"Grundgesetz schreibt Staatsferne vor": Medienaufsicht will "Liga total" überprüfen

 

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) sieht einen möglichen Verkauf der Bundesliga-Rechte an die Deutsche Telekom kritisch. Siegfried Schneider, der Präsident der Medienaufsicht, sagte nach einer Sitzung des Medienrats am 29. März:

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) sieht einen möglichen Verkauf der Bundesliga-Rechte an die Deutsche Telekom kritisch. Siegfried Schneider, der Präsident der Medienaufsicht, sagte nach einer Sitzung des Medienrats am 29. März: "Bedeutsam daran ist aus rundfunkrechtlicher Sicht, dass der Bund knapp 32% der Anteile an der Telekom hält und regelmäßig über eine Mehrheit in der Hauptversammlung verfügt, im Grundgesetz aber die Staatsferne des Rundfunks vorgeschrieben ist."

Sollte die Telekom bei der Ausschreibung für die Saison 2013/14, für die Unternehmen bis 2. April Gebote abgeben können, von der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Zuschlag für mehr Rechte bekommen, könnte man den Vertrag wohl nicht einfach verlängern, so Schneider weiter.

Seit 2009 lässt die Telekom von Constantin Sport Medien GmbH ihr Fußball-Programm "Liga total" produzieren. Als die BLM damals die Verträge der Telekom und der Constantin Sport Medien überprüfte, habe sie keinen Programmeinfluss der Telekom auf "Liga total" festgestellt. "Die Frage des Einflusses der Telekom auf die Constantin Sport Medien muss allerdings neu gestellt werden, wenn die Telekom neben den IPTV- und den Mobile-Rechten weitere Rechte an der Fußball-Bundesliga für die Kabel- und Satellitenausstrahlung erwirbt", sagte Schneider.

Die Telekom wundert sich über das Aufhebens: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert einen Konzernsprecher mit den Worten: "Manche Gutachter erwecken den Eindruck, als wollten wir einen Nachrichtensender aufmachen. Dabei wollen wir doch nur Fußball einspeisen."

Schon der Direktor der Landesmedienanstalt des Saarlandes (LMS), Gerd Bauer, sah durch das Angebot der Deutschen Telekom zum Kauf der Fußballrechte wesentliche Grundfragen des Rundfunks in Deutschland berührt (kress.de vom 28. März 2012). Und auch der Vorsitzende der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK), Thomas Fuchs, stellte die Rechtmäßigkeit von "Liga total" in Frage, sollte die Telekom umfassendere Bundesliga-Rechte als bisher erwerben (kress.de vom 26. März 2012). Über den Wind, der der Telekom nun entgegenbläst, kann sich Sky freuen. Für den Pay-TV-Sender ist die Bundesliga-Übertragung ein wichtiger Teil des Programmangebots. Um andere von Geboten abzuhalten, bot Sky-Chef Brian Sullivan anderen Unternehmen an, sie mit Inhalten zu beliefern (kress.de vom 21. Fabruar 2012).

Ihre Kommentare
Kopf

DeeJay

30.03.2012
!

Ich verstehe bei der Diskussion nicht ganz, warum es der Telekom nicht erlaubt sein sollte, mitzubieten..wäre es den öffentlich-rechtlichen Anstalten, die sich über unsere Gebühren finanzieren, denn auch verboten? Ist es nicht egal, ob die Beteiligung des Staates über Aktien oder Gebührenleistungen der Bürger besteht?


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