"Hot" im kress-Check: Eine Styling-Freundin, die zum Geldausgeben rät

 

In der neuen G+J-Zeitschrift "Season" konnte man sich unter anderem gut beraten lassen, wenn es um ein neues Fahrrad oder einen Kühlschrank ging - und diese online gleich kaufen. Das frisch startende MVG-Modemagazin "Hot - Fashion & Shopping" (EVT: 19. April, Copypreis: 2,00 Euro) verspricht mehr: ein Umstyling-Wunder. Nach sorgfältiger Lektüre, etwas Inspiration und gezielten Klicks auf "Hot-magazin.de" verwandelt frau sich hier in Stars wie Emma Stone und Gwyneth Paltrow.

In der neuen G+J-Zeitschrift "Season" konnte man sich unter anderem gut beraten lassen, wenn es um ein neues Fahrrad oder einen Kühlschrank ging - und diese online gleich kaufen. Das frisch startende MVG-Modemagazin "Hot - Fashion & Shopping" (EVT: 19. April, Copypreis: 2,00 Euro) verspricht mehr: ein Umstyling-Wunder. Nach sorgfältiger Lektüre, etwas Inspiration und gezielten Klicks auf "Hot-magazin.de" verwandelt frau sich hier in Stars wie Emma Stone und Gwyneth Paltrow.

Schon auf dem "Hot"-Titel, der alle verfügbare Fläche nutzt, um zu zeigen, worum es in dem ambitionierten Neustart geht, wird deutlich, dass diesmal Frau Paltrow nicht in Großaufnahme lächeln soll, wie man sie von vielen anderen Frauenzeitschriften kennt. Weil man genau sehen sollte, wie sie den kurzen Rock mit ihren Oberteilen kombiniert und dabei auch noch Schmuck und Umhängetasche ins Bild rückt, muss sie den Kopf etwas verkrampft unter die rechte obere Heftecke beugen. Doch auch für "Hot" gilt offenbar die alte Märchen-Devise: Wer schön sein will, muss ein wenig leiden.

60 bis 70 Prozent der vorgestellten Mode steht online zum Verkauf

Dafür erfährt man in einer zweiseitigen Cover-Modestrecke nicht nur Hintergründe zur selbstentworfenen Kollektion von Gwyneth Paltrow, sondern natürlich detailliert, aus welchen Einzelstücken sie sich zusammenstellt - und wie man sie sich aneignen kann. Dezent angebrachte Nummern-Codes im Heft verweisen durchgängig auf die "Hot"-Website, wo man Glitzertop, Canvas-Shopper, Espadrilles-Wedges samt dem Pflegeöl erstehen kann.

60 bis 70 Prozent aller in "Hot" zum Bestaunen freigegebenen Kleider und Beautyprodukte können auch tatsächlich online gekauft werden, verrät Produktmanager Peter Machalett stolz. Wenn seine Anzeigen- und Kooperations-Crews weiterhin fleißig arbeiten, soll der Anteil in den nächsten "Hot"-Heften noch steigen.

Emma Stone wird fachgerecht entblättert

In einer ähnlich gelagerten VIP-Modestrecke wird mit detektivischer Inbrunst - einem Stilprinzip, das man etwa auch von Burdas "InStyle" kennt - die "Stil-Ikone" Emma Stone kunstvoll entblättert. Immer dienen dabei reale Fotografien oder Catwalk-Aufnahmen als Beleg dafür, dass diese Mode auch wirklich getragen wurde und sich zum Nachkaufen empfiehlt.

Von einzelnen Modestrecken bei "Hot" zu sprechen, wäre allerdings müßig. Immerhin widmet sich doch der 162-Seiten-Titel einmal abgesehen von einem Beauty-Schwerpunkt im hinteren Heftteil, für den man im Heimatverlag von "Cosmopolitan", "Shape" und "Joy" viel Kompetenz und bestehende Kontaktnetzwerke mitbringt, ausschließlich Fashion- und Accessoires-Themen.

