Google startet Video-Live-Übertragungen

Google ermöglicht es Nutzern ab sofort, Videos live in alle Welt zu übertragen. Dafür spendiert der Konzern der Video-Chat-Funktion Hangouts, die Teil des sozialen Netzwerks Google+ ist, die Option "enable Hangouts On Air" - und schon kann sich eine unbegrenzte Zahl von Nutzern über Google+, YouTube oder eine Webseite einklinken. Die Hangouts lassen sich aufzeichnen und später wiedergeben.

Schon seit Ende 2011 veranstaltete Google Hangouts On Air, u.a. mit David Beckham, den Muppets und US-Präsident Barack Obama. Ab sofort steht die Funktion fast allen Nutzern zur Verfügung. Fast, weil beispielsweise Deutschland vorerst außen vor bleibt. Nutzer hierzulande können weder an öffentlichen Hangouts teilnehmen, noch selbst welche veranstalten.

Google-Sprecher Stefan Keuchel schrieb dazu auf Google+, dass sein Unternehmen daran arbeite, die Funktion in weiteren Ländern anzubieten. Einen Grund für die Verzögerung wollte Keuchel auf kress-Anfrage nicht nennen. 

Ein wahrscheinlicher Grund ist der 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrag (§ 20): In ihm ist festgelegt, dass die Veranstaltung von Rundfunk durch Private einer Zulassung bedarf - egal ob über Antenne, Kabel, Satellit oder Internet. Nur wer sein Angebot so gestaltet, dass es keinen journalistisch-redaktionellen Charakter hat, dafür sorgt, dass weniger als 500 Nutzer gleichzeitig zuschauen können, und/oder nicht regelmäßig sendet, ist nicht betroffen (kress.de vom 12. Juli 2011). 

Update: Friederike Grothe, Pressesprecherin der deutschen Medienanstalten, erklärte gegenüber kress, dass Google noch keinen Kontakt zu den Medienanstalten aufgenommen habe. Ob ein Angebot als Rundfunk zählt, müsse immer im Einzelfall geprüft werden.

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2019/#10

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