Mögliche Neuausrichtung zum Jahreswechsel: "Bild"-Mann Jörg Quoos könnte "Focus" auf Trab bringen

 

Die Branchen-Gerüchteküche brodelt: In München verdichten sich die Anzeichen, dass Jörg Quoos, der zum Jahresende seinen Job als stellvertretender "Bild"-Chefredakteur" aufgeben wird, den Chefposten beim "Focus" übernimmt. Wie aus dem Burda-Umfeld zu hören ist, soll der 48-Jährige das Nachrichtenmagazin auf ein neues Gleis hieven - mit einer stärker boulevardesken Ausrichtung.

Die Branchen-Gerüchteküche brodelt: In München verdichten sich die Anzeichen, dass Jörg Quoos, der zum Jahresende seinen Job als stellvertretender "Bild"-Chefredakteur" aufgeben wird (kress.de vom 7. Mai 2012), den Chefposten beim "Focus" übernimmt. Wie aus dem Burda-Umfeld zu hören ist, soll der 48-Jährige das Nachrichtenmagazin auf ein neues Gleis hieven - mit einer stärker boulevardesken Ausrichtung. 

"So hat die Marke eine Zukunft", sagt ein intimer Kenner der Redaktion gegenüber kress.de. "Eine Boulevardisierung wäre wenigstens ein in sich geschlossenes Konzept." Eine inhaltliche Neuausrichtung auf ein Boulevard-Modell, für das der bisherige Stellvertreter von "Bild"-Chef Kai Diekmann steht, wäre der dritte Weg, den "Focus" in der jüngeren Vergangenheit eingeschlagen hat.

Unter der Ägide von Wolfram Weimer wurde eine dezidiert politische Richtung erprobt, die dem Titel mehr Gewicht geben sollte. Bekanntlich konnte sich Weimer damit nicht durchsetzen. Sein einstiger Co-Chefredakteur, der amtierende alleinige "Focus"-Chefredakteur Uli Baur, kehrte mit seiner Ausrichtung auf Nutzwert- und Verbraucherthemen auf eine Linie zurück, die der langjährige Chefredakteur und amtierende "Focus"-Herausgeber Helmut Markwort vertrat. 

Wie hinter vorgehaltener Hand in München zu hören ist, könnte sich durch die mögliche Top-Personalie, die seit einer entsprechenden Meldung von "Meedia.de" in der Branche kursiert, ein interner Machtkampf klären: Wie Insider berichten, scheint Quoos das besondere Vertrauen von Burda-Vorstand Philipp Welte zu genießen, der damit endgültig einen Schlussstrich unter die Ära Markwort ziehen könnte. Außerdem wird sogar gemunkelt, dass der potenzielle neue Chefredakteur die Idee wieder aufgreifen könnte, wenigstens Teile des Redaktionsbetriebs nach Berlin auszurichten.

"Das sind alles Spekulationen, zu denen wir uns nicht äußeren", lautet das offizielle Burda-Statement. Dort sieht man die Zugewinne im Anzeigengeschäft gegenüber dem Vorjahr als eine Bestätigung, dass das Blatt auf dem richtigen Kurs ist. Zudem sei die Stimmung in der Redaktion nun gut. Beim Einzelverkauf geriet "Focus" im ersten Quartal 2012 allerdings mit 541.295 verkauften Heften unter Druck.

Ihre Kommentare
Kopf

boing

09.05.2012
!

Berlin & Boulevard macht Sinn: dort produziert man im AxelSpringer-Haus die SuperIllu, die ziemlich gut zwischen harten Nachrichten, Boulevard und Nutzwert austariert ist.

Vielleicht legt man die Blätter auch zusammen zum "SuperFocus" ?


AKS

09.05.2012
!

@ boing: Hä? Seit wann "produziert man im Axel Springer Haus die Superillu"? Habe ich da was verpasst? Für mich war das immer ein Burda-Produkt - wenn auch mit einem Ex-Springer Chefredakteur...


Hartmut

10.05.2012
!

@AKS SuperIllu ist und bleibt ein Burda- Objekt, auch wenn es in einem Haus der Axel Springer AG produziert wird ;-)


AKS

11.05.2012
!

Danke, Hartmut! Da habe ich den Umzug der Redaktion von der Moll- in die Zimmerstraße wohl tatsächlich VERSCHLAFEN...


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