"Entdeckungsoberfläche" für Inhalte: iPad-App Tweek verlinkt Empfehlungen mit Inhalten

 

Tweek versucht Antwort auf eine Frage zu geben, die so alt ist wie die Inhalteflut des Digitalzeitalters: "Was soll ich nur schauen?" Dabei fungiert die iPad-App der Berliner Ubertweek GmbH als Schnittstelle zwischen Empfehlungen, die Freunde in Form von Likes auf Facebook geben, und Inhalten, die Video-Portale wie YouTube, aber auch Shops wie iTunes oder Mediatheken von Sendern anbieten.

Tweek versucht Antwort auf eine Frage zu geben, die so alt ist wie die Inhalteflut des Digitalzeitalters: "Was soll ich nur schauen?" Dabei fungiert die iPad-App der Berliner Ubertweek GmbH als Schnittstelle zwischen Empfehlungen, die Freunde in Form von Likes auf Facebook geben, und Inhalten, die Video-Portale wie YouTube, aber auch Shops wie iTunes oder Mediatheken von Sendern anbieten.

Dass Tweek auf der Welle von Apps schwimme, die vom aktuellen Trend, Tablet und TV gleichzeitig zu nutzen, profitieren, widerspricht Marcel Düe, einer der Gründer von Tweek: "Wir sehen Tweek als Entdeckungsoberfläche."

Zu entdecken gibt es eine mit viel Liebe zum Detail gestaltete Oberfläche, die sich dem Trend widersetzt, Objekte der realen Welt zu immitieren. Die App mit ihrer technischen aber keineswegs kalten Optik gliedert sich in die drei Kategorien "Neues", "Empfehlungen" und "Im Fernsehen". "Neues" zeigt - in spaltenbreite angeordnet - Filmen und Serien, die Freunde mögen. "Empfehlungen" listet in Kacheloptik Videos auf, wobei die Anordnung weder nach Anzahl der Likes noch ganz zufällig erfolgt. Hinter "Im Fernsehen" verbirgt sich das aktuelle TV-Programm.

Was in Tweek passiert, bleibt in Tweek - noch

Tippt man mit dem Finger auf eine Sendung, öffnet sich eine Detailansicht, die zeigt, wer die Sendung "Liked" oder auf Tweek empfiehlt und Links zu möglichen Bezugsquellen. Will man selbst eine Sendung anderen Tweek-Nutzern empfehlen, kann man das mit Tippen auf ein Herz-Symbol. Jedoch findet diese Empfehlung nicht ihren Weg auf Facebook. Noch, denn: "Obwohl wir uns kurz vor dem Launch gegen eine aktive Funktion entschieden hatten, wird diese bald dazu kommen." Dann werde der Nutzer Videos nicht nur empfehlen, sondern die Empfehlung samt Kommentar auf Facebook teilen können.

"Facebook liefert genau die Daten, die wir benötigen."

"Bei unserem ersten Release haben wir uns auf Facebook beschränkt, da Facebook genau die Daten liefert, die wir benötigen, um Empfehlungen aussprechen zu können", erklärt Düe die Beschränkung auf Facebook. An der geschlossenen Testphase hätten Nutzer mit im Schnitt je 400 Freunden teilgenommen. Jeder dieser Freunde habe 4 Datenpunkte geliefert. Als Datenpunkte bezeichnet Düe Likes, die Freunde Filmen oder Serien direkt auf Facebook und auf mit Facebook verbundenen Seiten wie "Rotten Tomatoes" gaben. "Twitter ist eher ein Medium, um beispielsweise über die Trending Topics den Buzz einer Sendung zu ermitteln", so Düe. "Das ist was, über das für künftige Versionen nachdenken."

"Wir wollen noch mehr Content-Anbieter als Partner gewinnen."

Aktuell arbeitet ein achtköpfiges Team an Tweek. Neben Düe sind das Klaus Hartl, Sven Koerbitz, Nadia Boegli für die PR & Kommunikation und vier weitere Mitarbeiter, hauptsächlich Programmierer und Designer. "Fünf weitere wollen wir noch einstellen, auch die fürs Programmieren, Designen, aber auch einen für die Datenanalyse", verrät Düe zu den Planungen für 2012. Weitere Länder stünden nicht auf der Agenda, aber: "Wir wollen noch mehr Content-Anbieter als Partner gewinnen, da wir den Anspruch haben, möglichst alle Bezugsquellen abzudecken. In Großbritannien kann Tweek bereits direkt auf Inhalte des Abo-Angebots Netflix verlinken, hierzulande fehlt eine solche Partnerschaft noch. "Wir können auch noch nicht alle Mediatheken verlinken, weil beispielsweise die der ARD in Flash programmiert ist und das iPad Flash-Inhalte nicht wiedergeben kann."

Absage an Banner-Werbung

Die Frage, wann Tweek Gewinn machen wird, kann Düe nicht beantworten. Natürlich wolle man als Firma Geld verdienen. "Doch wir bauen hier keinen Onlineshop sondern etwas ganz Neues auf." Entsprechend schwer falle es, Prognosen abzugeben. Werbung in Form von Bannern erteilt Düe eine Absage: "Diese Werbeform würde auch nicht zur App passen, bei der wir sehr viel Wert auf Design gelegt haben." Auch eine Versponsorung der App oder sonstige Partnerschaft ist nicht geplant. Tweek, so Düe, solle als Marke im Vordergrund stehen. Doch wie verdient Tweek nun Geld? "Einnahmen erzielen wir durch Lead Generation, also durch Geld, das uns die Anbieter bezahlen, die durch uns Kunden oder Zuschauer gewinnen", sagt Düe. Die Idee, dass einzelne Anbieter sich einen Platz ganz oben auf der Empfelungsliste erkaufen können, kommt für Düe nicht in Frage. 

Der iPad-App könnte bald eine iPhone-App folgen: "Das iPad war eine logische erste Wahl, da es diesen Lean-Back Charakter unterstützt den wir mögen", so Düe. Mit einer App für das iPhone könnte man allerdings noch mehr Nutzer erreichen. "Daher denken wir auch darüber nach."

Seit 19. März ist die App im deutschen und britischen Apple App Store kostenlos erhältlich.

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