Vorstand Thomas Hesse im Interview: "Bertelsmann muss digitaler werden"

 

Thomas Hesse (Foto), seit Februar Vorstand für Unternehmensentwicklung und Neugeschäfte bei Bertelsmann, spricht in einem Interview auf "bertelsmann.de" über seine Pläne und Erfahrungen, Konkurrenten und Kooperationen.

Thomas Hesse (Foto), seit Februar Vorstand für Unternehmensentwicklung und Neugeschäfte bei Bertelsmann (kress.de vom 10. Januar 2012), spricht in einem Interview über seine Pläne und Erfahrungen, Konkurrenten und Kooperationen.

Aus seiner Zeit als Strategiechef bei Sony Music Entertainment in New York habe er gelernt, dass die Digitalisierung der Medien und die Veränderung der Konsumgewohnheiten der Menschen auf jeden Fall kommen, und Medienunternehmen beherzt damit umgehen müssen. Gute digitale Produkte seien vor allem das Ergebnis einer klaren Produktdefinition und der richtigen technologischen Umsetzung. "Wir wissen, dass Medienangebote im Internet Fans einzeln ansprechen können und nicht länger nur anonym, und dass sich daraus vielfältige Möglichkeiten aus der Direktkundenbeziehung ergeben", so Hesse auf bertelsmann.de.

Kooperationen und Wettbewerb mit YouTube, Facebook & Co.

Außerdem habe man erkannt, große bestehende Online-Plattformen und Netzwerke wie YouTube oder Facebook für die eigenen Zwecke nutzen zu müssen. Gleichzeitig wolle man aber auch wichtige Grenzen ziehen: "Bei Sony haben wir das zum Beispiel mit Vevo sehr erfolgreich getan – einem eigenen Musikkanal auf Youtube, nicht gegen Youtube – der aber seine eigene Werbevermarktung betreibt und unter seiner eigenen Marke auftritt", so Hesse.

"Die Medienwelt wird immer globaler, Google, Apple, Amazon und Facebook jedenfalls agieren vollständig global. Darauf müssen wir uns einstellen. Mal werden sie unsere Partner sein, mal unsere Konkurrenten, mal müssen wir darauf achten, dass die richtigen Spielregeln beachtet werden, insbesondere im Urheberrecht", sagt Hesse.

Für einen Austausch und Kooperationsmöglichkeiten sorgte Hesse vor wenigen Wochen, indem er die 50 wichtigsten Digital-Verantwortlichen aus allen Bereichen des Konzerns nach Berlin zum Digital Transformation Dialog einlud. Wenn Bertelsmann insgesamt deutlich digitaler werden will – und das muss es –, so Hesse, dann brauche man noch mehr "personelle und auch finanzielle Ressourcen" bei der Entwicklung von digitalen Produkten, Services und Plattformen.

Mit der Fertigstellung eines Corporate Centers Ende Juni in Brasilien greife der Konzern nach Indien und China in einem weiteren Wachstumsmarkt an - das sei angesichts der reifen Stamm-Märkte "unabdingbar", so Thomas Hesse.

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