Text-Gehalt bleibt sehr übersichtlich

Um Monotonie vorzubeugen und nicht wie ein aufgepeppter "Otto"- oder "Quelle"-Katalog zu wirken, hat sich die Redaktion allerdings Trend-Schwerpunkte, eine Teststrecke für Online-Shops aus dem Ausland (hier erstmalig: London) oder eine Kino-Ecke, in der die Mode aus aktuellen Neustarts (hier: "My Week with Marilyn") begutachtet wird, einfallen lassen. Während es allerdings fast keine Seite ohne Kaufanreize gibt, bleibt der Textanteil sehr übersichtlich - etwa in einer Seite Fashion News oder einem Mini-Essay über die geschichtliche Entwicklung vom "Modediktat" hin zur "Modedemokratie".

Natürlich war im besonderen die Grafik gefordert (Art Direction: Sonja Hajek), "dass es nicht billig wirkt", so Machalett. Deswegen wird bei den durchweg selbst produzierten Modestrecken auch einmal luftiger gestaltet. Oder zu ungewöhnlichen Bildschnitten gegriffen: Wenn es um Schuhe geht, sind die Köpfe der Modelle doch nun wirklich Nebensache.

Ob alle Leserinnen den Anspruch von "Hot", als echtes Modemagazin ernst genommen zu werden, teilen werden, muss bezweifelt werden. Als durchaus ansprechender Ideengeber dürfte es allerdings gut funktionieren. "Das Heft versteht sich als Stylecoach", so MVG-Geschäftsführerin Waltraut von Mengden. "Es wie eine gute Freundin, die uns bei der Modeauswahl berät", sagt sie und fügt augenzwinkernd an, dass Männer dafür als kritische Ratgeber oft besser geeignet sind. Machalett, der anstelle eines Chefredakteurs auch dem rund 20-köpfigen Entwicklungsteam vorstand, dürfte dieses Lob gefallen. 

Stefan Gessulat war nur drei Monate an Bord

Offizielle Sprachregelung im Haus ist, dass Ex-"Playboy"-, Ex-"Maxim" und Ex-"Matador"-Chefredakteur Stefan Gessulat, der an der Entwicklung maßgeblich mitwirkte, von vornherein nur befristet für "Hot" tätig war - und zwar für eine Dauer von drei Monaten. Im Impressum wird Gessulat wie Petra Springer als "Consultant" geführt.

Der vermutlich wichtigste Text-Baustein von "Hot" findet sich auf S. 162, in dem bereits das nächste Heft für den Herbst angekündigt wird. Wie der Verlag kress.de verriet, erscheint "Hot" ab dann in monatlicher Frequenz. Dass das Konzept, das Marquard Media in ähnlicher Form - allerdings nur als Magazin, ohne Online-Anbindung - bereits in Polen fährt, auch hierzulande erfolgreich sein wird, davon ist Waltraut von Mengden überzeugt. In der Marktforschung kam "Hot" gut weg.

Anzeigenstrecken sind gut gebucht - auch mit Neukunden

Und die Resonanz der Anzeigenkunden ist beachtlich. Rückenwind gibt, dass bei einem Copypreis von 16.000 Euro (1/1 4c) viele namhafte Modekunden mitzogen - darunter auf den elf opulenten Anzeigenseiten vor dem Editorial sogar Inserenten wie Ermanno Scervino, die bislang nicht in deutschen Magazinen schalteten. Dass die Modeindustrie, die oft etwas kapriziös auf neue Titel reagiert, so engagiert mitzog, überraschte sogar MVG selbst.

Getrommelt wird für "Hot - Fashion & Shopping" (Auflage: 200.000 Exemplare) mit einer inhouse produzierten Kampagne. Neben Anzeigenmotiven in eigenen Blättern und in Titeln wie "Gala" oder "Welt", kommt unter anderem auf Sendern wie RTL, ProSieben und SAT.1 ein 15-Sekünder zum Einsatz.

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