Nienhaus will im App-Streit nicht nachverhandeln: "Befremdet über die Erklärung des ZDF-Intendanten"

 

Es ist wie bei Eheleuten bei der Scheidung: Im App-Streit kommunizieren Verleger und Öffentlich-Rechtliche nur noch indirekt. Diesmal ist es Christian Nienhaus (Foto), Vorsitzender des Zeitungsverlegerverbandes Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, der über Simone Bellingröhr ausrichten lässt, wie befremdet er über die Erklärung des ZDF-Intendanten Thomas Bellut sei.

Es ist wie bei Eheleuten bei der Scheidung: Im App-Streit kommunizieren Verleger und Öffentlich-Rechtliche nur noch indirekt. Diesmal ist es Christian Nienhaus (Foto), Vorsitzender des Zeitungsverlegerverbandes Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) und Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, der über Unternehmenssprecherin Simone Bellingröhr ausrichten lässt, wie befremdet er über die Erklärung des ZDF-Intendanten Thomas Bellut sei.

Über seinen Sprecher teilte Bellut am vergangenen Freitag mit, dass er seit seinem Amtsantritt Mitte März auf einen neuen Verhandlungstermin warte (kress.de vom 4. Mai 2012). Doch einen solchen Termin erachtet Nienhaus für unnötig: Belluts Amtsvorgänger Markus Schächter habe an den beiden letzten Verhandlungsrunden gemeinsam mit den ARD-Intendanten Monika Piel, Lutz Marmor und Ulrich Wilhelm und den Vertretern der Zeitungsverleger teilgenommen, so Nienhaus laut Bellingröhr. Der Text der "Gemeinsamen Erklärung" sei Wort für Wort abgestimmt worden. Wenn das ZDF zu den erzielten Verhandlungsergebnissen nicht stehe oder von den eigenen Gremien gestoppt werde, machten weitere Verhandlungen keinen Sinn und fänden auch nicht statt, so Nienhaus. Es seien ARD und ZDF, die Verhandlungsergebnisse immer wieder in Frage stellten und Termin zur Unterzeichnung der "Gemeinsamen Erklärung" absagten. Nachverhandlungen lehne Nienhaus ab.

Die "Gemeinsame Erklärung von BDZV, ARD, ZDF" soll regeln, was die öffentlich-rechtlichen im Internet dürfen und nicht dürfen. Auslöser für den Streit war die "Tagesschau"-App. Acht Zeitungshäuser (u.a. Axel Springer, MDS, SV und FAZ) klagten gegen die nach ihren Angaben "textdominante Berichterstattung in der 'Tagesschau'-App ohne Sendungsbezug". Vergangenen Oktober rief der vorsitzende Richter am Kölner Landgericht die ARD und die Verleger dazu auf, sich in Gesprächen zu einigen. Die "Gemeinsame Erklärung", die man aushandelte, stieß jedoch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern intern auf Widerstand. Zu groß waren beispielsweise den Online-Verantwortlichen der ARD die Zugeständnisse an die Verleger. Am 19. Juli soll nun der nächste Verhandlungstermin vor Gericht sein.

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