Von wegen Netzneutralität: EU-Studie stellt gezielte Drosselung im Netz fest

 

Telekommunikationsanbieter in Europa blockieren oder drosseln gezielt Internetanwendungen. Meist sind Voice over IP (VoIP), also das Telefonieren über das Internet, und P2P-Verkehr, also Datenverkehr zwischen Rechnern, betroffen. Herausgefunden hat das das Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (Berec), bei dem auch die Bundesnetzagentur Mitglied ist.

Telekommunikationsanbieter in Europa blockieren oder drosseln gezielt Internetanwendungen. Meist sind Voice over IP (VoIP), also das Telefonieren über das Internet, und P2P-Verkehr, also Datenverkehr zwischen Rechnern, betroffen. Herausgefunden hat das das Gremium europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (Berec), bei dem auch die Bundesnetzagentur Mitglied ist.

Am häufigsten griffen Provider bei VoIP- und P2P-Anwendungen ein. P2P-Datenströme, wie sie oft beim Filesharing entstehen, wurden sowohl im stationären Internet als auch in Mobilfunknetzen ausgebremst oder blockiert. Das Telefonieren über eine Internetverbindung (VoIP) sperrten Telekommunikationsanbieter dagegen meist in Mobilfunknetzen. Oft ist die Nutzung von Skype & Co. über mobile Datenverbindungen vertraglich untersagt.

Berec befragte seit Dezember vergangenen Jahres 400 Telekommunikationsanbieter, aber auch Verbraucherorganisationen, Branchenverbände und Privatnutzer. Erste vorläufige Ergebnisse teilt sie der EU-Kommission in dem nun vorliegenden Dokument mit, der endgültige Bericht ist für das zweite Quartal angekündigt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in weitere Untersuchungen zur Netzneutralität einfließen. Netzneutralität besagt, dass alle Datenpakete gleich gut übertragen werden müssen, unabhängig davon, welchen Inhalt sie haben, woher sie stammen oder was ihr Ziel ist. Mittels der sogenannten Deep Packet Inspection können Provider in die Pakete schauen.

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