ZDF weist Verleger-Kritik zurück: Bellut wartet und ist gesprächsbereit

04.05.2012
 

Im App-Streit wird zurzeit mehr übereinander als miteinander gesprochen. ZDF-Intendant Thomas Bellut sei irritiert über die Äußerungen von Christian Nienhaus, lässt ZDF-Sprecher Alexander Stock am Freitag ausrichten. Bellut stoße sich daran, dass NRW-Verlegerpräsident Nienhaus "öffentlich und einseitig" das Ende der Verhandlungen zwischen ARD, ZDF und BDZV über eine gemeinsame Erklärung verkünden würde.

Im App-Streit wird zurzeit mehr übereinander als miteinander gesprochen. ZDF-Intendant Thomas Bellut sei irritiert über die Äußerungen von Christian Nienhaus, lässt ZDF-Sprecher Alexander Stock am Freitag ausrichten. Bellut stoße sich daran, dass NRW-Verlegerpräsident Nienhaus "öffentlich und einseitig" das Ende der Verhandlungen zwischen ARD, ZDF und BDZV über eine gemeinsame Erklärung verkünden würde. Seit seinem Amtsantritt Mitte März warte Bellut auf einen neuen Verhandlungstermin, und er habe seine Gesprächsbereitschaft mehrfach zum Ausdruck gebracht.

Auch wenn sich der ZDF-Fernsehrat im Rahmen seiner Zuständigkeit für die Telemedienangebote des Senders eine Zustimmung vorbehält, ist das ZDF laut Sprecher Stock "jederzeit voll verhandlungsfähig". Es treffe auch nicht zu, dass das ZDF bereits erzielte Einigungen wieder infrage gestellt hätte. "Nach unserer Auffassung liegen die Positionen nicht so weit auseinander. Eine Verständigung wäre aus unserer Sicht weiterhin möglich."

Christian Nienhaus hatte in seiner Funktion als Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Verlegerverbands ZVNRW kritisiert, die öffentlich-rechtlichen Sender hätten bei den Gesprächen in den vergangenen Wochen mehrfach bereits erzielte Einigungen wieder infrage gestellt. "So kann man nicht verhandeln, und so werden wir auch nicht weiter verhandeln", sagte Nienhaus auf der Jahreshauptversammlung des Verbands am Donnerstag in Dortmund.

Nächster Verhandlungstermin am 19. Juli

Nienhaus, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, hatte vor knapp einem Jahr die Klage von acht Verlagen gegen die kostenlose "Tagesschau"-App verkündet. Bei dem Streit geht auch um andere Textangebote von ARD und ZDF für Smartphones und Tablet-Computer, die die Verleger als unfaire Konkurrenz ansehen. Zu einer gütlichen Lösung ist es bis jetzt nicht gekommen (kress.de vom 30. Mai 2012). Am 19. Juli soll nun der nächste Verhandlungstermin vor Gericht sein.

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