Smartphone-Millionenpublikum im Blick: ADAC gibt mit "Motorwelt"-App für das iPhone Gas

 

ADAC-Großkommunikator Michael Ramstetter, der neben seiner Tätigkeit als oberster Öffentlichkeitsarbeiter auch "Motorwelt"-Chefredakteur ist, kann mit dem Selbstbewusstsein auftreten, 18 Mio Club-Mitglieder hinter sich zu wissen. Und so hat seine "Motorwelt"-App für iPhone-Nutzer Signalwirkung für die Medienlandschaft. "Wir werden sehr schnell in Reichweiten-Regionen vorstoßen, von denen andere nur träumen können", sagte er im kress.de-Exklusivgespräch zum Start.

ADAC-Großkommunikator Michael Ramstetter, der neben seiner Tätigkeit als oberster Öffentlichkeitsarbeiter auch "Motorwelt"-Chefredakteur ist, kann mit dem Selbstbewusstsein auftreten, 18 Mio Club-Mitglieder hinter sich zu wissen. Und so hat seine "Motorwelt"-App für iPhone-Nutzer Signalwirkung für die Medienlandschaft. "Wir werden sehr schnell in Reichweiten-Regionen vorstoßen, von denen andere nur träumen können", sagte er im kress.de-Exklusivgespräch zum Start.

Seit fast einem Jahr arbeitet hinter den Kulissen ein Team um Mario Vigl, Ramstetters Stellvertreter in der Chefredaktion der "Motorwelt", als interner Projektleiter an dem Vorhaben, auf einer zentralen App die Inhalte des Monatsmagazins mit jenen der Digital-Redaktion zusammenzuführen. Vor einem halben Jahr wurde das Projekt konkret, aktuell wurde es von Apples App-Prüfern freigegeben.

Von außen wurde die ehrgeizige App-Entwicklung von Robert Jacobi unterstützt: Der Co-Gründer und Co-Geschäftsführer der Münchner Beratungsgesellschaft The Nunatak Group arbeitet dem Projekt inhaltlich und technisch zu. ADAC-intern wirkte an den neuen Mobillösungen Kai Fischer mit. Der Projektmanager für digitale Produkte und Leistungen kam im September 2010 von AOL.

Kostenfreier Zugang auch für Nicht-ADAC-Mitglieder

Europas größte Zeitschrift, wie sich die "Motorwelt" nennen darf, ist ab sofort in mobiler Form nutzbar: Die Inhalte der in die sechs Ressorts "Auto & Technik", "Verkehr & Recht", "Reisen & Freizeit", "Club", "Motorsport" und "Oldtimer" gegliederten App sind für dabei auch für Nicht-Mitglieder zugänglich. Die entsprechende iPhone-App - eine Ausgabe für Android-Handys soll rasch folgen - kann kostenfrei heruntergeladen werden. Die aktuellsten Meldungen und alle Videos können frei aufgerufen werden. Ab einer zweiten Ebene eröffnet ein ADAC-Mitglieder-Login den Zugriff auf Zusatzinhalte und das vollständige Archiv.

Über 20 tagesaktuelle neue Nachrichten frei zugänglich

Laut Vigl kann er 80 bis 90 Prozent der "Motorwelt"-Inhalte für die App umsetzen. Hinzu kommen tagesaktuelle Meldungen - auch im Push-Verfahren - sowie sämtliche politischen und wirtschaftlichen Stellungnahmen, ADAC-Tests und Berichte samt der vielen Bewegtbildinhalte, die ohnehin über den zentralen Newsdesk der ADAC-Redaktion gehen. Für die eher opulenten Inhalte des "ADAC reisemagazin" hat er sehenswerte neue Darstellungsformen entwickelt, bei der etwa eine im Heft mehrseitige Reportage auf eine originelle App-Bildergalerie zum Blättern verdichtet wurde. 

Über 20 neue Nachrichten werden täglich frei über die App zu lesen sein, sagt Vigl und freut sich über den aufmerksamkeitsstarken Newskanal. "Wir hatten immer mehr Themen, als wir spielen konnten." Als Vorbilder für die neue App lässt Ramstetter nur die Branchenbesten gelten und nennt etwa die Apps von n-tv.de und Spiegel Online. "Alles, was daran gut ist, wird bei uns integriert", sagt er.

Die App soll helfen, die Auflage der "Motorwelt" zu senken

Strategisch erhofft sich Michael Ramstetter auch verlegerische Vorteile von der App: "Die digitalen Medien werden uns mittelfristig enorm entlasten", sagt er mit Blick auch auf die enormen Druckkosten der "Motorwelt". Insgesamt verwalte er bei der Zeitschrift inklusive Redaktions- und Personalkosten ein Jahresbudget von rund 120 Mio Euro.

Zusätzlich soll der App-Einsatz seine "alte Tante", wie Ramstetter den Traditionstitel liebevoll bezeichnet, auch für die jungen, digital affinen Zielgruppen attraktiv halten. Im ersten halben Jahr erhofft sich Ramstetter rund 250.000 App-Downloads. "Wir werden Maßstäbe für den deutschen Mark setzten", lautet sein Credo. Zunächst wird die "Motorwelt"-App auf Anzeigenerlöse verzichten - bis auf weiteres. Die entsprechenden Werbeplätze sind aber schon angelegt, so der Chefredakteur.

Mobil-Lösung für den elektronischen Clubausweis ebenfalls startklar

Zeitgleich mit der "Motorwelt"-App steht nun auch eine Lösung für den elektronischen Clubausweis bereit, der als mobile Website unter m.adac.de aufbereitet wurde. Damit können ADAC-Mitglieder u.a. unterwegs von ihren Smartphones aus die Club-Vergünstigungen nützen und die Pannehilfe kontaktieren.

Insgesamt bietet der ADAC bereits 64 unterschiedlich Apps an - meist für touristische Inhalte wie bei der ADAC SkiGuide App. Michael Ramstetter kündigte an, dass er an einer Benzinpreis-App arbeiten lässt - befeuert durch die aktuelle Debatte. Außerdem wird schon bald ein Neun-Punkte-Rechner als App herauskommen, die das von seinem Beinahe-Namensvetter, Verkehrsminister Peter Ramsauer, entwickelte neue Punktekonto spielerisch erlebbar machen soll.

Ihre Kommentare
Kopf

Andek

24.04.2012
!

Ich habe schonmal versucht, die Motorwelt abzubestellen, meine ADAC-Mitgliedschaft aber zu behalten. Das sei nicht möglich, wurde mir gesagt. Nicht nur bei mir landet sie ungelesen ins Altpapier. Wenn Michael Ramstetter also die Druckkosten senken will, dann wüsste ich, wie das geht. Ganz ohne App und Hokuspokus.


Wolfgang Messer

Wolfgang Messer

- Freiberuflich tätig -
TV-Sprecher, Blogger und Redakteur

24.04.2012
!

@Andek: Sie können problemlos und online die gedruckte Ausgabe abbestellen, dann wird nur noch das E-Paper geschickt (macht deutlich weniger Altpapier ;-) Siehe:
http://www.adac.de/mein-adac/motorwelt/default.aspx?ComponentId=9665&SourcePageId=6350


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