Social Media in deutschen Unternehmen: Dünne Personaldecke und lückenhafte Organisation

09.05.2012
 

Fast die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (47%) nutzen Social Media, weitere 15% haben bereits konkrete Pläne dafür ins Auge gefasst. Am weitesten verbreitet ist die Nutzung im Handel (52%), am wenigsten in der Industrie und im Baugewerbe (34%). Dies geht aus einer Studie hervor, die der Bitkom am Mittwoch vorgestellt hat.

Fast die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (47%) nutzen Social Media, weitere 15% haben bereits konkrete Pläne dafür ins Auge gefasst. Am weitesten verbreitet ist die Nutzung im Handel (52%), am wenigsten in der Industrie und im Baugewerbe (34%). Dies geht aus einer Studie hervor, die der Bitkom am Mittwoch vorgestellt hat.

Unternehmenspräsenzen in sozialen Netzwerken wie Facebook und Xing sind mit 86% am weitesten verbreitet. Auf dem zweiten Platz folgen Präsenzen auf Video-Plattformen (28%) wie YouTube. 81% der Großunternehmen, die Social Media einsetzen, stellen auf diesen Plattformen eigene Filme ins Netz. Micro-Blog-Kanäle wie Twitter werden von einem Viertel der Unternehmen eingesetzt.

Beim Social-Media-Personal und der Organisation hapert es noch

Allerdings sind die personellen Ressourcen für Social Media knapp: Der Großteil der Social Media nutzenden Firmen überlässt die Betreuung der Kanäle und deren Weiterentwicklung einem oder zwei Mitarbeitern – dies ist in insgesamt 80% der Unternehmen der Fall.

Die Organisation der Social-Media-Aktivitäten ist noch ausbaufähig: Lediglich 41% der Social Media nutzenden Unternehmen verfügen über zentrale Ansprechpartner, die die Aktivitäten im Social Web steuern. Zwei Drittel der Social-Media-Nutzer (66%) haben keine Ziele definiert, die mit Social Media erreicht werden soll. Und nur 10% der Social Media nutzenden Firmen betreiben Social-Media-Monitoring. Sie beobachten demnach nicht, welche Unterhaltungen über das eigene Unternehmen, eventuelle Mitbewerber und für das Geschäft relevante Themen im Social Web geführt werden. Dazu haben 41% der Unternehmen bei der Frage nach der Organisation ihrer Social-Media-Aktivitäten keine Angaben gemacht, was laut Bitkom darauf schließen lässt, dass derzeit keine der abgefragten organisatorischen Rahmenbedingungen implementiert wurde. 

Diese ernüchternden Zahlen stehen (noch) im Widerspruch zur Erwartungshaltung: 62% der Social Media nutzenden Firmen glauben, dass die Bedeutung von sozialen Medien für ihr Unternehmen in Zukunft steigen wird, bei den Großunternehmen sind es sogar 89%.

Gründe gegen einen Social-Media-Einsatz

Dass sie ihre Zielgruppe in Social Media nicht erreichen würden, geben 62% derjenigen Unternehmen, die Social Media nicht nutzen, als Grund gegen einen Einsatz an. Abschreckend sind auch rechtliche Unsicherheiten, z.B. im Datenschutzrecht, im Arbeitsrecht oder im Urheberrecht (50%). 45% der Social-Media-Ablehner glauben, dass Social Media nicht zu ihrer Unternehmenskultur passen würde.

"Manche Bedenken sind verständlich, aber auch der Verzicht auf den Einsatz sozialer Medien birgt Risiken", sagt Bitkom-Präsident Dieter Kempf. "Diskussionen über Marken und Produkte von Unternehmen finden im Social Web ohnehin statt. Wer sich den sozialen Medien verschließt, verzichtet bewusst darauf, Einfluss zu nehmen.". Noch nicht alle Unternehmen hätten erkannt, welches Business-Potenzial die sozialen Medien haben. Kempf: "Jedes Unternehmen hat die Aufgabe, den Social-Media-Einsatz gewissenhaft zu prüfen, um seine Wettbewerbsposition nicht zu gefährden."

Methodik: Im Auftrag des Bitkom hat das Marktforschungsunternehmen techconsult 723 repräsentativ ausgewählte Unternehmen befragt.

Die komplette Studie "Social Media in deutschen Unternehmen" zum Download

Die Bitkom-Präsentation zur Studie

Ihre Kommentare
Kopf

Eva von www.omw-blog.com

09.05.2012
!

Danke für die Zusammenfassung der Studie. Ich glaube, der Bedarf an Wissens- und Erfahrungsaustausch ist weiterhin immens hoch - sowohl bei Unternehmen, die bereits Social Media nutzen, als auch bei denjenigen, die dem Ganzen weitehrin skeptisch gegenüber stehen.


Birgitt Jendrosch

Birgitt Jendrosch

Holistische Beratung Birgitt Jendrosch
Personal und Business Coach

10.05.2012
!

Nach der Studie bewege ich mich mit meinem Geschäft in Phase 2.
Ich persönlich glaube, dass man in der heutigen Welt nicht mehr ohne auskommt, aber das Ziel nicht aus den Augen lassen darf. Wenn man das Ziel immer wieder gegen den Einsatz reflektiert, dann kann der Aufwand sehr wohl gerechtfertigt sein.


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