"Ins Kraut schießende Spekulationen beendet": WDR strahlt digitales ARD Sportradio nicht aus

13.04.2012
 

Der WDR verzichtet auf die geplante Ausstrahlung des ARD Sportradios zur Fußball-Europameisterschaft. Das Angebot war für die Zeit vom 19. Mai bis 8. Juli für das Digitalprogramm vorgesehen. In einer kurzen Mitteilung vom Freitagnachmittag schreibt der WDR, dass er damit die ins Kraut schießenden Spekulationen um angebliche Pläne für ein bundesweites Sportradio der ARD für beendet ansehe.

Der WDR verzichtet auf die geplante Ausstrahlung des ARD Sportradios zur Fußball-Europameisterschaft (kress.de vom 12. April 2012). Das Angebot war für die Zeit vom 19. Mai bis 8. Juli für das Digitalprogramm vorgesehen. In einer kurzen Mitteilung vom Freitagnachmittag schreibt der WDR, dass er damit die ins Kraut schießenden Spekulationen um angebliche Pläne für ein bundesweites Sportradio der ARD für beendet ansehe.

Der Sender spielt dabei auf die Kritik der Privatradios an. Klaus Schunk, Vizepräsident Radio und Audiodienste des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), hatte zuvor ein "Spielverbot für gebührenfinanziertes digitales Radio-Sportprogramm" gefordert. Es sei blanker Zynismus, wenn der WDR dieses Projekt öffentlich als 'Förderung des Digitalradios' deklariere, in internen Papieren aber laut Presseberichten davon spreche, man wolle einem erfolgreichen privaten Radiokanal 'etwas entgegensetzen', so Schunk.

Auch die Medienaufsicht hatte sich beschwert: Als "schwere Belastung für die gemeinsamen Anstrengungen von öffentlich-rechtlichem und privaten Runfunk zur Förderung von Digitalradio in Deutschland", bezeichnete der Hörfunkbeauftragte der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Gerd Bauer, die Pläne des WDR.

Der WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz hatte die Kritik zurückgewiesen: "Wie schon aus der Bezeichnung Event-Radio hervorgeht, handelt es sich gerade nicht um ein bundesweites Radioangebot, das im übrigen gesetzlich auch gar nicht erlaubt wäre." Das Event-Radio würde zudem nun bereits zum dritten Mal anlässlich eines Sport-Großereignisses veranstaltet, sagte Schmitz.

Hintergrund: Der WDR hatte geplant, von 19. Mai bis 8. Juli auf dem Kanal "Event - Das ARD Sportradio" täglich 18 Stunden zu senden. Die EM-Spiele wird der WDR nun nach eigenen Angaben über die Mittelwelle per Livestream übertragen.

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