durch die Anbindung der sozialen Netzwerke sehen können, was ihre Freunde für Musik hören. "Wenn es dir wie uns geht, bekommst du auch lieber Musikempfehlungen von deinen Freunden als von einer Maschine", heißt es bei Spotify.

Alexander Dix, Berliner Beauftragter für den Datenschutz, warnt im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gar vor der Nutzung des Dienstes: "Da Facebook sich nicht an deutsches Datenschutzrecht hält, wie das Landgericht Berlin gerade bestätigt hat, kann man von der Nutzung des Dienstes Spotify nur abraten." Dix empfahl den Anbietern, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das mit dem deutschen Datenschutz kompatibel sei.

Die Musikindustrie begrüßt dagegen das Spotify-Angebot. Dadurch werde eine Brücke zurück zum legalen Musikkonsum geschlagen, wird Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) zitiert. Ihm zufolge laden mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland Musik illegal herunter. Drei Viertel davon würden gar kein Geld mehr für Musik ausgeben. Dieser Entwicklung könnten Dienste wie "Spotify" entgegenwirken. Spotfiy bietet zwei Bezahlmodelle an.

Mit der Gema steht die Einigung noch aus

Mit der Musikverwertungsgesellschaft Gema gibt es bislang noch keinen Vertrag und noch keine Einigung (kress.de vom 13. März 2012). Laut Harald Heker, dem Vorstandsvorsitzenden der Gema, ist eine letzte Verhandlungsrunde für den 26. März geplant. Heker ist "durchaus optimistisch", dass Spotify und die Gema zusammenkommen.

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