Erst kaufen, dann weiterverkaufen: Telekom bietet für Bundesliga-Rechte

 

Die Deutsche Telekom hat wie erwartet ihr Gebot für die Fußball-Bundesliga-Rechte für die Saison 2013/14 abgegeben. Die Frist dafür endete am 2. April. Bisher hatte die Telekom nur die IPTV- und Mobile-Rechte, nun bietet sie für alle Übertragungswege - und kommt damit dem Pay-TV-Anbieter Sky ins Gehege. Wann die DFL entscheiden wird, wer den Zuschlag erhält, ist unklar.

Die Deutsche Telekom hat wie erwartet ihr Gebot für die Fußball-Bundesliga-Rechte für die Saison 2013/14 abgegeben. Die Frist dafür endete am 2. April. Bisher hatte die Telekom nur die IPTV- und Mobile-Rechte, nun bietet sie für alle Übertragungswege - und kommt damit dem Pay-TV-Anbieter Sky ins Gehege. Wann die DFL entscheiden wird, wer den Zuschlag erhält, ist unklar.

Der Telekommunikationskonzern möchte die Rechte jedoch nicht nur für das Fußball-Programm "Liga total" nutzen, das seit 2009 Constantin Sport Medien im Auftrag der Telekom produziert, sondern auch weiterverkaufen - sowohl als bloßes Übertragungsrecht als auch als fertigproduziertes Fußball-Programm. Zwar wollte sich die Telekom auf kress-Anfrage nicht zum eigentlich Gebot äußern, jedoch zu den Plänen, sollte der Konzern den Zuschlag erhalten. Über ein "Wholesale-Modell" (Großhandelsmodell) plant die Telekom die Rechte nicht-exklusiv weiterzuverkaufen, also beispielsweise an Sky und gleichzeitig an einen Kabelnetzbetreiber. Ob die Vertragspartner nur das Recht oder gleich das fertige Programm erwerben, wäre Verhandlungssache. Auch Sky-Chef Brian Sullivan bot sich in einem Interview anderen Unternehmen als Inhaltelieferant an (kress.de vom 21. Fabruar 2012).

Die Medienaufsicht legt großen Wert darauf, dass die Telekom keinen Programmeinfluss auf "Liga total" nimmt. "Die Frage des Einflusses der Telekom auf die Constantin Sport Medien muss allerdings neu gestellt werden, wenn die Telekom neben den IPTV- und den Mobile-Rechten weitere Rechte an der Fußball-Bundesliga für die Kabel- und Satellitenausstrahlung erwirbt", sagte Siegfried Schneider, der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) vergangene Woche (kress.de vom 30. März 2012). Hintergrund seiner Bedenken: An der Telekom ist nach wie vor der Staat beteiligt, "im Grundgesetz aber die Staatsferne des Rundfunks vorgeschrieben".

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